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Kommt mal klar auf mein Haar, Haters!

Veröffentlicht: Montag, 2. Juni 2014

Manchmal stehen mir die Haare zu Berge. Beispielsweise wenn ich bemerke, dass Menschen davon ausgehen, ich hätte eine Glatze. Geht’s noch? Nur weil ich Caps trage… Zum Haare raufen! Habe ich nämlich nicht! Ich hasse meine störrischen Haare nur – genauso innig wie ich steile Wortspiele liebe, übrigens.

Morgens müsste ich mein Haar 30 Minuten mit einer Kappe platt drücken und dann mit Wachs betonieren, um salonfähig zu sein. Da lasse ich sie lieber gleich auf und spare mir die halbe Stunde früheres Aufstehen. Versteht ihr? Beim Frisör bekomme ich maximal den Türken-Standardschnitt, im schlimmsten Fall den Monchichi-Look. Grund genug, auf die Cap zu beharren, Haters!

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Selfie mit Seltenheitswert: ohne Cap, ohne Sonnebrille, mit Lächeln


Nebenbei gesagt: Ist euch mal aufgefallen, dass die meisten haarigen Redewendungen einen negativen Touch haben? Wie das Haar in der Suppe, „sich in die Haare kriegen“, Haarspalterei oder schlimmer – „dem Tod um Haaresbreite entrinnen“. Haarsträubend!

Mal aus der Perspektive eines passionierten Kappen-Trägers gesagt: Bus zu fahren bedeutet ja auch nicht unbedingt, keinen Führerschein zu besitzen, ihr Kappen. Also kommt mal klar auf mein Haar! Oder wir kriegen uns in die Haare – und das könnte eine haarige Angelegenheit werden!

Fakt ist: Kappen-Träger werden insgeheim immer verdächtigt, eigentlich Glatzen-Träger zu sein. Undercover sozusagen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb setzte ich meine Cap bei ersten Dates auch mindestens zweimal pro Stunde ab. Unauffällig. Um abfällige Bemerkungen vom Nebentisch abzuwenden. Wie: „Guck mal, der da drüben datet einen Typ mit Haarausfall. Mindestens Haarausfall.“ Schlimmer: „Brad is bold!“

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Auf einem sozialen Netzwerk habe ich letzte Woche ein völlig natürliches Foto gepostet. Zumindest so natürlich wie ein Selfie so sein kann. Meint: nackt! Heißt: ohne Sonnenbrille und Cap. Da kamen die Kommentatoren nicht umhin, sich zu fragen: Hatte er heute gutes Augen-Make-up? Sind all seine Caps in der Waschmaschine?

Nein! Ich habe lediglich eine Glückssträhne. Das Foto entstand nämlich an meinem ersten Urlaubstag. Und plötzlich hatte ich Glückshormone wie Haare auf dem Kopf. Nämlich ziemlich viele! Haargenau 500 Millionen. Oder so.

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Heißt: Vorurteile jeglicher Art gegen Kappen-Träger zu hegen, ist ein alter Zopf. Kappen-Träger sind nicht mal zwangsläufig böse Jungs. Ich zumindest will niemandem ein Haar krümmen. Also nehmt mir bitte nicht krumm, dass ich Kommentare über den Zustand meines Kopfes ablehne. Im wörtlichen und im übertragenen Sinn.

I love you though,

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