Summer in the City

Summer in the City: Das grosse Erwachen

Veröffentlicht: Dienstag, 9. Juli 2013

Wäre ich im November nach Hamburg gezogen, hätte ich wahrscheinlich schon im Februar resigniert aufgegeben und mich frustriert zurück in den Süden begeben. Denn als designierter Sonnengott und patentierter Sonnenanbeter hätten mir die letzten sieben Monate einfach die Lebensgrundlage entzogen: Serotonin. Dieses Glückshormon wird direkt freigesetzt, sobald die warmen Sonnenstrahlen unsere Wangen streicheln. Hatten wir im Jahrhundertwinter nicht fast vergessen, wie sich das anfühlt?

Glücklicherweise ist die Sonne doch zurück gekommen. Und mit ihr das große Erwachen. Die Renaissance der zur Schau gestellten Schönheit und der Farbenmeere – nicht nur auf den Wiesen. Die Menschen haben sich den Sommer auf ihren Körper geholt und erblühen auf dem grauen Asphalt der Städte jetzt selbst wie strahlende Blumen. Sehe wir von den unsäglichen Blumenprints ab, die 2013 irgendwie wieder in Mode kamen, ein sehenswertes Bild.

Summer in the city“ bedeutet doch immer irgendwie auch „Sehen und gesehen werden“. Wir funktionieren Facebook zum Lookbook, die Straßen zum Laufsteg und die Straßencafés zu Showrooms um – und warten auf den Moment, in dem wir entdeckt werden. Weil es es doch schöner ist, mit jemandem um die Wette strahlen, als nur allein aus unserem dunklen Loch zu leuchten. Weil wir erst wirklich erblühen, wenn uns nach der Sonne noch eine Hand streichelt. Abends auf der Veranda bei einem Glas Wein.

Wer derzeit durch die Stadt geht, kann sich kaum entscheiden, welche Blume er sich gern auf die Veranda stellen will. All die bunten Orchideen in den Alleen, die stolzen Narzissen auf hohen Stilettos, die schönen Anemonen auf den Balkonen – sie alle sagen uns doch durch die Blume: Befruchte uns. Jetzt! So werden Blümchen zu Bienchen, flotten Bienchen. So werden Jäger zu Gärtnern und Blumen zu Gejagten. Und wer im Frühjahr keine Frühlingsgefühle hatte, kriegt jetzt ihre volle Breitseite. Dünger für die Hormone. Die gehen aufs Herz und auf die Augen!

Denn so ist das mit der Liebe und der Mode: Beide entfalten im Sommer ihr schönstes Kleid. Die Liebe wegen des Serotonins im Leib. Die Mode wegen der der Nebeneffekte des Serotonins am Leib. Denn nebenbei gesagt: Ein glücklicher Mensch ist weitaus williger, die Kreditkarte zu zücken – für Kleider, die andere entzücken sollen. Und die kriegt ihr hier! Wer immer noch behauptet, er mache sich nur für sie selbst schön, der lügt. Zumindest im „Summer in the city“.

Brad Shaw in Hamburg

Sommer auf dem Hamburger Spielbudenplatz


Ich habe mich auf jeden Fall entschlossen, die nächsten Wochen nur noch topgestylt durch die Straßen zu laufen. Denn ich habe im Blumenmeer keine Zeit mehr zu verlieren. Sollte ich im schillernden Großstadtgarten endlich entdeckt werden, will ich sofort vor den Altar. In meiner blühenden Phantasie kann es jeden Moment so weit sein! Und wieder warte ich, dass wir uns irgendwo da draußen begegnen. Zwischen Rosen, Tulpen und Nelken. Und ich denke: „Vergiss mein nicht – und auch nicht das Geld für den Ring!“

Also auf in die Stadt! Weil die Harten in den Garten kommen. Und die Schönen zu Tiffany’s.

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You’re not the only one,

kurz-unterschrift11

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