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Gold von den Sternen

Veröffentlicht: Donnerstag, 5. Juni 2014

In manchen Nächten fällt Gold von den Sternen. Sagt man. Genauso wie Sternschnuppen vom Himmel fallen sollen. Angeblich. Ich habe beides noch nie gesehen. Dabei schaue ich abends so oft in den Himmel und warte auf ein Zeichen. Auf irgendeins, das mir sagt, dass irgendjemand meine Stoßgebete gehört, oder besser – erhört hat.

Zeichen müssen ja nicht immer gleich lila Wolken sein, eine Supernova oder ein roter Herzluftballon, der in den Sonnenuntergang fliegt. Wirklich. Ein kleines Zeichen würde mir reichen.

Manchmal genügt es schon, wenn das unverhoffte Leuchten meines iPhone-Displays die Dunkelheit durchblitzt. Manchmal, wenn ich nachts bei ein paar Kerzen und Wein wach bleibe, um zu schreiben. Weil ich sowieso nicht schlafen kann, wenn ich versuche, eine Verbindung zum Himmel aufzubauen.

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Kennt ihr das? Konkreter: Ihr seid unerhört verliebt und zwar so sehr, dass ihr es am liebsten rausschreien würdet. Weil ihr aber nicht sicher seid, ob eurer Schrei nach Liebe überhaupt erhört werden würde, versucht ihr es mit Demut statt Dezibel. Indem ihr Stoßgebete zum Himmel schickt, denen ihr bedeutungsschwanger seinen Namen plus Liebesschwur vorausflüstert.

Etwa wie: „Max Mustermann. Ich liebe Dich.“ Pause. „Bitte, bitte, lieber Gott. Kann er nicht endlich einsehen, dass wir zusammen gehören?“

Eigentlich ist es unerhört, dass wir auf derart deutliche Fragestellungen zumeist keine Antwort bekommen. Außer von Freunden, die deine halb fertigen Texte bei Facebook lesen und sich ermuntert fühlen, Gott zu spielen…

 

… indem sie dir eine süße SMS rüberzuschicken, damit das Leuchten deines iPhone-Displays unverhofft die Dunkelheit durchblitzt wie das Gold von den Sternen und die Sternschnuppen vom Himmel.

Schade eigentlich, dass wir neben unseren Freunden immer noch andere Götter haben müssen. Ob die nun Max Mustermann heißen oder Lieschen Müller.

Ich schwöre, dass ich das jeden Abend tue. Murmeln, schwören und Stoßgebete abschicken.

No choice your voice can take me there,

Brad Unterschrift

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