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Fashion Week meets MBrilliant und Micaela Schäfer: das Sein im Schein

Veröffentlicht: Sonntag, 19. Januar 2014

Es ist diese seltsame Mischung aus Kunst und Künstlichkeit, aus Attraktion und Abseitigem, die sich beim Betreten der alten Kirche einstellt. Denn die Show beginnt vor der Show. Am roten Teppich. Mit Micaela Schäfer, Kader Loth und Georgina Fleur. Mit drei muskelbepackten Jünglingen, die den Gästen die Wintermäntel abnehmen, bevor sie sich für das Foto mit dem Designer in Szene setzen.

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MBrilliant-Designer Matthias Maus mit Micaela Schäfer

Matthias Maus lächelt. Irgendwo unter seinen hochtoupierten Haaren. Es ist sein großer Abend – wie für alle Designer, die sich in irgendeiner Form an der Berliner Modewoche beteiligen. Der Berlin Fashion Week, wie sie auch heißt. Oder einfach #mbfwb bzw. #mbbfw. Wie auch immer.

Unter der Frisur, dem Glamour und Glitzer, steckt ein Mann, der vor allem sein Handwerk gelernt hat, der im Gespräch viel ernsthafter wirkt als es der Flair dieser Nacht vermuten lässt. Als Chefdesigner von Ella Singh schneiderte Maus für Stars mit internationaler Ausstrahlung. Dann hat er sich selbstständig gemacht – und mit seinem Label MBrilliant neu zu beginnen.

Glamour ja, aber anders: abgefahrener, überraschender. Stets mit einem augenzwinkernden Verweis zur Clubkultur. Sicherlich auch zur Trashkultur. Und immer an den Grenzen zwischen Pret-â-porter, Haute Couture und dem, was die Massen wirklich wollen. Und irgendwie sind seine Gäste stellvertretend für diese Gratwanderungen.

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Die Shows von Matthias Maus üben eine Anziehungskraft auf sie aus. Auf all die Paradiesvögel. Die Schönen, vor allem die schrillen. Die Bunten, die Burlesken und irgendwie auch die Bohemiens. Auf alle, die sich irgendwie dafür halten.

Er gibt ihnen Futter zum Tragen und zum Reden. Vor ein paar Jahren mit seinen Hüftcolliers, die das männliche Glied in einer Art Mini-Installation kunstvoll in Szene setzten, 2013 mit dem Kleid, dass er Cascada für ihren Auftritt beim Eurovision Song Contest entwarf. Gleichfalls mit seinen Red-Carpet-Bildern, die ihn immer wieder im Kreis umstrittener Fernsehpersönlichkeiten zeigen. Die ihn effektvoll zeigen.

Julian F.M. Stöckel hat es diesmal nicht geschafft. Während die Models sich in schicken Abendgarderoben und frecher Clubwear auf dem Laufsteg tummeln, sitzt er bereits im Flieger nach Australien. Ziel: das RTL-Dschungelcamp, wo ihn die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwig später als „einzigen Publikumskandidaten“ bezeichnen werden. Er wird diese Spitze mit Leichtigkeit und Selbstironie nehmen. So wie Matthias Maus diesen Abend. Grundsympathisch.

Die MBrilliant-Show ist weniger auf Exklusivität getrimmt wie die Veranstaltungen im offiziellen Fashion-Week-Zelt am Brandenburger Tor. Dafür ist sie weniger steril. Weniger blutleer. Sie wirkt echter, ehrlicher – wenn ein Jüngling über den Köpfen des Publikums aufführt, was in der Einladung als „Boylesque-Tanz“ angekündigt wird. In Momenten der Clownerie und des gestylten Wahnsinns. Wie auch immer.

Georgina Fleur bei Matthias Maus

Georgina Fleur bei Matthias Maus

Es ist die Kunst, sich nie völlig ernst nehmen, die fasziniert. In jedem Outfit, in jeder Geste. Ja, es gibt ihn, den Unterschied zum Zelt: Am Brandenburger Tor sitzen deutsche Soap-Stars in der Frontrow, in dieser Kirche deutsche Casting-Stars. Draufgeschissen. Schaulustige sitzen überall, Blogger ebenfalls, auch Exoten: die legitimierten Sachkundigen.

Berlin ist nicht Paris, muss es auch nicht sein. Matthias Maus zumindest nimmt Berlin einfach wie es eben ist: Er lässt den Schein unter dem Sein durchschimmern. Und ja, ich habe lange nicht mehr so gefeiert, die Luft mit Leuten zu teilen wie Micaela Schäfer, Kader Loth und Georgina Fleur. Das ist ehrlich. So ehrlich und geil wie der ganze Abend.

Stay fashionable,

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Kommentare

  1. Gepostet von Martin am Sonntag, 19. Januar 2014

    Die geballte C und D Prominenz :) Konnte leider nicht da sein aufgrund des Zelt-Stress

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