Tic Tac Toe - und Klappe die Zweite

La Trash: Kochen, Putzen, Vögeln – Stille

Veröffentlicht: Sonntag, 10. Juni 2012

Ich hatte heute einen fußballfreien Tag und habe alles getan, was man an fußballfreien Tagen eben so tut: kochen, putzen vögeln. Problem: Im Hintergrund lief meine iTunes-Playlist. Und was bei A wie ABBA begann, beendete mein Freund noch vor B wie Backstreet Boys. Wohlgemerkt, nachdem kochen, putzen und vögeln erledigt waren. Gute Strategie. Das nächste Mal bin ich schlauer. Immerhin waren Ace of Base, Andrew Lloyd Webber, Aqua und Atomic Kitten bereits durch.

Es ist schon ein Jammer mit meinem Musikgeschmack. Zumindest finden das die anderen. Ich überhaupt nicht. Zugegeben: Ich habe die „Best of Blümchen“ ab und zu vor wichtigen Dates versteckt. Auch die „Best of DJ Bobo“ und die „Best of Enya“. Aber nicht, weil ich mich schäme. Vielmehr weil ich unterstelle, dass es Menschen gibt, die vom Musikgeschmack anderer gleich auf deren Niveau, oder noch schlimmer, auf deren Intellekt schließen. Oder einfach gemein sind – wie alle meine Ex-Freunde. Mein zweiter Freund ging sogar soweit, dass ich Britney nur beim Putzen hören durfte – 2002, also zu einer Zeit, als Britney sogar noch richtig hip war.

Nachdem mein Freund sich, beziehungsweise mir, gerade beim Essen nach kochen, putzen vögeln meine Playlist verboten hatte, wollte ich ihn auf Liebesentzug setzten, bin allerdings eingebrochen, weil ich in liebesarmen Zeiten umso mehr Céline-Dion-Hits hören muss. Der einzige Ausweg: um Verständnis werben. Erster Schritt: Konfrontation.

Die peinlichste aller CDs

Ich fragte während des Schreibens also: „Sag mal, welche meiner CDS findest du am peinlichsten? Und sag’ jetzt nicht DJ Bobo, der kommt schon im Text vor.“

Ergebnis: Mein Freund stand fünf Minuten lachend vor meinen Ikea-CD-Regalen – zwischenzeitlich krümmte er sich kurz am Boden – und einigte sich mit seinem boshaften Hirn schließlich auf „Klappe, die Zweite“ von „Tic, Tac, Toe“.

Er: „Track sieben heiß Furz!“ (stirbt fast vor lachen, leider nur fast)

Ich sage: „Idiot!“ Und denke: „Track zehn hießt Bitte küss’ mich nicht, Idiot!

Was ihr daraus lernt: An Kunst scheiden sich die Geister.

Was er daraus lernt: Ich habe Atomic Kitten für ihn aufgegeben. Ich werde das zukünftig in jedem Streit als KO-Argument anbringen!

Was ich daraus lerne: Ich werde nie wieder selbstlos kochen, putzen und vögeln, ohne vorher einen Playlist-Deals zu meinen Gunsten ausgehandelt zu haben.

Was wir daraus lernen: An unserer Hochzeit wird es zwei DJs und zwei Floors geben. Und wenn er mir im Alltag Trash erlaubt, werde ich vielleicht mal für zehn Minuten auf seinem vorbeischauen.

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Let the music heal your soul,

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Kommentare

  1. Gepostet von Thomas am Dienstag, 12. Juni 2012

    göttlich. mal wieder nur göttlich

  2. Gepostet von Marc am Dienstag, 12. Juni 2012

    es musste ja mal einer sagen :)

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