kueche vorschau

Sinn und Sinnlichkeit: Ain’t no party like a Küchen-Party

Veröffentlicht: Freitag, 30. August 2013

Frustriert mit langweiligen Leuten, ‘nem lästigen Lover und ‘ner laschen Lasagne am Wohnzimmertisch? Dann hast du wohl ‘ne Sektflasche, aber keiner darf trinken. Und ‘nen King, aber keiner will winken. Und ‘ne Küche, aber keiner kann kochen. Dann hast du außerdem die einmalig charmante Chance, gleich drei Probleme auf einmal loszuwerden.

Lösung: Schmeiß’ die Flaschen und die Flasche raus, behalt’ den Sekt und gib ‘ne Party… ‘Ne coole Party. ‘Ne Küchenparty! Und plötzlich gibt der Sekt wieder Sinnlichkeit, das Leben wieder Single-Perspektive und die Küche wieder Sinn. Denn jeder liebt coole Küchenpartys. Aber warum?

kitchen party - kuechenparty

Es gibt Dinge, die ich mich heimlich frage. Immer wieder. Zum Beispiel, was Miley Cyrus will, wieso alle mit Miley Cyrus wollen und warum die besten Partys immer in der Küche stattfinden. Weil „am Kühlschrank hängt, zum Kühlschrank drängt“ – doch alles? Das wäre zu einfach!

Es muss noch andere Erklärungen für dieses Phänomen geben als eiskalte Sekt-Sucht oder Häppchen-Hunger am kalten Buffet. Eine sozialpsychologische. Tatsache ist, dass die coolsten Partys irgendwann in der Küche enden. Außer bei Miley, die es offensichtlich heißer mag. Da enden sie auf dem Dach. Aber Miley hat ja auch ‘nen massiven Dachschaden…


Interessanterweise verlagern sich Partys genau dann komplett vom Wohnzimmer auf die Küche, wenn der Sekt geleert und das Buffet verzehrt ist. Weil irgendjemand irgendwann immer auf die Idee kommt, die ersten Spiegeleier zu braten und die letzten Biervorräte im Kühlschrank zu plündern. Zu diesem Zeitpunkt ist zumeist nur noch der innere Kreis deiner Single-Freunde anwesend, auf die sowieso niemand wartet. Die Flaschen haben sich bereits die Lichter ausgeknipst und warten auf den Nachtbus – so wie die Pärchen schon zuhause auf dem Bettrand sitzen – und das Licht kurz vor dem Gute-Nacht-Kuss ausknipsen.

Zu einer dieser späten Stunden solo unter Singles ging mir ein Licht auf: Eine wahllose Wohnzimmerparty wird tatsächlich erst dann zur kolossalen Küchenparty, wenn sich nur noch deine Ersatzfamilie genau in dem Raum befindet, der schon immer als sozialer Mittelpunkt eines Haushalts galt.

Aber Halt! Gerade fiel mir auf, dass viele Stammgäste cooler Küchenpartys gerade wieder ernsthaft daten. Ich hoffe ja, dass wir die Samstage in absehbarer Zeit eher mit Brettspielen und Wein im warmen Wohnzimmer verbringen werden statt in der kalten Küche mit Spiegeleiern und Warsteiner. Insgeheim werden wir sie trotzdem vermissen, die Küchenpartys. Denn „gemeinsam einsam“ ist weniger frustrierend als es zuerst klingt. Zumindest nicht zwischen Herd und Kühlschrank mit eiskalten Getränken und deiner heißen Single-Ersatzfamilie.

Ab heute bleibt die Küche wirklich kalt. Cause we can’t stop. And we won’t stop!

Für alle anderen gilt: There ain’t no party like a kitchen party,

kurz-unterschrift11

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