herz drum

Herzöffnung

Veröffentlicht: Samstag, 6. Dezember 2014

Manchmal stehe ich morgens neben mir und sehe dich in Zeitlupe an mir vorbeilaufen. Dann lasse ich leise den Kopf hängen und beobachte, wie du im Schlafzimmer deine Hose aufsammelst, im Wohnzimmer deine Sporttasche und im Flur deine Jacke. Und es ist mir nie Jacke wie Hose, ob du gehst, oder bleibst.

Genauer gesagt ist mir genau in diesen Momenten zum Heulen zumute. Weil ich nicht den Mut aufbringe, dir zu sagen, dass ich eigentlich will, dass du bleibst. Immer wenn du gehst und gar nicht siehst, wie sehr ich wirklich will, dass du bleibst. Nicht nur auf die Zigarette am nächsten Morgen. Sondern für immer.

Manchmal meine ich, dass du Angst hast, mir in diesen Momenten in die Augen schauen. Weil du dann all das sehen würdest. Weil du weißt, dass es da ist, wenn du mich zum Abschied in den Arm nimmst und sagst: „Bis bald!“

Wenig später sehe ich vom Fester aus, wie du über die Straße vor dem Haus rennst, um die Bahn Richtung Süden zu kriegen. Abgehängt hast du mich trotzdem nie. Weil wir irgendwie immer wieder auf Augenhöhe kommen. Weil ich mit dir mithalten kann, und mich nichts davon abhalten, dir zu folgen. Denn noch immer bist du der schönste Fehler in meinen System. Anders: der Schlüssel zu meinem Glück.

Würdest du mir wenigstens eine halbe Chance geben, würde ich dich genauso glücklich machen. Nicht nur samstagnachts. Aber das scheinst du absichtlich zu übersehen, wenn du morgens an mir vorbeiläufst und deine Sachen einsammelst, während ich meine Gedanken sammele.

Manchmal denke ich, dass ich noch härter arbeiten muss, für das was ich will: dich. Ja, ich hätte ihn so gern, den Schlüssel zu deinem Herzen. Besonders sobald ich sonntagmorgens den Schlüssel wieder im Schloss umdrehe, bevor ich mich noch einmal ins Bett lege. Um noch ein wenig von dir zu träumen. Weil du jeden Tag in jeder Minute in jede Öffnung meines Herzens strömst.

„Versuch nicht, mir zu widerstehen“, flüstere ich dann in mein Kissen. Und wie der Mann im Radio es wollte, fiel mir letzten Sonntag auf, dass ich das alles schon einmal gehört hatte – tausendfach:

Madonna – Open Your Heart

„Open your heart“ – eins meiner Lieblingslieder der Achtziger, bezeichnenderweise von Madonnas Album „True Blue“. Lieblingslied übrigens nicht nur wegen der Peepshow, die Jean-Baptiste Mondino rund um den betörenden Text von unerfüllte Liebe inszenierte.

One is such a lonely number,

kurz-unterschrift11

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