Kylie_vs_Madonna - Der Live-DVD-Check

Kylie vs. Madonna: Christians Live-Check

Veröffentlicht: Sonntag, 27. November 2011

Es gab Jahre, da trug Madonna Shirts mit der Aufschrift „Kylie“, und die Australierin wurde ihrerseits nicht müde zu betonen, wie sehr sie die Queen of Pop bewundere. Seit Madonna aber Kylie bei der letzten Tour die Choreographen ausspannte, ist Schluss mit dem Frieden am Pop-Thron. Zeit also für ein Celebrity Death Match. Und wer würde sich besser als Ansager eignen als Musikexperte Christian? Hier passend zur Veröffentlichung von Kylies neuer Live-DVD DER Ikonen-Battle überhaupt. Einer, der älter ist als Gaga vs. Britney oder Britney gegen X-Tina. You know I love Christian – because he’s such a good writer (and looks like Prinz Harry)!

Ich maße mir selten etwas an – Understatement ist das, was mich durchs Leben bringt … es sei denn, es geht um Musik und Musikgeschmack. Da komme ich schnell mit der Behauptung um die Ecke, ich hätte davon den Besten. Über einem Glas Rotwein, mit meinem Jutebeutel über der Schulter, referiere ich dann, dass ich ‘Radio fm4‘ aus Wien höre. Und, dass die Erzeugnisse französischer Elektro-Labels wie Ed Banger und Kitsuné den Grundstock meiner umfassenden Musikbibliothek bilden … Ich muss damit leben, dass mir von all den Rihanna-, David-Guetta- und Cascada-Fans Unverständnis entgegenschlägt.

Die höheren Niederungen des Pop

Es gibt aber ein paar Acts, für die ich doch in die Niederungen des Pop hinabsteige: Zum Beispiel Kylie Minogue und Madonna. Kylie veröffentlicht dieser Tage ein Box-Set zu ihrer letzten Konzerttournee ‘Aphrodite – Les Folies’ – Madonna wird 2012 wieder auf Tour gehen. Grund genug für mich, einen „Live“-Clash zwischen der Queen und der Princess of Pop zu inszenieren. Basis: Meine letzten Konzertbesuche bei Madonna (September 2008) und Kylie (März 2011). Möge die Bessere gewinnen!

Der Kostenfaktor
Hin und wieder schocke ich gerne mal mit folgender Feststellung: Um Madonna vor drei Jahren in Frankfurt zu sehen, habe ich stolze 203 Euro über den Tickettresen geschoben. Das war es mir wert. Ein tiefes, inneres Bedürfniss dieser Frau (für zugegeben zuviel Geld) zwei Stunden bei der Ausübung ihres Fitnessprogramms zu zuschauen, wurde endlich gestillt. Ich rede mir außerdem noch heute ein, dass ich mit meinem Unkostenbeitrag dafür gesorgt habe, Lourdes neue Einlagen für ihre Burberry-Stiefel zu finanzieren. Was bleibt ist die Erkenntnis: Für einmal Madonna, kann man 2,7-mal Kylie sehen.

Vorteil: Kylie 

Der Showfaktor 

… ist bei beiden extrem hoch. Gigantischer geht’s in der Branche nicht. Kosten spielen scheinbar keine Rolle. Was sich die Production Designer ausdenken, wird gnadenlos umgesetzt. Die Bühne bei Madonnas letzter ‘Sticky & Sweet’-Tour war ein einziger, riesiger, in sich flexibler LED-Screen. Für Kylies ‘Aphrodite – Les Folies’ wurden zum Beispiel gegen Ende jeder Show 40.000 Liter Wasser in die Springbrunnen auf der Bühne gepumpt – während sie im züchtigen Bademeisterinnen-Outfit ‘On a Night like this’ und ‘All the Lovers’ gesungen hat. Las Vegas-tauglich sind beide. Kylie hat, der Ästehtik ihrer Show geschuldet, den größeren Gay-Faktor – der Stoffverbrauch für die Kostüme ihrer Tänzer hält sich in Grenzen. Bei Madonna ist vieles glatter, damit durchgestylter und noch massentauglicher. Wer von beiden die bessere Show abliefert, bleibt letztlich Geschmackssache.

Deshalb: unentschieden

Der Fanfaktor

Kylie interagiert, trotz perfekt durchinszenierter Show, mit ihrem Publikum und versichert ihm non-stop „I love you“ (manchmal auch einmal zuviel). Da wird schon mal ein Fan auf die Bühne geholt, der sie spontan knutschen darf – Kylie versteht einiges von Kundenbindung.

Ganz anders Madonna. Ich fragte mich nach dem letzten Konzert, weshalb die 35.000 anderen Konzertbesucher und ich, von ihr mehrmals als Motherfuckers beschimpft wurden, und vor allem wieso wir das alle ohne Gegenwehr hingenommen haben. Außerdem schien sie sehr unzufrieden mit der Gesamtsituation. So hieß es zum Beispiel: „I can’t hear you!“, während sich die Masse die Seele aus dem Leib brüllte. Madonna darf man – für viel Geld – nur konsumieren. Bei Kylie ist man irgendwie mehr Teil der Show.

Vorteil: Kylie

Der Live-Faktor

… schnell geklärt: Madonna stinkt ab. Es ist alt-bekannt, dass sie sich während ihrer Shows durchs Halbplayback hangelt. Was erschreckenderweise vor allem dann auffällt, wenn sie ihre ‘Motherfucker’-Ansagen ins Mikro gröllt und die Stimme so ganz anders klingt, als während der Gesangsparts. Kylie dagegen macht in jeder Show ein ‘Wünsch-dir-was“, ist sich für ein Acapella nicht zu schade und beweißt damit, dass sie auf keinen Gesang aus der Konserve angewiesen ist.

Vorteil Kylie

Das Fazit

Kylie rulez … zumindest den Kriterien nach, die ich angelegt habe. Ob ich richtig liege, darf hier auf jeden Fall diskutiert und kommentiert werden. Spannend wird es auf jeden Fall, wenn Maddy 2012 wieder los zieht … vielleicht entscheidet sie den nächsten Live-Clash für sich.

Euer Christian

Mehr von Christian:

Model Mario Galla im Portrait – HIER!

Christian über Gagas “Born this way” Platte – HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Brad am Sonntag, 27. November 2011

    Glad you’re back!

  2. Gepostet von Seb am Sonntag, 27. November 2011

    i-jemand musste es mal sagen! DANKE!

  3. Gepostet von Brad am Sonntag, 27. November 2011

    Geil ist auch “FSK O” wenn ne Madonna DVD daneben steht :)

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