Luxus in der Krise

Luxusprobleme: Wie schaffe ich es durch die Krise?

Veröffentlicht: Sonntag, 9. Oktober 2011

Adrian schreibt: Völlig durchgeschwitzt schrecke ich auf, ich sehe aus dem Fenster, es regnet – mal wieder. Wie spät ist es? Ach Gott, erst 10 Uhr. Der Tag ist ja noch jung.
Ich habe schlecht geträumt, von der Finanzkrise, der Bankenkrise, der Wirtschaftskrise, der Eurokrise, der globalen Erwärmung und der Hungersnot. Mit erschrecken stelle ich fest, die Krise ist hier! Vielleicht träume ich ja noch? Ein beklemmendes Gefühl steigt in mir hoch – wie rette ich die Millionen?

Geht es mir bald wie Frau Schickedanz? Muss ich dann beim Discounter einkaufen? Oder gar betteln gehen wie Frau Schäffler? Auf diesen Schreck erstmal ein Gläschen Schampus, wer weiß wie lange er noch fließt!
Nachdem ich mich etwas beruhigt habe, gönne ich mir ein Tässchen Kopi Luwak, ein Scheiß-Kaffee, aber wenigstens scheiße teuer! Ich nehme mir die Tageszeitung und lümmel mich auf die Couch. Ich schnappe mir mein iPad, wer mag schon nach dem Aufstehen erst an den Briefkasten eilen um dann zu lesen was gestern passiert ist? Selbst eine handgebügelte Zeitung macht den Inhalt nicht aktueller.

Es ist tatsächlich Krise, immernoch, oder schon wieder? Und schon sind sie wieder da, die Probleme! Die Märkte sind nervös, die Aktien im Keller, eine Hiobsbotschaft jagt die nächste. Wenn das so weitergeht sind sie fort, die Millionen! Ich muss retten, was zu retten ist. Alles in die Schweiz denke ich. Ach, nein, da war ja was. Die Kavallerie steht ja schon bereit. Vielleicht gleich nach Singapur mit den Millionen? Aber was dann? Die Krise ist doch überall. Vielleicht zum Steuern sparen, schliesslich kann nur der Steuern sparen, der Geld verdient. Aber auch das rettet die Millionen nicht.
Steuern sparen ist ein Luxusproblem, genau wie Geld anlegen! In Zeiten der Krise hilft also nur eins: Geld ausgeben!! Die Kohle muss raus, wir tragen schliesslich alle Konsumverantwortung.

Die Wirtschaft wächst doch eh viel zu langsam. Und das in einem Land, welches sich Frauenbeauftragte leistet und in dem Haustiere eine bessere medizinische Versorgung erfahren als Menschen in so manchem Schwellenland. Es geht uns schlecht, und mir natürlich ganz besonders!

Wie kann man sein Geld also besser anlegen als in Mobilität? Cabrio, SUV oder Limousine – das ist hier die Frage! Zumindest eine von vielen Fragen
auf dem aspaltierten Entscheidungspfad. Um die Entscheidung zu erleichtern, streichen wir das “oder” und gehen ins Detail. Maybach oder Rolls Royce?
Schön ist zwar was anderes aber ein Immobilienfonds ist noch weniger sexy. Und wenn das Geld für die Versicherung nicht reicht, kann man so einen Maybach auch bequem selbst reparieren. Wie das geht sieht man hier…

Aber was ist mit der Ölkrise? Und dem Umweltgewissen? Man muss ja auch an die zukünftige Generation denken! Irgendwie müssen sich Konsumverantwortung und Umweltbewusstsein doch vereinbaren lassen! Es ist doch ganz leicht denke ich. Die Lösung bietet Rolls Royce: den Phantom EE.
Diese spritsparende Elektro-Limousine schont zum einen die Umwelt und rettet das Geld vor der drohenden Inflation! Der Maybach ist vom Tisch. Für längere Strecken und den Ski-Urlaub gibt es Hybrid-SUVs. Noch ein Problem gelöst. Aber was ist mit der Fahrt ins Grüne? Also muss doch noch ein Cabrio her. Zum Glück gibt es auch da eine solidarische Lösung: den Tesla Roadster. Von Null auf Hundert in unter vier Sekunden und das alles ohne CO2-Ausstoß. Das mobile Trio ist perfekt. Die Ölkrise und Klimakatastrophe kann kommen, ich bin bereit!

Was aber tun, wenn die Garage voll ist und das Konto noch immer nicht leer? Die Probleme werden einfach nicht weniger! Hilfe muss her. Wer kennt sich wohl am besten mit Geldausgeben aus? Na klar, die Frau an sich. Ob man sich in Shopping-Fragen vertrauensvoll an die lokale Frauenbeauftragte wenden kann, bezweifle ich jedoch. Die eigene Frau bringt Mann da doch schneller ans Ziel. Neben dem Schuh-, Handtaschen- und Couture-Abonnement kann sie auch beratend in der Frage nach der Wagenfarbe auftreten. Bekanntermaßen kann der Rolls ja bei fehlendem Stilbewusstsein einfach in der Nagellackfarbe der Angetrauten geordert werden. Als ob sie nur eine Farbe besäße…
Darüber hinaus lässt sich für die Dame auch jeder erdenkliche Alltagsgegenstand vergolden und mit allerlei Glitzersteinchen besetzen. Überhaupt findet sich für Gold stets eine Verwendung – vor allem in Anbetracht des aktuellen Goldpreises. Männer mögen Autos und Diamonds are the Girls’ best friends. Besonders kreativ erweisen sich bei Gold und Glitzerfragen die Modelle aus Osteuropa. Lothar Matthäus fährt schon länger erfolgreich auf dieser Schiene. Geld ausgeben kann man delegieren!
Wer aber nur eine einheimische Frau daheimsitzen hat, sollte über die Anschaffung einer Zweitfrau nachdenken! Dies hat vor allem den Vorteil, dass es im Zuge der unausweichlichen Scheidung mit der Erstfrau zur sofortigen Halbierung des Vermögens kommt, ganz ohne Einkaufsstress. Fragen Sie dazu einfach Mick Jagger. Auch Paul McCartney spart sich gerne den Ehevertrag und sorgt somit für mehr Konsumverantwortung verteilt über mehrere Schultern. Frauen wissen in solchen Sachen einfach besser bescheid!

Mir persönlich wäre das jedoch zu stressig. Schneller und besser geht das doch, genau, mit einer Yacht! Genauso schön, genauso teuer im Unterhalt aber man kann sie nehmen wann immer man will! Und man kann sie wieder verkaufen! Vor allem liegt sie weit weg im Hafen. Man muss nur vorsichtig sein: ist die Yacht zu protzig, kann es sein, dass man wie Abramowitsch in Antibes auf offener See ankern muss. Schade – dann wird man beim Schampusschlürfen gar nicht gesehen.

Ach, wie man es auch anstellt, man hat nur Probleme! Geld ausgeben ist auch nur Stress. Aber kein Geld mehr haben macht schließlich auch nicht glücklich!
Ich erinnere mich an ein Zitat eines befreundeten Unternehmers:

“Never have a Third car, a Second wife or a First boat!”

Recht hat er, denke ich mir. Schließlich ist Krise.

Ich drehe mich nochmal um und schlafe zufrieden wieder ein.

Schönes Wochenende!
Euer Adrian

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