RTL Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika

Wild Girls 01: Atombusen in Afrika – Ich liebe mein RTL!

Veröffentlicht: Donnerstag, 11. Juli 2013

Wenn Jungs sich am Bergfest gegen das Feierabendbier und bierernst für einen feierlichen Mädelsabend bei Muffins und Limo entscheiden, dann kann das nur einen Grund haben: Brüste. Viele heiße Brüste! Im Übrigen, um nach fünf Minuten festzustellen, dass der Moderator Herr Dingens der Heißeste im neuen RTL-Format „Wild Girls – auf High Heels durch Afrika“ ist.

Der Moderator heißt Andreas Jancke, trägt keine High Heels und hat in Serien wie „Verbotene Liebe“ mitgespielt. Nachdem sich diese Frage nun nicht mehr stellt, drängt sich beim Zuschauen eine zweite dringlich auf:

Wer sind all diese Frauen?

Fiona Erdmann, Conchita Wurst, Jordan Carver, Kader Loth, Sophia Wollersheim, Sarah Knappik, Moderator Andreas Jancke, Barbara Engel, Miriam Balzcerek, Senna Guemmour, Jinjin Harder, Sara Kulka und Ingrid Pavic Foto: RTL / Skowski/Gregorowius

Fiona Erdmann, Conchita Wurst, Jordan Carver, Kader Loth, Sophia Wollersheim, Sarah Knappik, Moderator Andreas Jancke, Barbara Engel, Miriam Balzcerek, Senna Guemmour, Jinjin Harder, Sara Kulka und Ingrid Pavic. Foto: RTL/Skowski/Gregorowius

Zum Glück stellt sich uns diese Frage, denn Vorabwissen bei RTL-Reality-Formaten lässt zumeist auf eine Existenz schließen, die zwangsläufig im RTL-Nachmittagsprogramm enden muss. Ausnahme: Meine Kollegin Nathalie, bei der ihr hier alles über die zwölf Kandidatinnen nachlesen könnt.

Seit die Feuilletons Bezüge zwischen dem Dschungelcamp und Kafka gefunden haben, gehört es allerdings zur bürgerlichen Bildung, hinzuschauen, wenn Hinz und Kunz über ihren eigenen Horizont blicken. Denn Sendungen wie „Wild Girls“ werfen neben dem „Was geht da los da rein?“ wirklich existenzielle Fragen auf. Wie diese:

Ist es nicht total sexistisch, Frauen wie Barbara Ex-Herzsprung auf ihren Brustumfang zu reduzieren?

Warum sind wir nicht fair und reduzieren sie auf ihren IQ? Wie mein Kumpel Dommster nach 30 Minuten errechnete, belaufe sich der kumulierte IQ der zwölf Kandidatinnen auf etwa 120 – was nur elf Zwölftel Wahrheit ist. Eigentlich blieb er zwischenzeitlich bei 117 stehen, da Sängerin Miriam Balcerek das Wüstencamp wegen fehlender Stempel im Pass schnell wieder verlassen musste.

117 also – für einen Atombusen nicht schlecht, für einen Sammel-IQ eher mäßig, möchte man meinen. Wir meinen: Reicht immerhin für tolles Trash-TV. Und da es bei „Wild Girls“ ganz streng genommen weniger um Brustschwimmen oder Bildung als um Bashen geht, reduzieren wir die Damen fairerweise auf ihren Unterhaltungswert. Was diesen betrifft, läuft „Wild Girls“ ganz klar auf einen Zweikampf hinaus:

Mit-H vs. Ohne-H
Bochum vs. Chemnitz
Rapperin vs. Pole-Dancerin
wasserstoffblondiert vs. blondiert
Vegetarierin vs. Fleischeslüsterin
Individuum vs. Ost-Original
Dingens vs. Kulka
Sarah vs. Sara
Knappik vs. …Who?

Daran können auch Conchita Wursts Damenbart und Kader Loths Kleinwüchsigkeit nichts ändern. Und Fiona Erdmanns weltverbesserischer Dauer-Smalltalk bringt außerhalb Grüner Parteitage ohnehin niemanden mehr zum Applaudieren. Dagegen ist sogar Ingrid Pavic’ Bemerkung, die afrikanischen Kinder seien so goldig, „die sehen aus wie ein Strich in der Landschaft“ noch fabelhaft.

Kurzzusammenfassung: Sarah Knappik bezeichnet sich als „die Angelina Jolie von Deutschland“. Denn sie sei abenteuerlustig und ein richtiger Adrenalin-Junkie. Umso erstaunlicher, dass sie das Schlachten der Ziege, „mit der ich gerade noch geredet habe“, durch die Hand der Stammesbewohner heulend abziehen lässt. Während sich Hardcore-Vegetarierin Knappik am Ende des ersten Tages mit müden Gliedern auf ihr roséfarbenes Kissen fallen lässt, verfällt die große Konkurrentin der Fleischeslust, redet ununterbrochen von Gliedern und lässt sich dann in die Krise fallen, bezeichnet sich als „unmoralisch“. Ist sie zu geil für das Camp?

Kernkonflikt: Eine Freundin einer Arbeitskollegin der besten Freundin (oder so) hat Sara gepetzt, dass Sarah schlecht über sie redet. „Die sagt, dass du sie nur kopierst!“ Und als es in der Holzhütte zum vorläufigen Showdown der gescheiterten Topmodels kommt, bietet das Gerüchte-Gemenge der Dinges die erneute Chance, ihr Lieblingswort zu sagen: „Individuum“. Denn das selbsternannte Original ist selbstbewusst genug, um die inszenierte Konkurrenz runter zu spielen. Und was sagt Sara: „Entweder wir werden uns hier die Köpfe einschlagen oder uns so lieben, dass es gar nicht mehr geht!“ Oder so.

RTL Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika

Ganz ehrlich, wir hoffen auf die Köpfe!

Was wir sonst noch gelernt haben: Viel Holz vor und in der der Hütt’n feit nicht gegen flache Unterhaltung.

Stay tuned,

kurz-unterschrift11

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Kommentare

  1. Gepostet von Vorstadtprinzessin am Donnerstag, 11. Juli 2013

    Ich muss ja gestehen, ich liebe die Sendung jetzt schon. Das ist einfach wie eine gute Comedy Show. Bisschen Popcorn dazu und ein Bierchen und der Abend ist gerettet.

    Hab es mir gestern mit einem Kumpel angesehen und wir haben uns kaputt gelacht.

  2. Gepostet von Brad am Donnerstag, 11. Juli 2013

    haha. das stimmt. by the way: i live your red hair! not joking!

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