Neidklub Camp 1 (1)

Nie Gedacht

Veröffentlicht: Montag, 9. Juni 2014

Vögel sind mir egal. Und Trotzdem finde ich, dass es nichts Schöneres gibt, als morgens aus ‘nem Club zu kommen, und die Vögel zwitschern zu hören. Besonders wenn es draußen warm ist, und der Weg nach Hause über die Reeperbahn an den Tanzenden Türmen vorbeiführt, an der Elbe entlang mit Blick auf den Hafen.

Neidklub Camp 1

Es ist einfach so schön hier zu sein“, sagt er, während wir mit leuchtenden Augen unter den Leuchtreklamen Richtung Bahn schlendern. Ich nicke. Es gibt eben Dinge, die sich nie ändern. Zum Beispiel die Freude über das Zwitschern der Vögel beim Verlassen des Clubs. Oder kleine Freuden wie die kalte Coke und die volle Packung Zigaretten, die wir noch einsammeln, bevor wir die Stufen der Station St. Pauli runterlaufen.

Neidklub Camp 1 (1)

Noch drei Minuten bis die Bahn kommt. Drei Minuten zwischen Betrunkenen, Beschwingten und Bedienten. Wir sind bereit. Bereit für die Fahrt mit drei U3, die uns hoch über dem Hafen nach Hause bringen soll. Vor zwei Jahren ahnten wir beide noch nicht, irgendwann mal in dieser Stadt zuhause zu sein. Zwischen Elbe und Alster statt zwischen Main, Rhein und Neckar.

Dann ging alles so schnell. Gefühlt so schnell wie der hastige Halt am Baumwall. Ich schaue rechts aus dem Fenster zur Elbphilharmonie.

Nie hätte ich gedacht, dass wir mal zusammen nachhause fahren würden. Sicherlich nicht, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Damals. In einem Keller-Club am anderen Ende des Landes. Und zum zweiten Mal. Bei einem Kylie Minogue Konzert in Köln. Kann man heute ja mal sagen: Irgendwann vor vielen Jahren hatte ich mit ihm einen der besten Küsse meines Lebens. Am Frankfurter Museumsufer. Mit Blick auf die Skyline. Ich lache leise in mich hinein…

Kann sein, dass es Dinge gibt, die sich nie ändern, denke ich, während wir uns am Berliner Tor trennen. Zum Beispiel die Freude über das Zwitschern der Vögel beim Verlassen des Clubs, oder die Freude, heute in Hamburg zu sein. Ich weiß dass er das genauso sieht. Ich habe es in seinen Augen leuchten sehen, als wir gerade die Reeperbahn runter gelaufen sind.

Ich steige also aus der U2, während er noch irgendwo in der S1 sitzen müsste. Wieder muss ich schmunzeln. Weil ich weiß, dass er gleich das Selbe tun wird wie ich: das Zwitschern der Vögel mit Musik übertönen und sich an der Stadt freuen. Wahrscheinlich zum gleichen Beat. Sehr wahrscheinlich sogar. Weil ich seine Playlist kenne – und seine Passion.

How do you describe a feeling?

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Es ist toll, Musik miteinander zu teilen. Und Träume.
We’ve only ever dreamt of this,

kurz-unterschrift11

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