Revolution

Wenn sich Träume ändern

Veröffentlicht: Sonntag, 22. Mai 2016

Die größten Abenteuer beginnen meist im ganz Kleinen. Im Kopf. Kapriolen des Geistes mögen diese Impulse gelegentlich nur sein, Spinnereien vielleicht, die wir wieder verwerfen. Wahrscheinlich gehen die meisten vagen Gedanken genau diesen Weg. Aber eben nicht alle. Ab und zu bewahren wir sie uns auf. Irgendwo im Hinterkopf, um sie in ungestörten Momenten hervorzukramen, um ihnen heimlich hinterherzuhängen. Unseren Träumen.

Wahrscheinlich treibt uns nichts mehr an als unsere Träume. Unsere Visionen, diese Versionen von der Welt, wie sie sein könnte. Die kleine, wilde Welt in unserem Kopf. Die immer dann wieder zum Stillstand kommt, wenn wir merken, dass die meisten Träume tatsächlich viel erreichbarer sind als wir meinen. Ich meine, wenn wir etwas wirklich wollen, steht uns meistens nur der Weg im Weg. Weil dieser steinig sein kann, nicht direkt und lange Atem erfordern. Und Opfer.

Kann sein, dass uns diese Aussicht in vielen Fällen abschreckt, alle Absichten zurückhält und unsere Träume damit im Hinterstübchen hängen bleiben. Weil alles, was wir haben könnten immer davon abhängt, was wir uns vorstellen können. Nicht nur im traumhaften Endzustand, sondern in aller Konsequenz.

Er hatte ein One-Way-Ticket gebucht. Ich schaute auf die gepackten Kisten und konnte mir ein kleines Seufzen nicht verkneifen. Weil ich diesmal der war, der gekniffen hatte. Weil sich Träume manchmal gegenseitig im Weg stehen, sobald sich die Fragen nach den Konsequenzen stellen.

Ich starrte kopfschüttelnd auf die gepackten Kisten, halb bedauernd, halb vor Bewunderung, aber voller Neid. Kein missgünstiger Neid. Eher der, den wir fühlen, wenn wir Flugzeuge beobachtet, die dem Süden entgegenfliegen, oder eben Menschen, die ihren Träumen entgegen gehen. Ganz im Kleinen, von den Kapriolen in ihrem Kopf getrieben, in aller Konsequenz.

Und so beginnt dieses Abenteuer, eins von vielen, die viel zu lange in irgendeinem Hinterstübchen des Gehirns geschlummert haben. Bis zu dem Punkt, an dem alle Widersprüche widerlegt worden waren, alle Zweifel verworfen und wenige Kleinigkeiten in Kisten verpackt. „Dann geht’s wohl los“, dachte ich und blieb hier.

Rev

Jede Revolution beginnt im Kopf, wenn sich Träume ändern und irgendwann groß genug sind, um ernst genommen zu werden. Doch meine endete dort. Unbemerkt. Dieses Mal. Bevor ich ging, malte ich mir kurz aus, was ihn erwarten würde. Wahrscheinlich wird er vorerst nicht viel mehr brauchen als ein paar Shorts, Shirts und Sonnenbrillen. Ich zog mir meinen Schal enger um den Hals und machte mich auf den Heimweg. Es war kalt geworden. Es zog. Vor allem an mir als ich zum Himmel schaute.

Man soll Reisende nicht aufhalten. Manchmal sollte man allerdings von ihnen lernen. Zum Beispiel ihren Blick auf die Welt.

 

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