Madonnas-Sex-Buch1

Warum uns das Liebesleben der anderen so unglaublich interessiert

Veröffentlicht: Sonntag, 16. Oktober 2011

Dass inzwischen nicht nur Yellow Presser wie die Göttinnen von der InTouch, sondern auch Leitmedien wie die Deutsche Presseagentur in epischer Breite und pikanten Details über Ashton Kutschers Sex-Affäre berichten (mehr HIER) berichten, wirft folgende Frage auf: Warum interessieren wir uns eigentlich so sehr für das Sexleben der anderen? Bei einem Privacy-Abend letzte Woche hatte ich die Möglichkeiten, eine Feldstudie durchzuführen…

Das Spiel Privacy beruht auf folgendem Prinzip:

  1. Es wird eine intime Frage gestellt: „Hast Du schon einmal unter der Dusche gepinkelt?“
  2. Jeder Mitspieler wirft anonym einen Stein in einen diskreten, schwarzen Sack. Einen orangefarbenen für „Ja“, einen schwarzen für „Nein“.
  3. Jeder Mitspieler schätzt, wie viele der anderen auf die Frage mit „Ja“ geantwortet haben.
  4. Zuletzt werden die Steine auf den Tisch geschüttet. Wer richtig lag, punktet.

Jungs täuschen Orgasmen vor!

Auf die Frage nach dem Pinkeln haben übrigens acht von neun mit „Ja“ geantwortet. Das lässt darauf schließen, dass man quasi statistisch davon ausgehen kann, dass auch Frauen unter der Dusche pinkeln. Oder dass auch Jungs Orgasmen vortäuschen! Aber das sind nicht die einzigen Wahrheiten, die im laufe des Abends ans Licht traten.

&

(Brads Besetzungscouch - mehr HIER - platzte beim Spieleabend aus allen Nähten. Gepinkelt wurde trotz der Dusch-Pinkler-Beichte im rechten Bild NUR auf der Toilette!)

Sex sells – and entertains!

In Sartres fabelhaftem Drama „Geschlossene Gesellschaft“ (“Huis Clos”) sind die anderen die (moralische) Hölle („L’enfer, c’est les autres“) des Observierten. Sowohl bei Klatschgeschichten in der Regenbogenpresse, als auch bei Privacy werden die anderen auf eine andere Weise zur Messlatte der eigenen (bürgerlichen) Moral.

Fragen wie „War der Irakkrieg richtig?“, „Hast du schon einmal Batterien in den Restmüll geworfen?“ oder auch „Ist dein rechter Sitznachbar sozial eingestellt“ werden in ambitionierten Spielrunden nämlich ignoriert. Bemerkung von der Couch:

Ist das die Walldorf-Edition oder was?! Boooring!“

Die Frage „Hast du jetzt im Moment Blähungen?“ (Antwort: Drei von sechs hatten die offensichtlich), schaffen es gerade mit Müh’ und Not noch in den laufenden Spielbetrieb.

Wie brauchst du’s eigentlich?

Grund: Es ist ja auch viel spannender zu erfahren, wie viele Menschen am Tisch gern Oralverkehr bis zum Happy End haben, wie viele sich prostituieren würden – wenn der Preis stimmt –, oder wie viele heute Abend noch planen, zu poppen. Und der Deckmantel der Anonymität führt schnell zur Einsicht, dass man seine Freunde offensichtlich völlig falsch einschätzt. Everybody’s got a little secret, everybody’s got a darker side…

Böse Stolperfalle für Pärchen

Richtig Interessant wird es, wenn in einer Runde von fünf Pärchen auf die Frage „Hattest du in den letzten 24 Stunden Sex?“ neun mit „Nein“ und einer mit „Ja“ antwortet. Das ist wirklich mal so passiert, gell Mel! Gleicher Effekt gilt für „Hast du deinen Traumpartner schon gefunden?“ Deshalb steht in der Spielanleitung nicht ohne Grund:

Partner sollten während des Spiels NICHT nebeneinander sitzen!“

Man redet sich das Ergebnis dann schön: „Bei dem Licht… jemand hat bestimmt die falsche Farbe geworfen.“ C’mooooon…!

Mit steigendem Alkoholpegel beginnen die Leute übrigens, sich selbst zu outen. Und wenn jemand alle vier Runden nach organgefarbenen Ja-Steinchen fragen muss, ist davon auszugehen, dass er oder sie nicht gerade wie Mutter Theresa lebt. Wanna get dirrty?

Christina Aguilera – Dirrty
Alles Schlampen außer Mutti?

Ich ziehe folgendes Fazit: Der Sex der anderen interessiert uns aus drei Gründen.

  1. Frustrierte lernen, dass es anderen nicht besser geht: „Hattest du innerhalb der letzten zwei Wochen Sex?“
  2. Schlampen erfahren, dass sie in Wahrheit nicht mehr sind als der Schnitt der Gesellschaft: „Hattest du schon mal einen Dreier – oder mehr?“
  3. Jeder geht mit dem guten Gefühl nach Hause, sich für nichts mehr schämen zu müssen: „Hast du dir jemanden aus der Runde mal nackt vorgestellt?“

Für die Bonusfrage zum Schluss „Hast du im Laufe des Abends ein Mal gelogen“ fiel die Steinchenausbeute nämlich folgendermaßen aus:

Nein = 8 / Ja = 1

Wir sehen uns demnächst, Leute – mit ANDEREN AUGEN,

Mehr Sex?

Schlampenliteratur – HIER!

Der Fuckbuddy – mehr HIER!

Das Fickschnitzel – HIER!

Mehr Selbstdarstellung?

Wolkenschlösser auf Facebook – HIER!

Google+ und das große Gangbang – HIER!

FACEBOOK KOMMENTARE:

Kommentare

  1. Gepostet von Mirco am Montag, 24. Oktober 2011

    Ist mein Lieblingsspiel. Nie mit Eltern spielen… ;)))))

Antworten

Teil mir Deine Meinung mit. Ich freue mich über Feedback!