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Oops, I didn’t know I could talk about… SEX

Veröffentlicht: Donnerstag, 26. November 2015

Wir hatten uns eine Weile nicht gesehen und trotzdem wiedererkannt. Sofort, zumindest auf den ersten Blick. Während meiner auszuweichen versuchte, blieb seiner eindringlich. „Ein ehrliches Wort“, sagte er schließlich, „schließlich kenne ich dich so gut, beziehungsweise anders.“

Anders als in den letzten Tagen lächelte ich mich nicht charmant durch die Dinge, die ich nicht hören wollte, sondern war für einen kurzen Moment ganz bei mir. „Mir musst du das nicht sagen“, sagte ich, „aber ist es nicht so, dass wir unsere wahren Bedürfnisse in diesen Momenten nicht lieber zurückstellen, was meinst du?“ – „Du verstellst dich, dabei bist du genau so gut wie du bist“, kam die prompte Antwort, „genauso ist es.“

Es gibt wahre und es gibt falsche Momente im Leben. Lebendige und leblose. Lose Momente und solche mit Substanz. Substanzielle erlebst du immer dann, wenn du echt bist.

Bisweilen sind das nicht immer die leichtesten Momente, sicher aber die nachhaltigsten. Nachher wirst du nämlich immer wissen, ob jemand wirklich dich sieht, oder nur das, was er in dir sehen will, ob er weiter mit dir gehen will, oder nur bis hierhin.

In einer Welt, in der du ständig Bewertungen unterworfen bist, ist das Beste, was du werden kannst, du selbst. Selbst wenn das nicht immer das ist, was die Welt von dir sehen will.

Will sagen: Wenn du dich nicht dort siehst, wo dich andere sehen, wenn du dich nicht in der Ecke findest, in die dich andere stellen, dann komm raus aus deiner Ecke und box dich an den Punkt der Welt zurück, an dem du dich selbst erkennst – und nicht die anderen. An Tagen, an denen du vielleicht ein blaues Auge kassierst – dir selbst aber wieder ins Gesicht sehen kannst.

Kann sein, dass sich Menschen für dich schämen, denen du eigentlich gefallen willst; dass dich Menschen nicht verstehen, obwohl du dich bemühst, ihre Sprache zu sprechen; dass sie dich nur mögen, weil du dich möglichst verleugnest – in allem was du bist. Bis zum Punkt, an dem du verstehst: der Preis für diese Anerkennung ist unbezahlbar. Zahlen kannst du ihn nämlich nur, wenn du dich aufgibst.

Gib lieber die unwahren Momente auf, die noch weniger sind als wertlos, weil sie dich entwerten. Entweder, jemand mag dich, oder nicht. Nicht richtig ist aber, dich in eine Schublade stecken zu lassen, die dir zu klein ist, in Schuhe, die dir zu groß sind, oder eine Ecke, in der du dich schämen sollst – für das, was du bist, was dich ausmacht, oder woher du kommst.

„Komm“, sagte ich, „lass uns gehen. Dorthin, wo wir hingehören.“

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