Zum Public Viewing

Besser als der Porsche: Der schöne Sebastian

Veröffentlicht: Dienstag, 1. Juli 2014

Es gibt immer zwei Ansätze, einen Tag zu bewerten. Für die einen war der 30. Juni 2014 vor allem der Tag, an dem sich die deutsche Fußballnationalmannschaft maximal mit Mittelklasse ins Viertelfinale buxierte. Für mich war es definitiv der Tag, an dem man mich mit dem schönen Sebastian auf der Rückbank einer S-Klasse zum Public Viewing auf die Reeperbahn kutschierte. Den schönen Markus gab’s noch dazu!

Von wegen, billige Plätze. Die Rückbank kann reizvoll sein. Schon in der S-Klasse.


Es muss ja nicht immer gleich der Porsche sein. Für den schönen Schein reicht der schöne Sebastian allein – dachte ich mir, während sich die Tür des Porsches mit den Schnelleren vor mir schloss und der erste Wagen mit Karacho Richtung Kiez schoss. Ich kam nicht umhin mich zu fragen: Sind wir nicht ein wenig zu schnell für eine Lustfahrt?

Es gibt Dinge, die man mit so mit seinen Freunden macht. Zum Beispiel lustige. Als das Angebot des Limousinen-Unternehmens Blacklane kam, mich mit Freunden zu einem Event zu fahren, war klar, dass dieses Event nicht Fashion Week, sondern Fußball heißen würde.

Denn wenn ich Pussys mit Prada-Bags sehen möchte, kann ich auch einfach durch Blankenese biken. Vor allem, weil heute jeder Prolet mit dem Benz-Shuttle zum Fashion-Week-Zelt fährt. Aber wer kann, der kann – zum Beispiel mit zwei heißen Wagen und sechs seiner heißesten Buddys zum Heiligengeistfeld fahren. Um mit richtigen Proleten zu feiern. Und um zwischendurch Schnitzel essen zu gehen.Check!

Ihr checkt schon, worauf ich hinaus will: Es gibt immer zwei Ansätze, ein Event zu definieren. Für die einen ist ein Event vor allem die Fahrt mit dem Porsche, für die anderen ist es zuvorderst die Fahrt neben dem schönen Sebastian. Allgemeiner gesagt: Gelegentlich müssen wir uns zwischen dem prätentiösen Rahmen und der prickelnden Gesellschaft entscheiden. Um diese nicht immer nur am schönen Sebastian festzumachen, folgende Feststellung:

Es kann tatsächlich ein Event sein, mit Handtaschen-Trägern Smalltalk bei Fusion-Fingerfood zu betreiben. Das bessere ist ohne Frage, mit deinen Freunden vor dem Ohnsorg-Theater zu fusionieren, auf den Kiez zu kurzen und Schnitzel mit Pommes essen zu gehen. Vor dem Spiel. Dann gemeinsam zur letzten U-Bahn zu rennen. Nach der Verlängerung. Irgendwann nach Mitternacht, wenn der Aschenputtel-Effekt aufgebraucht ist – und sich die Traumwagen wieder in Jobtickets für den Nahverkehr verwandelt haben.


Das Schönste liegt dann trotzdem noch so nahe: Es gibt Dinge, die nach Mitternacht noch immer so wahr, so schön und so gut sind wie am Abend zuvor: Zum Beispiel die Freunde aus deiner liebsten WhatsApp-Gruppe – und der schöne Sebastian. Zumindest wenn ihr euch für das richtige Event entschieden habt.

Und sonst so? Gewonnen ist gewonnen. Schließlich wird man auch mit ner fünf in Sport versetzt. Check!

Stay fashionable,

kurz-unterschrift11

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