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Chill’ ma: Warum ich wieder Sex in Hotels habe

Veröffentlicht: Dienstag, 15. November 2016

Ich hatte sechs Jahre lang keinen Sex mehr in einem Hotel. Genauer gesagt, seit ich den Hilton-Boy mit dem Hammerhintern nicht mehr date. Das hat einen guten Grund. Beziehungsweise drei.

Erstens: Südländisch anmutende Menschen, die sich nach 22 Uhr unauffällig auffällig vom Eingang vorbei an der Rezeption zum Aufzug bewegen, werden zwangsläufig für Nutten gehalten – auch von mir.

Zweitens: Menschen, die nach 22 Uhr irgendwelche Jungs in Jogginghosen in der Lobby abholen, werden zwangsläufig für bedürftige Business-People gehalten. Oder eben Schlampen – auch von mir.

Drittens: Auch Menschen, die 22-Jährige einst unverhohlen gefragt hätten, ob sie Bock hätten, zum Vögeln ins Hotel zu kommen, kommen irgendwann in das Alter, in dem sie sich schlecht dafür fühlen – auch ich.

Also hatte ich sechs Jahre lang keinen Sex im Hotel. Schade eigentlich, dachte ich, als ich zum zweiten Mal im Düsseldorfer „me and all“-Hotel eingecheckt hatte, während ich im elften Stock bei zwei, drei, vier Drinks und leckeren Burgern die Düsseldorfer Jungs auf einer Dating-App checkte und dabei verträumt bis lüstern über die Dächer der Stadt schaute.

me_and_all_duesseldorf_restaurant

Mir war schon nach einem kleinen Spaziergang Richtung Kö klar gewesen, dass die Typen in Düsseldorf heißer sind als man es in einer Spießer-Stadt vermutete. Und das Hotel bot einfach die idealen Voraussetzungen für eine Nacht, die zumindest Gesprächsstoff für einen Kaffee und zwei Zigaretten mit Lasse bot:

#selfie

Ein von Maryanto Fischer (@maryanto_fischer) gepostetes Foto am

 

Große, bespringbare Betten, in denen zumindest der untere Teil einer Missionarsstellung direkt in einen japanischen Kirschblütenwald schaut;

das riesige Bad, das dir beim Duschen den Eindruck vermittelt, mitten in einem Bambuswand zu stehen, außer du bist mit Kopf und Händen gegen die linke Wand gelehnt; die asiatische Winkekatze, die dir mit jeder Bewegung ihrer Hand sagen will, dass alles, was theoretisch passieren könnte, gegen sämtliche japanische Vorlieben einfach furchtbar normal ist.

 

#home is where your #nike #sneakers are #airmax #niketn #jordan #airjordan

 

Ein von Maryanto Fischer (@maryanto_fischer) gepostetes Foto am


Trotzdem war ich hin und hergerissen, und beschloss bei einer Folge „Secret Diary of a Call Girl“ noch einmal darüber nachzudenken, ob ich meine Libido nach drei Tagen Köln nicht einfach mal in Alkohol ertränken könnte. Ich wollte gerade meinen Laptop hochfahren als mein Blick auf die Fernbedienung des Fernsehers fiel: „Netflixandchill“, dachte ich grinsend. Das ist modern und nicht billig.

Ich kann nicht wirklich behaupten, viel von der Serie mitbekommen zu haben, allerdings hatte ich den perfekten Weg gefunden, um Sex und Hotel mit meinen Vorstellungen davon zu vereinbaren, was die Menschen an der Rezeption über mich denken könnten. Denn in einem Hotel, dass Begegnungen zwischen Millennials ermöglichen, und ihre Grundbedürfnisse befriedigen will, ist doch klar, warum sich Typen nach 22 Uhr in der Lobby treffen: Für einen Netflix-and-Chill-Abend, natürlich. Mache ich mit Andi manchmal drei Tage hintereinander. Mit Burgern und Drinks versteht sich.

Ja, ich habe also wieder Sex in Hotels. Zumindest in Düsseldorf. Was soll ich dazu sagen: Wär ich doch in Düsseldorf geblieben…

Ich meine ja, wenn schon ohne Stil reisen, dann definitiv in stilvollem Ambiente.

Netflixandchill,

kurz-unterschrift11

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