Singing

Das was ich will bist du!

Veröffentlicht: Samstag, 8. November 2014

Es muss kurz vor Mitternacht gewesen sein. Ich kam von einem Abend unter Freunden nach Hause, knipste das Radio in der Ecke an, legte mich aufs Bett unter die Decke und starrte an die Decke. Da erklang diese Melodie. Das Lied, das ich für eines der schönsten in deutscher Sprache halte. Obwohl es so simpel ist in all dem, was es will und was es ist: vier Strophen, vier Refrain-Zeilen in weniger als vier Minuten. Simple Paarreime über ein paar Momente des Vermissens, über ein Paar, das es nicht gibt. Aber geben sollte.

ohne dich 2

Noch bevor der zweite Refrain beendet war, hatte sich dieses Lied wieder in meinem Kopf festgesetzt. Und ich begann es in das dunkle Schlafzimmer hinein zu summen, ein um das andere Mal. Wartend, obwohl ich wusste, dass ich in dieser Nacht wieder ohne dich einschlafen musste.

Ich glaube, ich muss dir nicht mehr sagen, wie sehr du mein Leben rockst, wie sehr jeder meiner Gedanken auf dich gerichtet ist. In Momenten wie diesen. Wenn ich abends im Schlafzimmer liege und Löcher in die Luft starre, zwischen meinen Luftschlössern, in die du bereits eingezogen bist. Dann frage ich mich, ob du wirklich weißt, dass dich irgendjemand da draußen so derbe vermisst, dass es ihn manchmal auffrisst.

Zum Beispiel, wenn irgendjemand dieses Lied über den Äther schickt und es in Schlafzimmern wie diesen Wellen auslöst, die in größerer Frequenz rocken als alle Radiowellen. In Herzen wie meinen. Und sich Menschen wie ich fragen, ob du dich genauso freust, dass wir uns morgen endlich wieder sehen werden? Weil es mir es etwas bedeutet, mit dir in meinen Geburtstag zu feiern.

Denn dieses Lied sagt so einfach und so unverblümt, wofür andere Bücher brauchten: Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein, ohne dich fahr ich heut Nacht nicht heim! Und ich höre diese Geschichte über ein Paar, das es nicht gibt, aber geben sollte; über den Mann, der heute Nacht nicht einschläft, aber so gern Ruhe finden würde; über dich und mich und alles, was ich dir so gern sage würde.

 

Wäre ich dieses Lied, dann wäre ich gestern über den Äther geflogen, um dich zu suchen und mich in dir festzusetzen. Stattdessen setzte ich mich im Bett auf, kaufte den Song bei iTunes und suchte nur das T-Shirt, das du letzte Woche hier vergessen hast. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. Irgendwo zwischen der Decke über mir, der Decke auf mir und deinem Shirt.

Als ich heute Morgen aufwachte, klang das Lied noch immer aus meinem iPhone. Da dachte ich nach: Vielleicht sollte ich mich wirklich nicht verändern, um dir zu imponieren, vielleicht sollten wir endlich aufhören, abends Probleme zu diskutieren. Weil ich einfach was mit dir erleben will. Genauso summte ich es in den Samstagmorgen hinein: Aber eines geb ich zu – das was ich will bist du!

Herz drum, fertig

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