Brad Shaw sichtet

Smooth Operator: Der Ex-Fuckbuddy

Veröffentlicht: Montag, 25. Juli 2011

Im 21. Jahrhundert sind die meisten Menschen nur eine SMS weit entfernt. Das hat einerseits zum Niedergang der Pünktlichkeit, anderseits zur Hochkonjunktur der Fuckbuddy-Kultur geführt. Denn die Jungs vom Notfalltelefon kommen immer pünktlich – und nie zu früh. Nicht nur das: Sie sind unkompliziert, sexy und zuweilen sogar witzig. Eigentlich gehören Fuckbuddys in die Kategorie Menschen, die man unbedingt heiraten sollte, bevor sie jemand anderem den Ring anstecken. Gäbe es da nicht jenes ungeschriebene Gesetzt des casual sex: „Never date a fuckbuddy!“

Ich habe mich eigentlich immer an diese Regel gehalten. Alles andere hätte die Fuckbuddy-Kultur schließlich ad absurdum geführt. Andererseits: Unter bestimmten Umständen führen spätabendliche Barbesuche, nächtliches Auf-einem-Baumstamm-am-Fluss-Sitzen und Busfahrten im Morgengrauen trotzdem dazu, dass man sich plötzlich mehr zu erzählen hat als Libido-Laberei. Und schließlich ist jener Punkt erreicht, an dem man so viel zu quaken hat, dass man das Vögeln vergisst.

Was macht eigentlich ein… Fuckbuddy?

Zweifellos: In vielen Single-Haushalten ersetzten Fuckbuddys nicht nur den Gärtner, sondern gleich noch den Psychiater. Denn wem sonst sollen wir von den tiefen Abgründen des Alltags erzählen, nachdem unsere engsten Freunde mit Nervenzusammenbrüchen in der Klinik gelandet sind oder zu den kritischen Abendstunden lieber nicht mehr ans Telefon gehen? Wem sonst außer denen, deren Heldentum bereits in ihrer Aufgabe liegt: life saving day-making.

Für den kleinen Hunger zwischendurch

Ein Fuckbuddy, der dich bei Liebeskummer ohne körperliche Präsenz stundenlang am Telefon tröstet, ist zweifellos längst aus seinem natürlichen Definitionsbereich herausgefallen. Wenn er abends irgendwann einfach nur kurz vorbeikommt, um dein Verlangen nach einem (echten) Big Mac-Menü zu stillen und vom Wochenende zu erzählen, ist das just fabulous. Besonders, wenn er sich am Drive-In schmunzelnd dazu überreden lässt, das kostenlose Coca Cola-Glas in Pink zu ordern…

… Dann muss er dich wirklich gern haben. Auf eine Art, auf die dich nur ein Ex-Fuckbuddy gern haben kann. Was ist schon Sex gegen einen frischen Burger oder einen Freund? Einen von der Sorte, die man von Herzen gern „Ex“ nennt – ohne dabei auch nur eine Träne unterdrücken zu müssen.

Für meinen „Ex“ und alle, die Menschen kennen, die viel zu fabelhaft sind, um weiter Fuckbuddy genannt zu werden – und deshalb kurzzeitig als E-Mail-Passwort genutzt wurden – Kim Wildes „You came“ (HIER).

Thanks for going through all this for the past months ;)

You are fabulous,

(This was not a booty call)

Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Karo am Montag, 25. Juli 2011

    gut, dass ich spät noch online gekommen bin. geiler text und wahr, wahr! Karo
    PS: Guten Appetit!

  2. Gepostet von Mister X am Donnerstag, 28. Juli 2011

    schönes Botschaft an die Welt mal wieder, Brad

  3. Gepostet von Brad am Donnerstag, 28. Juli 2011

    Findest du? ;)

  4. Gepostet von Brad am Dienstag, 4. Oktober 2011

    :o)

  5. Gepostet von am Freitag, 21. Oktober 2011

    fuckbuddys sind meist leute deren nachnamen man nicht kennt…
    geht das ganze sehr weit, sind das schon “friends with benefits” und dann wird es recht kompliziert und verschwommen – siehe oben.
    wer klarsicht braucht macht klare schnitte, zieht klare grenzen und mixed und matched nicht neu zusammen… :) dieses vorgehen ist zwar nicht immer komfortabel bzw. befriedigend, macht aber einfach alles einfacher.

  6. Gepostet von Brad am Samstag, 22. Oktober 2011

    Das stimmt wohl… Danke fuer die Meinung

  7. Gepostet von sars82 am Dienstag, 15. November 2011

    Sorry aber die ganze Webseite ,vor allem der Inhalt ist mir von der Aufmachung zu Abgespacet hier werden mit begriffen rum geworfen die ich Höchstens von minderjährigen Teenagern erwarte um Cool zu wirken. Aber nicht von gestandenen Männern oder Frauen.

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