Believe in Yourself II

Sei ein Titan: Weil du stark bist, wenn du du selbst bist!

Veröffentlicht: Sonntag, 28. September 2014

Wahrscheinlich wird nirgendwo leichter gewonnen als auf den augenscheinlich verlorenen Posten. Wer genauer hinsieht, sieht auf ihnen immer die Chance, frei zu drehen. Denn wo es nichts mehr zu verlieren gibt, gibt es plötzlich wieder eine Menge zu holen. Oder zurückzuholen. Wer das versteht, wird postwendend an den Punkt gelangen, an dem es sich wieder zu kämpfen lohnt – und zur Kraft, die es zum Gewinnen braucht.

Er brauchte vor allem eine Pause. Vom pausenlosen Ringen um etwas, in dem er längst keinen Sinn mehr sah, sehr wohl aber, dass er sich verändert hatte. Manchmal sah er noch irgendetwas von dem durchblitzen, was es mal war, zumindest augenscheinlich; etwas von dem, was er einst selbst darin sah. Doch das seien nur noch kurze Momentaufnahmen gewesen, wie er sagte. „Nichts gemessen am Wert, den es mal hatte, an dem, was es hätte sein können.“

So begann er, sich freizukämpfen, sich freizumachen, um freizudrehen. Einfach um wieder zu sehen, wie es sich ohne anfühlt. Denn wo er nichts mehr sah, sah er endlich dahinter – und dann darüber hinweg. Plötzlich sah er viel weiter als zuvor. Dinge, die es zu holen galt, oder zurückzuholen. Er fing postwendend an, sich vom Boden des verlorenen Postens einzusammeln und Stärke für das zu sammeln, was folgen sollte. Weil er es wollte.


Immer wieder beeindrucken mich Menschen, die auf verlorenen Posten kämpfen und plötzlich wieder zu alter Stärke zurückfinden, weil sie wieder sie selbst werden – und dem Nichts alles entgegen setzten, was sie wirklich ausmacht. Denn wo sie nichts mehr mutmaßen, müssen sie sich auch nicht mehr verstellen und werden über alle Maßen frei.

Und plötzlich siehst du wieder etwas von dem in ihren Augen durchblitzen, was sie mal ausmachte; etwas, das sie sich gerade zurückholen. Immer wenn sie zum letzten Schlag ausholen, der ein Verzweiflungsschlag sein mag, aber deshalb umso vernichtender.

Das Leben hatte ihn mit voller Härte erwischt. Doch er war nicht ausgewichen. Er war stehen geblieben. Mit all dem, für das er steht. Für all das, was ihn ausmacht. Oder ausmachte. Bevor er begonnen hatte, sich zurückdrängen zu lassen. Bevor er sich aufgab und nur noch tat, was man ihm eingab. Bis er sich selbst nicht mehr sah, als ich ihn längst aus den Augen verloren hatte.

Aber er hatte ein Kämpferherz und in all seinem Leiden noch immer diese Leidenschaft. Plötzlich habe er wieder zu kämpfen begonnen, wie er mir später berichtete. Nicht gegen, nur für etwas. Nicht gegen die Enttäuschung, die er erlebt hatte, sondern nur noch für sich selbst. Auf scheinbar verlorenem Posten.

Letzte Woche fand in eine Mail in meinem Postfach. Er schrieb, wie stark er sich gefühlt habe, ab dem Moment, in dem er sich selbst wiederfand. Irgendwo versteckt in all dem, was sie von ihm erwarteten, was sie aus ihm machten, was sie in ihm sahen. Doch plötzlich sah er nur noch sich und irgendwo darüber das, was er mal sein will.

Wo ein Wille ist, da ist immer ein Weg. Vor allem auf verlorenen Posten. Sobald wir verstehen, dass uns nichts weiter nach vorn bringt als das, was wir wirklich sind. All das, für das wir wirklich stehen unter den Dingen, die sie in uns sehen.

All eyes on you, buddy!

kurz-unterschrift11

Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

Antworten

Teil mir Deine Meinung mit. Ich freue mich über Feedback!