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Geh mit dem Arsch aus der Sonne, Mariah!

Veröffentlicht: Freitag, 23. Mai 2014

Allein sein Album „Me, I am Mariah – The Elusive Chanteuse“ zu nennen, grenzt von der Art Narzissmus, den wir eigentlich nur von Karl Lagerfeld oder eben Mariah Carey kennen. Und auf dem Platten-Cover treibt Photoshop ihren Ego-Wahn weiter auf die Spitze: Dank derbst in die Länge gezogener Beine verdunkelt die Carey uns jetzt auch noch die Sonne!

Wer Freunde hat, die ihre Mariah-Carey-Phase selbst nach dem fatalen Fail-Film „Glitter“ nicht überwunden haben, hat eigentlich immer irgendetwas zu lachen. Ich hab solche Freunde – sonst wäre mir irgendwie auch völlig entgangen, dass die Carey heute ihre neue Pladde veröffentlicht. Ich wollte reinhören, ließ mich aber vor allem vom Cover verstören.

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Tatsächlich hat sich Mariah die Beine bis in den Himmel ziehen lassen, was in ihrem Fall eigentlich die normale Härte ist. Härter dagegen, dass ihr Hintern den Blick auf die Sonne verdeckt – was mir fast nicht aufgefallen wäre, weil sich mein Blick gar nicht mehr von den aufgeblähten Brüsten lösen konnte.

Irgendwie hatte ich beim Betrachten des Bildes das Gefühl, dass irgendwo im Hintergrund Whitney Houston gerade ihren zweiten Tod stirbt. Nicht in der Wanne, sondern auf einer Wolke. Vor lauter Lachen.

Musikalisch gesehen, geht die ehemals größte Cahnteuse dieses Musikplaneten den sicheren amerikanischen Weg. Sie hat sich Leute wie Nas (yo!), Mary J. Blige (yay!) und R. Kelly (jetzt ernst?) ins Studio geholt. Sie hat den typischen Mix aus souligen Mid-Tempo-Nummern, Schmachtliedern sowie funkigen Popsongs aufgefahren und die Oktaven-Stimme ausgefahren. Was hätte Beyoncé getan?

Entstanden ist so etwas wie ein solides R’n’B-Album, das ihre noch immer sensationellen Sangeskunst unterstreicht, wobei „Nummer sicher“ eben nicht reicht, um an die alten Ausnahme-Alben anzuschließen: Music Box, Daydream oder auch das letzte große Werk, The Emancipation of Mimi.

Zwischen den Standards sticht auf „Me, I am Mariah“ die XXL-Ballade „One more try“ heraus – und Track Nummer 6 ins Auge. Der heißt nämlich „Make it look good“. Damit wären wir irgendwie wieder beim Album-Cover angekommen.

Ach, Mariah…

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