Hamburg Binnenalster

Über das Verorten von Träumen

Veröffentlicht: Montag, 24. März 2014

Es gibt Orte, die uns nicht nur bewusst machen, wo wir sind, sondern vor allem, wo wir stehen, zum Beispiel im Leben. Oder wie es um unsere Träume steht. Besonders, wenn es um Lebensträume geht. Und immer, wenn unser Weg zu diesen Orten führt – ob zufällig oder zielgerichtet, beginnen wir, unsere Träume zu überprüfen. Verlassen wir sie leichten Herzens, sind wir glückliche Menschen.

Heute führte mich der Zufall an die Alster. Als ich von der Gänsewiese ans andere Ufer starrte, stellte ich wieder fest, wie glücklich ich bin. Das geht mir übrigens immer so, wenn ich an der Alster vorbeikomme. Egal ob an der Gänsewiese oder am Jungfernstieg, ob auf dem Weg zur Arbeit oder auf eine Party.

Sobald sich die Schiffe auf ihrem Wasser vor meinen Augen erheben, stellt sich ein unglaublich erhebendes Gefühl ein. Eine Stimme, die sagt: Vielleicht ist hier nicht gleich alles optimal gelaufen, es hatte aber schlimmer kommen können. Vor allem sind viele Dinge super gegangen.

Dann nicke ich zustimmend und lächele. Als ich mit 16 auf Klassenfahrt beschloss, irgendwann nach Hamburg zu ziehen, rechnete ich nicht wirklich damit, 16 Jahre später spontan meine Sachen zu packen und Hessen innerhalb von nur zwei Wochen zu verlassen, um das zu machen, was ich immer wollte: weg von zuhause und irgendwie auch Liebe im Hafen. Zugegeben.

Hamburg Außenalster Gaensewiese

Jedes Mal, wenn ich an der Alster vorbeikomme, komme ich trotzdem nicht umhin mich zu fragen, wie irrsinnig es eigentlich war, ohne Wohnung in eine andere Stadt zu ziehen. Dann bleibe ich kurz stehen, schaue auf das Wasser und sehe, dass es gut war. Eine Sichtweise, die mir in harten Zeiten immer wieder das Herz erleichtert.

Dann denke ich an die vielen tollen Menschen, die ich in Hamburg kennen gelernt habe. Und zugegeben auch an den einen Hanseaten, den ich wahrscheinlich nie getroffen hätte, wäre ich in der Heimat geblieben. Was mir irgendwie sagt, dass manche Lieben eben länger brauchen, um zusammenzuwachsen.

 

So stand ich noch lange am Ufer und blickte auf die Alster und dachte über mein Leben in Hamburg nach. Das immer wieder an der Alster vorbeikommt und nie an dem einen Hamburger irgendwo südlich der Elbe. Der, der wie diese Stadt alles hat, was ich immer wollte. An den ich mein Herz verloren habe und mit dem ich irgendwann zusammenwachsen will.

Herz drum, fertig.

kurz-unterschrift2

Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

Antworten

Teil mir Deine Meinung mit. Ich freue mich über Feedback!