Wodka2

Wodka 4ever

Veröffentlicht: Donnerstag, 22. Mai 2014

Wenn wir genauer darüber nachdenken, sind wir zumeist auf der Suche nach irgendetwas. Obgleich wir das selten zugeben. Nach irgendetwas, das uns glücklich macht, zumindest nicht unglücklich. Oder nicht noch unglücklicher. Meistens können wir es nicht einmal benennen. Nur erkennen, dass es uns quält, wenn es uns fehlt.


So entsteht an manchen Tagen der sogenannte Phantom-Liebeskummer. Das Gefühl, jemanden zu vermissen, aber gar nicht mehr genau zu wissen, wen. Oder warum. Zu dumm… Ich kam nicht umhin mich zu fragen: Wie kann uns etwas fehlen, das wir nicht kennen, beziehungsweise nicht mehr?

Mehr als vier Wochen waren vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Vier Wochen, in denen das Leben die Leiden machte, nicht die Liebe. So sehr, dass ich das Stöhnen meines Herzens unter dem eigenen Stöhnen überhört haben musste. Bis mir heute Morgen eine SMS eine Stimme zurück in die Gehörgänge brachte.

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Phantom-Liebeskummer entsteht immer in Zeiten, in denen es uns besonders schlecht geht. Weil wir irgendetwas suchen, auf das wir unser Leiden projizieren können. Zumeist wählen wir unser Liebesleben. Weil, davon bin ich überzeugt, nichts mehr wert ist zu leiden, als die Liebe. Für die Menschen sogar ihr Leben gegeben haben. Zum Beispiel Romeo. Oder Ophelia.

Ja, es gibt diese Zeiten, in denen das Leben die Leiden macht, nicht die Liebe. Ironischerweise wünschen wir uns dann umso mehr, dass irgendjemand zuhause auf uns wartet. Einfach um uns zu trösten. Obwohl wir eigentlich ganz froh sind, dass wir einfach die Tür hinter und zuziehen können, um zu schreien. Oder zu weinen. Ohne dass es jemand sieht. Weil wir ganz genau wissen, dass wir an solchen Tagen jeden anbrüllen würden, der es überhaupt noch wagt, uns anzusprechen.

Und trotzdem kommen wir nach Hause, ziehen die Tür hinter uns zu, machen uns einen Drink und haben Liebeskummer. Phantom-Liebeskummer.

Ich habe nicht auf die SMS geantwortet. Eine Art von Leiden reicht mir derzeit völlig aus. Also habe ich das Leiden weiter verlagert und auf das Verlangen nach Eis projiziert. Leider hatte ich gerade nur Crushed Ice zuhause. Davon aber reichlich. Deshalb habe ich mir heute gleich zwei Drinks gemacht und dabei gedacht: Den Schmerz spüre ich sowieso – mit oder ohne Alkohol.

Wodka macht mich nicht glücklich. Aber auch nicht unglücklich. Schon gar nicht unglücklicher. Wenn ich genauer darüber nachdenke, kann ich gerade benennen, was mir den ganzen Tag gefehlt hat. Und so endete die große Suche am Kühlschrank.

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Wodka forever, I’ll be waiting everlasting like the sun,

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