Frankfurt Mainhattan

Mein Mainhattan: Wunderbar in Harry’s New York Bar

Veröffentlicht: Sonntag, 19. Januar 2014

Mainhattan ist nicht Manhattan. Obgleich es an diesem Winterabend so scheint, während der Wind kalt durch die Schluchten zwischen den Wolkenkratern weht. Und ich staune. Staune, wie schnell die Zeit vergeht, staune wie schnell besonders erscheint, was sich scheinbar längst erschöpft hatte. Vor meinen Augen.

Es ist immer ein besonderes Gefühl, anzukommen. Zuhause anzukommen. Ich kam nicht umhin mich zu fragen: Warum müssen wir erst in die Ferne schweifen, um zu begreifen, was uns wirklich hält?

Die letzten Wochen zumindest war ich haltlos durch Hamburg gehetzt. Durch die kleinen und großen Sorgen, vor die uns die herrliche Hansestadt stellt, beziehungsweise die herrlichen Hanseaten. Im heimischen Hessen schlägt das Herz plötzlich wieder einen anderen Rhythmus. Heimatmelodie statt melodramatischer Hit aus der Herzschmerzsparte. Wunderbar! Dafür sind Freunde da. Für den richtigen Rhythmus, die richtige Melodie.

Gibson Club Frankfurt

Nicht nur zu weinachtlichen Heimatbesuchen Pflicht: alte Freunde treffen.

Mainhattan ist nicht Mainhattan. Obgleich es an diesem Abend so scheint, spätestens nachdem sich die Tür von Harry’s New York Bar hinter uns geschlossen hat. Vielleicht, weil ich bewusst einen Cosmopolitan geordert habe, um mit meinen Jungs über Jungs zu reden. Sicherlich, weil das Interieur so klassisch Oldschool-New-York ist wie der Jazz in der Luft. Und der würzige Rauch. Hätte ich jetzt eine Zigarre, würde ich sie anzünden. Stilecht zwischen edlen Holzverkleidungen und Kellnern in feinen Kleidern.

I did it my way“, beginne ich die Ausführungen zum Status quo mit dem herrlichen Hanseaten – und provoziere Augenrollen am ganzen Tisch. Dann so etwas wie Empathie und ein Schulterklopfen. Weil sich manche Dinge eben nicht ändern. Auch nicht, wenn man Hunderte Kilometer weit weg zieht. Zum Glück.

Harry's New York Bar - Frankfurt, Main Plaza Hotel

Harry’s New York Bar – Frankfurt, Main Plaza Hotel

Bei aller Hamburg-Liebe – irgendwie zieht es mich dann und wann doch immer wieder in mein Mainhattan. Zurück zu den Geschichten, die hier geschrieben wurden und gerade wieder werden. Obgleich es an diesem Abend so scheint als wäre ich nie fortgegangen. „Wann werden Jungs wie wir endlich aufhören, Abende in Bars zu verbringen, um über Jungs zu reden?“, denke ich.

Wir verlassen Harry’s New York Bar und das Main Plaza Richtung Süden, sprechen über Träume. Die kleinen und die großen. Was alte Freunde eben tun, wenn sie sich im „Empire state of mind“ befinden. Ich finde, dass es an der Zeit ist, zurück in den Norden zu kehren. Zu den kleinen und großen Sorgen, vor die mich die herrliche Hansestadt stellt, beziehungsweise der herrliche Hanseat. Zu den Geschichten, die noch nicht fertig erzählt sind. Und ich staune. Staune, wie schnell die Zeit vergeht, während der Wind den Staub dieses Abends verweht.

Zurück in Hamburg bleibt mir zumindest der erneuerte „Empire state of mind“, fresh from Frankfurt. Meint: Das Träumen vom Happy End, das so New York ist wie Broadway oder Central Park. „Park’ deine Träume nicht, sondern lebe sie auf der Überholspur“, denke ich. „Oder ertränk’ sie zumindest stilecht mit den richtigen Drinks im richtigen Ambiente. Zum Beispiel Cosmopolitans.“

Harrys New York Bar Frankfurt Main Plaza

Das Herz bleibt in Hessen – und trotzdem beim herrlichen Hanseat.

Herz drum. Fertig,

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Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

Mehr über Harry’s New York Bar im Main Plaza Frankfurt auf dem Bar-Blog – HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Martin am Donnerstag, 23. Januar 2014

    Ist es evtl nicht sogar die Natur des Menschen, die Dinge die wir nicht haben können, uns quasi weit weg erscheinen als Sehnsucht zu empfinden? Es ist das Gefühl nach Geborgenheit, Sorglosigkeit. Alles Schlechte wird verdrängt! Darum: Your home is where your heart is? NO!!! Your home is wherever you are!! xx :)

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