blauer Sakko Breuninger

Style-Clash: Freshe Frankfurter vs. Herrliche Hanseaten

Veröffentlicht: Mittwoch, 14. August 2013

Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist, als overdressed auf einer Underground-Party in Bergedorf aufzutauchen: underdressed beim Dinner-Date in Blankenese aufzuschlagen. Unsere Party war schnell beendet. Ich wollte abtauchen! Mindestens bis zur nächsten Boutique, maximal ganz tief unter den teuer gefliesten Boden. Doch die Läden hatten bereits zu – und die Erde tat sich nicht auf.

Du musst verstehen: Ich bin in einer süddeutschen Kleinstadt aufgewachsen. Für den Sprung in den Frankfurter Dating-Pool reichte es, sich die Haare zu wachsen und auf Hip-Hopper zu machen. Für dich hatte ich sogar meine liebste Basecap aufgesetzt. Doch im Haifischbecken der Hamburger Single-Society muss man wohl andere Geschütze auffahren. Oder Schalen anlegen.

Da saß ich also und versuchte vehement, mangelhaften Style mit „big smile“ auszugleichen. Du saßt mir wenig lächelnd gegenüber. In einem Hauch von Chanel. Ich wusste schnell, dass dieser Abend in Stress münden würde. Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist, als unvorbereitet im Westen anzukommen: die letzte Bahn Richtung Osten zu verpassen. Ich passte – und rannte. „Was für ein lächerlicher Typ“, wirst du gedacht haben. Aber ich wusste bereits vor Servieren der Vorspeise, dass du mich zum Dessert niemals auf einen Cappuccino zu dir einladen würdest.

Eigentlich bin ich gar kein Troublemaker. In deinem Fall leider auch kein Heartshaker. Also servierte ich dich ab – und rannte.

Small town dude with a big city attitude

Ob es der ausgesprochene Kappen-Kopf oder die angebliche Aggro-Attitüde Frankfurter Hartreimer ist? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall denken die Leute immer, dass ich Stress mache. Da kann ich an der Supermarktkasse lächelnd „Bitte“ und „Danke“ sagen wie ich will und Chers Superhits bis zum Erbrechen rezitieren. Apropos Cher. Ich habe heute Cher gehört. „Typisch“, wirst du denken. Ist es aber nicht. Kein Scherz: Cher höre ich nur selten, Chérie. Doch wenn, dann unbedingt den:

Ich habe dir gesagt, ich sei in Hamburg, um hoch hinaus zu kommen. Vielleicht mit dir auf eine Rooftop-Bar? Wahrscheinlich bin ich für dich nicht mehr als ein „small town dude with a big city attitude“. Aber ich will mich ändern! Allein, um dir zu beweisen, dass die freshen Frankfurter selbst den herrlichen Hanseaten vorzuziehen sind. Seit unserem Date habe ich meine Kapuzenpullis durch Hemden ersetzt und meine coolen Caps durch eine fesche Frisur. Windfest. Zumindest wenn ich Richtung Westen fahre. Mein Sakko ist so blau wie das Meer und trotzdem süddeutsch inspiriert. Während meines letzten Heimatbesuchs habe ich nämlich gelernt, wie ich besser in Norddeutschland ankomme. Vielleicht auch bei dir?

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Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist, als underdressed im Westen der Stadt zu verweilen: im Osten overdressed zu verwaisen. Vielleicht rufst du ja an. Wir könnten um die Ecke ‘nen Burger essen gehen. Natürlich trage ich dann Hemd und Sakko, keine Kappe. Aber nur, wenn du danach auf einen Cappuccino mit zu mir kommst.

If I could turn back time – würde ich früher bei http://www.breuninger.com/ vorbeischauen.

Baby, it’s all or nothing now,

kurz-unterschrift11

Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Jules am Mittwoch, 14. August 2013

    Ich mag es wenn du Sakko trägst. Wie in dem Artikel über die A+ Modenschau <3

  2. Gepostet von Brad am Mittwoch, 14. August 2013

    werde ich beherzigen :)

  3. Gepostet von Martin am Mittwoch, 14. August 2013

    Hase…das mit dem Sakko und dem Hemd musst du mir beweisen sobald ich das Krankenhaus wieder verlassen habe :) XOXO

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