Edvard Munch der Schrei - Kein Kaffee im Haus

Kaffeeee!!!

Veröffentlicht: Samstag, 21. April 2012

Ist der Kaffee aus, ist zumeist gleich Schluss mit lustig. Speziell sonntagmorgens, wenn der nächste Dealer mindestens ein Bekleiden und fünf Minuten sonnenbebrillten Fußweg zur überteuerten Tankstelle an der Hauptstraße weit entfernt residiert. Schnell wird klar: Nur Benzin und die truckerfreundlichen Tittenmagazine mit triebbefriedigender DVD sind dort teurer. Weil wir uns genau diesen Kaffee immer wieder zu exorbitant hohen Preisen erkaufen, ist er heute einen Post wert.

Das Brummen, das Rauschen, das Tröpfeln – verlässt der Kaffee die Maschine, stellt sich bereits beim Zuhören ein heimeliges Gefühl ein. Ein Gefühl, das höchstens noch vom ersten Schluck übertroffen wird, wenn sich das süffig säuerliche Aroma mit süßer Sahne und dem Rest Rauch der Reanimations-Zigarette vom sonnenbebrillten Gang zur Tankstelle mischt. Dazu die Sonntagszeitung und ein Omelette – nett. Netter zumindest als den restlichen Vormittag mit dem Gefühl zu leben, man hätte trotz durchtanzter Nacht Bäume ausreißen können, wäre Koffein verfügbar gewesen.

Mit dem Kaffee steigt und fällt die Laune

Wie sehr Kaffeemangel die Gemütslagen moderner Menschen beeinflussen kann, las ich gerade bei Mia. „Die Chancen, dass ich zur fidel-munteren Lerche avanciere, ohne dass ich das wohlig gurgelnde Geräusch der Espressomühle vernehme und ein paar Sekunden später von frischem Kaffeeduft umgeben bin, stehen ehrlicherweise sogar bei minus 10, auf einer Skala von 10 bis minus 10“, beschreibt sie die reperaturverlangende Rebellion ihrer „Küchenzicke“ auf Cococuchina. Außerhalb der eigenen vier Wände ist Kaffee für das Menschsein nicht weniger wichtig. Der Kaffeeautomat in Büros ist nicht nur sozialer Treffpunkt, sondern vor allem die stündliche Erinnerung, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten. Und das Wohlwollen der Sitznachbarn.

Nicht ohne Grund ist die immervolle Kaffeetasse ein beliebtes Accessoire auf den Schreibtischen gestresster Publizierender und der Kaffee als Sujet ihrer Publikationen gleichfalls beliebt. Geschlagen nur vom Wetter, zumindest wenn es um seichte Seitenfüller geht. Wer morgens idealerweise vor zehn Uhr via Facebook mitteilt, dass er „Kaffeeee!!!“ braucht, erntet damit jenes Übermaß an Akklamation, das ihm an Schlaf offensichtlich abgegangen sein muss. Vorzugsweise an Montagen.

Einzig „Scheiß Wetter“ wird zu jeder Tages- und Jahreszeit mit noch mehr virtuellem Applaus belohnt, lohnt aber nicht immer. Denn es gibt zumeist irgendjemanden, der dreist mit „Hier in Florida scheint die Sonne“ antwortet. Schlimmer als Sonntagsfahrer sind nur Urlaubsposter. Wenn auf Kaffeelosigkeit online „Ätschibätschi“ statt Empathie folgt, beginnt der Tag des jetzt zusätzlich Geächteten noch schlechter – und den Freunden auf der anderen Seite des Atlantiks schwappt statt brauner Brühe herrlicher Hass entgegen: Fall’ doch mit deinem Smartphone und deiner fake Fendi direkt in den Pool, Penner!

Mit Kaffee zum perfekten Orgasmus

Fazit: Wer seine Kaffeevorräte nicht permanent nachfüllt, läuft ständig Gefahr, in unentspannte Schlechte-Laune-Situationen zu geraten – nicht nur, wenn er einen Vorwand sucht, nach dem Kinodate noch in seine Wohnung einzuladen. Der Tagesstart wird schwierig, Nachtarbeit unmöglich. Im Fall „Kaffee“ gilt wirklich: Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen. Und zwar ein wohliges „Ahhhh“. Da wundert es kaum, dass eine jüngere Studie belegt, dass Kaffee den Orgasmus intensiviert.

Ich habe gerade eine ganze Kanne getrunken. Wer weiß, was heute noch passiert.

Genießt den Sonntag,

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Kommentare

  1. Gepostet von Mia am Sonntag, 22. April 2012

    Herrlich!!!! Rate mal, was ich gerade tue?! ;)))

  2. Gepostet von Brad am Sonntag, 22. April 2012

    ich tue es auch gerade und denke an dich :-)

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