Brad Shaw ist mit Bradsticks auf allen Kanälen unterwegs - von Facebook bis Twitter und neuerdings auf Tumblr

Klicks statt Ficks: Multi-Channelling als Ersatz-Polygamie – Neuster Lover: Tumblr!

Veröffentlicht: Samstag, 10. Dezember 2011

Soeben habe ich einen Spin-Off dieses Blogs auf Tumblr gehoben. Der interessantere Teil dieser Nachricht: Ich habe keinen Sex mehr. Denn so langsam töten Social Media, Suchmaschinenoptimierung und Web 2.0 meine Libido – und unterwandern meine Alltagskommunikation. Wo wir früher noch stundenlang über Jungs telefoniert haben, geht es heute um Google-Hits. Hit me, baby… one more time? Von wegen… Unser Standardvokabular hat sich bereits angepasst: Aus ficken wurde klicken, aus „Hast du jemanden klar gemacht?“ bald „Hast du neue Backlinks“ und aus dem Bodycount im Schlafzimmer schließlich die Zahl der Unique Users auf der Web-Page.

Inzwischen übersteigen meine Unique Users im Wochenschnitt immerhin meinen Bodycount im Vergleichzeitraum – which actually makes me… a Saint!

Will heißen: Zwischen Facebook, Google+ und My Space überhaupt noch Zeit für Erotik zu finden, ist schwerer als einen Typ zu daten, der sich nicht in irgendeiner Form als Beziehungspaniker, emotionler Krüppel oder Perverser herausstellt. Zumindest, wenn man eigentlich nur noch zwischen Zeitungsredaktion und Home Office hin und her jettet.

Twittern statt Stöhnen

Ganz ehrlich, mir dauern inzwischen sogar Quickies zu lang. Letztens ertappte ich mich beim Vögeln dabei, zu zwitschern – und zwar einen Twitter-Tweed. Tierlaut ist Tierlaut. Stöhnen wird überschätzt. Got it? Bevor ich meine Zeit also mit irgendeinem Idioten in einer Bar verbringe, schreibe ich lieber einen Text. Seelenstriptease statt Cam-Sex. Was sind bewegte Bilder gegen die im Kopf?

Klicks statt Ficks

Wie gestern bereits gesagt: Wenn die emotionale Existenz nicht definiert ist, geht es umso mehr darum, die digitale nachhaltig zu sichern. Genau das habe ich den letzten sieben Monaten getan. Ohne Rücksicht auf Verluste bis zur folgenden Einsicht: Da draußen mehrere Kanäle zu bedienen, macht dich zur Hure. Im Netz dagegen macht es dich begehrt. Klicks gegen Ficks, Fame gegen Fegefeuer – das Leben ist eine Tauschbörse und ich bin wieder auf dem Weg Richtung Himmel.

Dass ich mein Bett gegen meinen Schreibtisch getauscht habe, heißt übrigens noch lange nicht, dass meine Waren nicht mehr heiß sind. Manchmal sogar zu heiß für meine Mama. Doch genau so sollen meine Erinnerungen überdauern, bis die Archäologen der Zukunft irgendwann auf meine Multi-Channel-Links stoßen und zwitschern werden: „This guy had a fucking fabulous sex life!“

Hatte ich auch. Bis 2011.

Früher habe ich mich vermarktet, heute meinen Blog. Wahrscheinlich hat zweite Option mit 30+ auch die besseren Erfolgsaussichten.

In diesem Sinne: Hit me, baby… one more time.

Mehr zum Thema:

Selbstdarstellung im Web 2.0 – HIER!

Ist offline zu sein das bessere Sein? – HIER!

Das große Huddeln – mein neues, versautes Leben im Internet – HIER!

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Kommentare

  1. Gepostet von Coquette am Samstag, 10. Dezember 2011

    Was wird nur aus Fabolous Brad, wenn er endlich mal wieder vergeben ist? Vom Schreibtisch direkt an den Herd? Neeee…. I like Mr. Bridget Jones just the way he is ;-)

  2. Gepostet von Brad am Samstag, 10. Dezember 2011

    ich kann doch nicht kochen. keine angst…

  3. Gepostet von Milli am Samstag, 10. Dezember 2011

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