unsterblich

Status: Maximal Unsterblich

Veröffentlicht: Samstag, 25. Oktober 2014

Wenn sich Menschen wie ich trennen, dann nie ohne Tränen und Drama. Nie unbemerkt, ob nun bewusst oder unbewusst. Denn das Understatement zählt nicht zu den Dingen, die wir wirklich gut können. Weil wir immer ein Statement abgeben müssen. Manchmal, um jemanden zu verletzen, meistens aber um jemandem zu sagen, wie sehr wir ihn schätzen.

Zum Beispiel, wenn wir lieben. Denn wir lieben mit voller Leidenschaft und Leidensbereitschaft gleichermaßen, meistens über die Maßen und manchmal masochistisch. Und mindestens zwischen den Zeilen passiert dann alles, was wir tun, für die Liebe. Bis die Menschen, die wir lieben, nicht nur in jedem Herzschlag sind, den wir abgeben, sondern auch in den Farben eines Bildes, in den Tönen einer Melodie oder in jeder Zeile eines Textes – ganz offensichtlich. Gerade wenn Liebe und Leiden aufeinandertreffen.

 

Ich glaube, dass sie in genau diesen Momenten entstanden sind, die großen Portraits, die großen Balladen und die großen Geschichten, die Menschen so sehr einnehmen, wie ihre Macher einst von jemandem eingenommen waren. Jemand, der sie derart bewegt haben muss, dass sie nachts noch einmal aufstanden, um ein Statement abzugeben. Über das einzige Ding, das für Menschen wie uns wirklich zählt: die Liebe. So wie ich an diesem Samstagabend noch einmal aufgestanden bin, um über dich zu schreiben.

Die Samstagabende waren eigentlich immer unsere Abende. Über so viele Monate. Zumeist hatte ich samstagabends die Hände höchstens auf der Tastatur, um die Playlist zu wechseln. Von Bromance zu Romance und wieder zurück. Gerade bin ich zumindest wieder zurück in der Realität. So sehr ich das eben sein kann, nachdem ich dir gestern gesagt habe, dass kein Abend vergangen sei, an dem ich nicht an dich gedacht habe.

Ich denke, dass das passende Abschiedsworte waren. Worte mit Statement. Als ich ich vorhin der Meinung war, dir mitteilen zu müssen, dass ich dich trotzdem vermisse, habe ich das lieber Sebastian geschrieben. Nur, um mich morgen nicht wieder für SMS von gestern Nacht schämen zu müssen. Gerade muss ich mich wirklich sehr beherrschen, dich nicht anzurufen. Um dieses Bedürfnis wenigstens leicht abzustufen, schreibe ich lieber diesen Text über die Liebe. Über das Einzige, was für mich wirklich zählt – nicht nur samstagabends: du.

Eine Freundin schickte mir vor ein paar Wochen ein Visual Statement mit folgendem Text: „If a writer falls in love with you, you can never die.“ Und das stimmt. Weil du in jeder Zeile steckst, die ich schreibe. Wie jetzt. In diesem Moment. Manchmal unbewusst, meistens ganz bewusst. Weil das meine Art ist, dir zu sagen, wie sehr ich dich schätze. Trotzdem habe ich mir gestern gewünscht, dich aus dem Text zu löschen, aus meinem Hirn, vor allem aus meinem Herz.

Ich habe es letztendlich nicht übers Herz gebracht, meine Lektorin anzurufen, um die Widmung in meinem Buch ändern zu lassen. Weil das nicht ehrlich gewesen wäre. Weil dein Name in den Prolog gehört. Weil du der bist, der mich die ganzen Monate nach vorne gebracht hat. Manchmal bewusst, meistens unbewusst. Und weil das alles echt ist.

 

Wenn sich ein Schreiber in dich verliebt, dann bist du wirklich unsterblich – zumindest bis er deine Rolle aus dem Manuskript streicht. Ich habe mir das fest vorgenommen, und bereits wieder verworfen. Denn wenn Menschen wie ich sich nachts an den Schreibtisch setzen, dann entsteht dabei immer etwas Echtes. Und spätestens, wenn wir uns mit Worten ausmalen, wie schön die Welt sein könnte, dann finden Menschen wie du wieder Eingang in jede Zeile, in jedes Wort, in jedes Statement. Manchmal verdient, meistens unverdient – aber immer verdammt deutlich.

Wenn ich ehrlich bin, wünsche ich mir, dass du irgendwann auch wieder Eingang in meine Samstagabende finden wirst. Im perfekten Moment. Weil das hier nicht nur so ein Effekt ist. Weil es echt ist. Maximal.

Und so beende ich diesen Text, wie ich noch nie einen auf diesem Blog beendet habe:

Ich liebe dich,

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