Kisten

Schatz-Kisten

Veröffentlicht: Donnerstag, 14. Mai 2015

Es gibt Kisten, die kannst du nur verstehen, wenn du selbst drinsteckst. Von Kopf bis Fuß sozusagen, mindestens bis zum Hals – oder schlimmsten Fall Hals über Kopf. Denn hat der Kopf erst ausgesetzt, machen wir oft Sachen, die für andere nicht nachvollziehbar sind. Sind wir ehrlich, handelt es sich bei diesen Kisten, die, wenn überhaupt, nur wir selbst verstehen, meistens um Beziehungskisten.

Vor über zwei Jahren war er wie Kai aus der Kiste in mein Leben gekommen. An einem Sonntagnachmittag im März. Kein Scherz: Seitdem ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht unsterblich in ihn verliebt war. Eingeschlossen alle Tage, an denen ich ihn am liebsten umgebracht hätte. Oder wenigstens auf den Mond geschossen.

Aber so ist das, wenn du verschossen bis, mindestens bis über beide Ohren: Du schließt die Vernunft aus – und schießt dich damit gelegentlich ins Abseits. Weil deine Freunde irgendwann jenseits deiner Erwartungen stehen. Konkreter: nicht mehr hinter all deinen Entscheidungen.

Aber wie sollen sie dich auch verstehen, wenn sie nicht in dieser Kiste stecken, so wie Du: mit Haut und Haaren. Wenn sie nicht sehen, was du siehst, wenn sie nicht hören, was du hörst – vor allem, wenn sie nicht fühlen, was passiert, wenn keiner zusieht, und sie Welt scheinbar auf zwei Personen in einer Wohnung zusammenschrumpft?

Vielleicht muss nicht jeder immer alles verstehen. Nicht mal deine Freunde. Lediglich, dass es Kisten gibt, in denen mehr liegt als wahllos zusammengewürfelte Erinnerungsstücke an gescheiterte Beziehungskisten. Und so lange sie noch diesen Wert besitzen, werden wir sie immer verteidigen wie Schatz-Kisten.

Herz drum, fertig.

kurz-unterschrift11

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