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Unentschieden?! Gründe, warum der HSV trotzdem bleibt!

Veröffentlicht: Donnerstag, 15. Mai 2014

Um den Klassenerhalt zu spielen, ist generell eine gute Sache. Bedeutet nämlich, dass man Klasse hat. Die übrigens nicht jeder besitzt, selbst nicht im herrlichen Hamburg, wo der heimische HSV heute um den Verbleib in der ersten Liga gekämpft hat (unentschieden gegen Greuther Fürth)

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Von Häme

Das hatte unter anderem zur Folge, dass es in den letzten Tagen wieder richtig viel Spaß gemacht hat, sich durch die Medienlandschaft zu lesen. Weil Schreiber vor allem dann zur Höchstform auflaufen, wenn es um hochemotionale Themen geht. Zum Beispiel Fußball. Weil der Sportjournalismus mit seinen Sprachbildern, seinem Metaphern-Reichtum und seinem hämisch-heroischen Stil per se immer eine Klasse für sich ist.

Dass die Hamburger Anhänger „eher Nostalgiker oder Styler, keine Herzblut-Fans“ seien, kommentiert der Spiegel die Lage des Liga-Dinos. Und die Berliner Morgenpost rät: „Was soll das Gejammer? Uli Hoeneß geht in den Knast, Markus Lanz verliert ‘Wetten, dass..?’, Margot Käßmann tritt freiwillig zurück. Wer einen Mors in der Büx hat, der akzeptiert sein Schicksal. Und legt dann einen qualmenden Wiederaufstieg hin.“

Der Fokus hat ebenfalls nur fiesen Spott für die Rothosen über: „Auswärtsfahrten nach Aue, Aalen oder Ingolstadt können den Horizont der HSV-Anhänger mitunter beleben. Ein schönes Wochenende mit der Angetrauten in Sandhausen, ein Städtetrip nach Heidenheim. Das muss man erlebt haben.“

Vom Gastauftritt der Gala in der FAZ

Trauer und Angst dagegen machten sich in der FAZ breit – pathetisch in einem Gastbeitrag des Gala-Chefredakteurs Christian Krug: „Als ich am vergangenen Sonntag in den Hamburger Volkspark gefahren bin, sah ich sie wieder. Unsere Kathedrale. Auf einem Hügel gebaut, wie eine Kirche des Mittelalters. Damals schufen die Herrscherhäuser Europas Denkmäler ihrer Macht und Herrlichkeit – für die Ewigkeit. (…) Hamburg, das war nie Provinz. Provinz waren immer die anderen. Steigt der HSV ab, müssen wir mit dem Spott über die Zweitklassigkeit leben. Dann muss der hochnäsige Hamburger nach oben gucken. Nicht nach München, daran haben wir uns gewöhnt, sondern nach Paderborn oder Fürth! Das schmerzt mehr als vieles, was die Bürger dieser Stadt in den vergangenen 50 Jahren ertragen haben.“

Von weinenden Jungs

Dann gab es auch die, die heute eine Lanze für den HSV gebrochen haben. Allen voran „Die Welt”: Die Kollegen von Springer veröffentlichten in ihren „10 Gründen, warum der HSV nicht absteigen darf“ zwei, die so unerwartet sind, dass ich sie einfach kurz runterschreiben muss:

  • Die Raute: „Haben Sie mal das Vereinslogo von Hertha BSC oder Bayer Leverkusen genauer betrachtet? Es ist das Grauen. Typografie, Gestaltung – eine einzige Katastrophe. Nein, es ist eindeutig: Der HSV besitzt das schönste Logo der Bundesliga. Klar, deutlich, unverwechselbar. So frisch wie ein Frühlingstag in Blankenese. Einfach perfekt.“
  • Die Bettwäsche: „Der Hamburger SV spielt seit Einführung der Fußball-Bundesliga in der höchsten deutschen Spielklasse. Und seither haben Generationen von Hamburger Jungs in Bettwäsche in den Vereinsfarben geschlafen – und in langen, dunklen Nächten vom HSV geträumt und manchmal auch geweint. Egal, ob sie im schicken Eppendorf, im Arbeiterviertel Wilhelmsburg, in Buchholz in der Nordheide oder in Vororten wie Reinbek oder Pinneberg ihre Jugend verbracht haben.“

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Von kleinen Leuten

Das schönste Argument für den Klassenerhalt hat mir heute völlig unjournalistisch, dafür unbestechlich emotional, allerdings ein kleiner Junge im HSV-Trikot auf Höhe Jungfernstieg gegeben. In der U2: „Wenn der HSV verliert, gehe ich morgen nicht in die Schule!“

Deshalb die drei Totschlag-Argumente, warum der HSV in der 1. Bundesliga bleiben muss: die Raute, die Bettwäsche und die Schulpflicht. Wir wollen ja nicht, dass der Kleine aus lauter Frust eine Klasse wiederholen muss!

Sonntag geht’s weiter!

#nurderHSV,

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