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Weil nur die schönen Erinnerungen stärker sind als aller Liebeskummer

Veröffentlicht: Sonntag, 16. August 2015

Es ist extrem bemerkenswert, dass sich Leere so anfühlen kann, als ob sie dich zerdrückt. Irgendwo von innen. Ein Gefühl, das du gern im Herzen zu lokalisieren meinst, das in Wahrheit aber viel tiefer liegt. Immer dann, wenn du jemanden verlierst, den du liebst.

Warum wir Menschen lieben, lässt sich zumeist ebenso wenig erklären wie die Liebe zu einer Stadt. Weil wir statt harter…

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Sonntag, 28. September 2014

 

Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass du es nie geschafft hast, wirkliche Schutzwälle gegen dieses Gefühl zu bauen, das du Liebeskummer nennst, das in Wahrheit aber viel mehr ist. Der Kampf gegen diese Leere, wenn du meinst, dass genau der Teil deines Lebens weggebrochen ist, der dir immer dann Oberwasser gegeben hat, wenn du Unterkante Oberlippe im anderen Teil des Lebens versinkst. Jener Teil, in dem du funktionieren musst.

Ich bin heilfroh, dass ich diesen Schalter umlegen und funktionieren kann. Weil mir das letzte Woche zwischen Schockstarre und schalen Tränen, die mich immer dann in Scharen überkamen, wenn ich ganz allein war, das Gefühl gab, irgendwie gebraucht zu werden. Obgleich ich merkte, dass die Fähigkeit, zu funktionieren, kein Schutzwall ist, sondern nur ein Auffangbecken. Für all die Tränen, die die Dämme irgendwann doch zum Brechen bringen. Wenn wir es endlich schaffen, diese drückende Leere nach draußen zu bringen und uns für einen Moment wünschen, mit diesen Tränen wegzufließen. Irgendwohin – ganz weit weg.

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In meinem Kopf war ich am Mittwochabend extrem nah, im Affekt einen dieser Jobs, anzunehmen, die man dir im Leben, in dem du den Schalter umlegen kannst, vor die Fuße legst, weil du funktionierst. Schon am Donnerstagmorgen war ich überzeugt, dass das so nicht funktionieren kann. Wenn ich genauer darüber nachdenke, liegt es so nahe, dass „ganz weit weg“ nicht im Entferntesten die Lösung ist. Weil du immer die Wahl hast, nicht wegzulaufen. Nicht vor den Erinnerungen in deiner Wohnung, nicht vor denen ich deinem Kopf, schon gar nicht vor dem Gefühl der Leere, das du eben nur besiegst, wenn du es füllst.

Ich hatte vergessen, wie hart Liebeskummer ist. Das letzte Mal hatte ich vor fünf Jahren das Gefühl, ganz weit weg zu müssen, um nicht immer wieder erinnert zu werden. An jemandem, in dem ich alles gesehen hatte, mit dem ich mir alle vorstellen konnte, nur nicht, ihn zu verlieren. Damals startete ich diesen Blog mit dem Arbeitstitel „Bad Romance“, was irgendwann zu „Brad stickst to bad romances“ wurde und dem Claim „Brad Shaw – who sticks to bad romances and the romantic belief in eternal love“.

Ich glaube, ich muss dir nicht mehr sagen, wie sehr du mein Leben rockst, wie sehr jeder meiner Gedanken an dich…

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Sonntag, 9. November 2014

 

Gerade musste ich etwas schmunzeln. Weil seither so viele fantastische Dinge passiert sind, die alle darauf zurück zu führen sind, dass ich irgendwann angefangen habe, über Dates zu schreiben, über Beziehungen, über Orgasmen und Liebeskummer. Häufig über Liebeskummer, den ich in den letzten 2,5 Jahren sicherlich immer wieder hatte. Die Texte, die ich in dieser Zeit geschrieben habe, zählen heute zu meinen schönsten, zu meinen wichtigsten und zu meinen authentischsten. Das ist aber nicht der Grund, warum ich diese Zeit nicht bereue.

