Madeline Ashton - Screenshort aus "Der Tod steht ihr gut"/Universal Pictures

Respect Yourself

Veröffentlicht: Sonntag, 8. April 2012

Wer sich ärgert, sollte schreiben. Das beruhigt, besonders wenn er sich über Idioten ärgert. Deren Namen dispektierlich mit der Tastatur auf ein virtuelles Dokument zu hämmern, ist meistens angenehmer als ihnen mit spitzer Feder die Augen auszukratzen. Nebenbei kann man nämlich noch Fernsehen schauen. Zum Beispiel Filme mit Meryl Streep und Goldie Hawn. Denn jeder hat seine Madeline Ashton.

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Schreiben ist verinnerlichen

An alle, die nie eingesehen haben, warum wir im Fremdsprachenunterricht ein Vokabelheft führen sollten – heute verrate ich euch was: Schreiben dient der Affirmation und ist, spätestens seit häufiger mit der Tastatur als mit der Hand geschrieben wird, zur effektiven Holzhammermethode geworden. Je größer die Erregung, desto härter der Anschlag. Man kennt das aus anderen Lebensbereichen.

Damit hätten wir auch endlich mal den Anlass für einen nachhaltigen Text geklärt. Oder habt ihr geglaubt, dass die großen Werke der Weltliteratur lediglich aus einer musenhaften Laune heraus geschrieben wurden?

Beispiele aus dem großen Literaturkanon

Schiller kritisierte in „Die Räuber“ das Feudalsystem seiner Zeit. Jane Austen kompensierte mit romantischer Prosa quasi den eigenen Singlestatus. Und als Helen Fielding ihre „Bridget Jones’ Diary“-Kolumne im Independent begann, wollte sie Menschen wie Austen einfach ermutigen, sich nicht von der Tower Bridge zu stürzen.

Nebenbei griff Fielding auch noch den Konflikt zwischen Vernunft und Gefühl auf, den Schiller bei seinen Räubern im Sinn hatte. Was ich mit diesem Exkurs sagen will: Nichts wird ohne Anlass geschrieben – was irgendwie ein komisches Licht auf Charlotte Roche wirft. Whatever. Wer bereits in der glücklichen Situation ist, Texte für gute Noten nicht mehr zwangsweise überzuinterpretieren, kann seine Energie endlich vollends darauf verwenden, aus ihnen zu lernen.

Zum Beispiels aus diesem: Respect yourself!

Ruhe bewahren

Kurz und knackig gesagt: Wenn das Schreiben weniger Zeichen auf der Tastatur bereits so klingt, als würden das Safri Duo und der Little Drummer Boy mit der Energie einer ganzen Armee Duracell-Häschen zu Weihnachten auf einen Hohlkopf eindreschen, ist der Autor erstens sehr erregt und der Kopf des Hohlkopfs besonders hohl. Parapapapam! In diesem Momenten nimmt das Schreiben übrigens sowohl autotherapeutische, als auch gewaltpräventive Dimensionen an. Das aber wirklich nur am Rande.

Wichtiger: Lasst euch nicht alles bieten. Bevor ihr Hohlköpfe eindellt, gebt euch trotzdem lieber selbst ‘ne Ohrfeige mit der flachen Hand. Einzig für die Tatsache, dass ihr euch noch ärgert, während ihr bereits bei der Maniküre sitzen könntet. Oder beim Date mit Justin Timberlake.

Das heißt natürlich nicht, dass ihr euch nicht über neue Dates von alten Dates aufregen dürft. Aber denkt euch einfach: Wären die ein Roman, dann definit aus der Kategorie Schundliteratur.

Falls jetzt der Einwand kommt, dass auch Schundliteratur bestsellertauglich ist: Ihr habt ja Recht! Nur sind Bücher, die durch viele Hände wandern, quasi die Schlampen der internationalen Regale. Sorry, bunny.

Deshalb lieber zurück zur Regel: Respect yourself!

Was ich eigentlich aufschreiben wollte, war ein Sprichwort aus der Türkei: „Der Mund wird nicht süßer, indem er ‘Honig, Honig’ sagt.“

Aua, meine Backe tut weh,

mehr Schlampenliteratur – HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Coquette am Sonntag, 8. April 2012

    Meine Maxime steht bereits im ersten Satz, und aus Erfahrung kann ich sagen: Es wirkt!! Auch die autotherapeutischen und gewaltpräventiven Momente sind mir durchaus bekannt- danke, ich fühle mich verstanden ;-)

  2. Gepostet von Sebastian am Montag, 9. April 2012

    wenn du dich aufregst bist du am besten <3

  3. Gepostet von Milli am Montag, 9. April 2012

    :D

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