Rechenexempel - gefunden auf Tumbl

Milchbubi-Rechnung: 1 + 1 = Sex = Liebe

Veröffentlicht: Dienstag, 24. Januar 2012

Laut FAZ ist jeder vierte Deutsche solo, 2011 waren 17 Millionen betroffen und haben frustgesoffen. Warum ich euch das berichte? Erstens, um mich nicht mehr ganz so schlecht, da gemeinsam einsam, zu fühlen. Zweitens, um folgenden Sachverhalt zu verdeutlichen: Menschen sind verrückt nach Zahlen und Statistiken, Akteure der Finanzmärkte ebenso wie Akteure der Singlebörsen. Auf diese Weise wird die EU-Krise zu meiner. Denn weder Aktien, noch Menschen verkaufen sich über schöne Worte allein. Merke: Die perfekte Beziehungen ist kein Buch mit sieben Siegeln und bereits die erfolgreiche Suche nach dem Plus1 lediglich das Ergebnis von Mathematik – plus Fälschung.

Body-Mass-Index, Konfektionsgröße und Sixpack, Intelligenzquotient, Abschlussnote und der eine, passende Schuh: Die Suche nach dem perfekten Partner orientiert sich manisch an Zahlen. Die Kurse der Kandidaten steigen dabei nur, wenn diese Zahlen stimmen. Nettoverdienst, Körperfettanteil und das U30-Prädikät entscheiden über den siebten Himmel oder das Schicksal, hinten den sieben Bergen bei den sieben Zwergen trotzdem einsam auf das achte Weltwunder zu warten. Kommt mir jetzt bitte nicht mit „Sieben auf einen Streich“. Zwerge sind asexuell und Schneewittchen war kein Flittchen.

Nach Statistik drängt, an Statistik hängt doch alles. Die perfekte Statistik ist in einer Welt, in der nackte Zahlen wie die Penislänge und Kurvendiskussionen wie 90-60-90 über unseren Attraktivitätsfaktor entscheiden, so goldwert wie ein Triple-A-Rating bei der Ratingagentur Moody’s. I’m in the mood for love. Doch wo Poeten wie ich noch davon träumen, für someone „One in a Million“ zu sein, sind Mathematiker ohnehin bereits einen Schritt weiter und haben aus 1 und 1 längst 2 gemacht. Mindestens 2. Im Idealfall wird aus dem One-Night-Stand (1 + 1 = 2) nämlich ein Pärchen (1 + 1 = 2+) und aus diesem wiederum eine Start-up-Familie (1 + 1 = 3).

Sex ist Mathematik

„Mathematik ist dem Liebestrieb nicht abträglich“, stellte der Irrenarzt Paul Julius Möbius fest. Die geisteswissenschaftlich-motivierte „Mathe ist ein Arschloch“-Fraktion sei deshalb erinnert: Beim sehr abgeklärten und gelegentlich wenig aufgeklärten „1 + 1 = 3“ handelt es sich nicht um eine irre Milchmädchenrechnung, sondern um vermehrungsorientierten Sex in seiner reinsten Form. Addition.

Wo gelebte Mathematik zum Orgasmus führt, sind Statistiken sozusagen das Vorspiel. Wer würde schon einen Mann heiraten, der wie Heinrich VIII. bereits sechs Ehen hinter sich hat, von denen zwei vor dem Scheidungsrichter und zwei auf dem Schafott endeten? In guten Statistiken geht es nämlich um das richtige Maß. So gelten 30-Jährige, die mit zwei oder weniger Menschen, sich selbst eingeschlossen, Sex hatten, als unattraktiv. Jene sind wohl ernsthaft Nullen im Bett, beziehungsweise auf der Richterskala. Gleichfalls gelten 30-Jährige, die mit 478 oder mehr Mitmenschen geschlafen haben, als unattraktiv. Jene sind wohl null an der ernsthaften „1 + 1 = 3“-Familiengründung interessiert. Richtet für euch selbst!

Mathematik ist Vereinbarungssache

Auf dem Singlemarkt erhalten nur jene die Traumnote 10, die zwischen den Extrempunkten liegen. Es folgt ein Trost für alle Zweier- und 478er-Kandidaten: Alle Mathematik beruht auf Vereinbarungen und alle Statistik auf Fälschung. Und Fälschen ist legitim, schließlich sprechen sich äußerst schlechte Zahlen schneller herum als beste innere Werte. Selbstverständlich habe ich den „Zahlenraum der Attraktivität“ vorsätzlich so definiert, dass ich auf jeden Fall nicht aus dem Raster falle; und selbstverständlich würde ich mein Alter in Internetkontaktbörsen stets nach unten korrigieren, wenn mich diese Zahlenkosmetik näher an das „1 + 1 = 2+ oder 3“ bringt, mindestens an das „1 + 1 = 2 = 69“.

Zahlen sind wie Labels

Ihr meint, ich sei ein falscher Fünfziger? Ihr seid nicht besser sobald ihr Wonderbras tragt, auf High Heels tippelt oder Sportwagen tuned. Apropos Pferdestärken: Dreier sind wie Sportwagen, jeder Mann wünscht sich einen, zumindest bis er einen hat und feststellt, dass sie im Alltag absolut unpraktisch sind“, sagt mein Wetzlarer Dating-Coach Darius Kamadeva. Denn Zahlen sind wie Labels: im Leben geht es um die passenden. Jeder von euch würde fünfmal lieber ein Adidas-Plagiat aus der Türkei tragen als ein Shirt mit nur zwei Streifen.

Zahlen-Labels zwecks Attraktivitätssteigerung zu fälschen, war übrigens schon in der Antike total hip. Oder glaubt ihr, Jesus hätte mit fünf Broten und zwei Fischen wirklich 5000 Menschen gesättigt? Come on… Er wollte einfach mehr Follower haben und war mit seiner Statistik erfolgreich. Das nennt man Public Relations. Derzeit zählt er als „Person des öffentlichen Lebens“ bei Facebook übrigens mehr als 3,3 Millionen Fans!

Ich freue mich natürlich genauso über jeden neuen Facebook-Fan meines Blogs BradSticks. Noch glücklicher wäre ich allerdings, den „One in a Million“ endlich zu finden. Ich bin eben mehr Poet als Mathematiker – und deshalb solo. Allerdings ist meine Mathematik gut genug, um Madonnas Nummer-1-Hit „Open your Heart“ allein über den Rechenweg meines einseitigen Single-Lebens zu beweisen, sogar ohne Taschenrechner und Formelsammlung: One is such a lonely number!

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Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Karina am Donnerstag, 26. Januar 2012

    Wie ich schon bei Facebook geschrieben hab: toller Text, tolle Vergleiche. Thumbs up!

  2. Gepostet von Brad am Donnerstag, 26. Januar 2012

    danke dir!

  3. Gepostet von Floo am Dienstag, 31. Januar 2012

    Wirklich gelungener Text, Honey :)

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