hallo

Kackvogel II: Players gonna play

Veröffentlicht: Montag, 19. September 2016

Es war eines dieser Dienstagsdates an einem Dienstagabend, an dem man sowieso nichts Besseres vorhat als Däumchen zu drehen und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen. Er war wider Erwarten ein ganz interessanter Typ, interessanter als die anderen Typen, die sich so auf Tinder rumtreiben zumindest. Nicht Brad Pitt, aber mit der beste, der in der Werbepause online war. Witzig außerdem wie Jack Black. Dann überraschte er sie, und sie – fing Feuer.

Deshalb sahen sie sich gleich am Donnerstag wieder. Und Donnerwetter: Er war nicht nur charmant, sondern auch familienfreundlich. So redeten sie über Hobbies, Traumjobs und Kinder. Was man so bespricht, wenn man sich mehr verspricht als ein herzloses Hook-up, oder zwei. Lange Rede, kurzer Sinn: Das zweite Date war top, seine netten Nachrichten danach toppten alle Erwartungen, die man für gewöhnlich an ein Tinder-Date hat – und dann kam gar nichts mehr.

Okay, wir sind geübt im Versuch, Nachrichten, und später deren Ausbleiben zu analysieren und zu interpretieren. Mit „Toller Abend, ich freue mich schon, wenn wir uns wiedersehen“ hatte er eigentlich grünes Licht für mehr gegeben, bis der grüne Haken bei „WhatsApp“ nicht mehr grün wurde.

Gestern Abend arbeiteten wir das Ausbleiben neuer Nachrichten in fünf Minuten ab. Wahrscheinlich habe er mehrere Eisen im Feuer, vermutete ich. Das ist okay. Aber warum dann gleich über Familienplanung reden? „Scheiß auf den Kackvogel!”

Heute Morgen dann ihr Anruf: Sie habe ihn auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn getroffen und aus der vermeintlich unangenehmen Situation eine für ihn gemacht. „Ich habe mich einfach neben ihn gesetzt. Er roch nach Alkohol als habe er die ganze Nacht durchgesoffen.“ Die Antwort, erzählte sie weiter, habe sie bereits eine Stunde zuvor beim Frühstück im Radio gehört: „Players gonna play – shake it off!“

Danke, Taylor, für diese zeitsparende Einsicht. In Ergänzung: Datet doch einfach richtig geile Typen als mittelprächtige. Denn wenn man sich schon verarschen lassen muss, dann doch lieber nach einer heißen Nacht mit Brad Pitt als nach einer Fake-Konversation mit Jack Black. Anders: Vögeln statt Familienplanung – damit der Abend mit dem Fake wenigstens irgendeinen Höhepunkt hat.

Shake it off,

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