Vielmehr sind es die vielen schönen Erinnerungen, vor denen ich noch vor wenigen Tagen weggelaufen bin. Vorgestern lag ich bei einem Kumpel im Bett, als die Playlist auf meinem iPhone „The one that got away“ von Katy Perry anspülte. Und plötzlich brachen die Dämme komplett.

Ich war schnell davon weg zu meinen, dass es mit 34 völlig indiskutabel ist, bei einem Kumpel im Bett zu liegen und zu einem Katy-Perry-Song zu heulen. Also habe ich es laufen lassen. Und obwohl es mitten in der Nacht war, bin ich irgendwann aufgestanden und habe den Nachtbus nach Hause genommen. Um mich all diesen Erinnerungen in meiner Wohnung zu stellen, um aus allem, was ich gerade verloren hatte, etwas zu machen, das ich mitnehme.

Weil diese Erinnerungen in Wahrheit nicht nur das sind, was diese Leere erzeugt, wenn sie dich von innen erdrücken und du weglaufen willst. Ironischerweise sind sie gleichfalls das Einzige, was die Leere wieder füllen kannt, wenn du deinen Frieden mit ihnen geschlossen hast, genauso wie mit dem Gefühl, allein zu sein, oder schlimmer – für jemand anderen verlassen zu werden.

Ich glaube nicht an Schicksal. Ich glaube, dass wir uns immer frei entscheiden können. Zum Beispiel, wegzulaufen oder nicht. Oder konkreter: Jobangebote in anderen Städten anzunehmen, oder nicht. Als ich mich letztendlich gegen die Jobs und damit gegen die Affekthandlung entschieden habe, war das in Wahrheit mehr.

Es war keine Entscheidung gegen etwas, sondern für etwas. Nämlich dafür, nicht wegzulaufen, in meine Wohnung zurückzukehren und die Erinnerungen einfach auszusitzen. Auf dem Sofa, auf dem wir so oft gemeinsam saßen. Vielleicht mit Tränen in den Augen, aber eben auch vor Augen, was jetzt kommen kann. Wie es in den letzten fünf Jahren kam, nachdem ich auf einem anderen Sofa in einer anderen Stadt gesessen hatte, und mir sagte, dass ich nie wieder jemanden kennen lernen würde, der mich so sehr begeistert, wie Simon. Und auch damals wusste ich bereits, bevor ich den Gedanken zu Ende gedacht hatte, dass das nicht stimmen würde.

Ich glaube nicht an das Schicksal, an schicksalshafte Begegnungen glaube ich. Und ich hätte mich nicht mit Max gequält, wäre ich nicht der Meinung, dass er ein besonderer Mensch ist. Ich meine, ich bin ja nicht bescheuert. Das heißt nicht, dass ich mir den Schmerz schön reden will, wohl aber, dass ich nicht das Gefühl habe, all diese Zeit verschwendet zu haben. Eigentlich ganz im Gegenteil. Es gab diese Momente, in dem ich froh war, mich an ihm festhalten zu können, um die Welt da draußen, in der du immer funktionieren musst, auszublenden.

 

Wahrscheinlich ist das selbst am Ende von Nicht-Beziehungen die einzig richtige Sichtweise, wenn du die Leere, die dich gerade noch erdrückt hat, wieder als etwas fühlst, das du füllen kannst. Mit schönen Erinnerungen als Humus für irgendwas, was wieder aus dir wächst. Wie all die schönen Texte, die ich endlich wieder lesen kann, ohne zu heulen. Ich glaube nicht mal, dass das letzte Kapitel dieser Geschichte schon geschrieben ist. Weil ich der letzte bin, der tolle Menschen einfach so aus seinem Leben lässt.

Und so passiert es, dass Idioten manchmal unsterblich werden: http://bit.ly/1kFPDKk

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Donnerstag, 2. Oktober 2014

 

I think I made my peace with it. And, yeah, I still stick to the romantic belief in eternal love. Und hier: Dass wir irgendwann Freunde werden…

Zum ersten Mal seit Dezember haben wir es endlich mal wieder geschafft, uns komplett wieder zu vereinigen. Feiertage…

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Donnerstag, 2. Oktober 2014

 

Herz drum, fertig.

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Die ganze Geschichte – HIER!

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