fuck

Zu früh kommen ist scheiße!

Veröffentlicht: Montag, 19. Oktober 2015

Hass kann Anlass zum Schreiben sein, immer wenn das Fass überläuft. Freude kann Anlass zum Schreiben sein, immer wenn der Funke überspringt. Aber nie Gleichgültigkeit.

Guter Sex kann Grund für einen Text sein, grauenvoller Sex kann Grund für einen Text sein. Aber nie das, was dich weder zum frühzeitigen Kommen, noch zum kompromisslosen Vortäuschen bringt.

Melancholie kann dich an den Computer zwingen, obwohl du jedes Wort hart erkämpfen und fast erzwingen musst. Euphorie kann dich an den Computer bringen, wenn die Worte schneller durch deinen Kopf rauschen als deine Finger über die Tastatur. Nur Lethargie kann es nie.

Gott, wie muss ich mich zu Tode gelangweilt haben, in all den Tagen, in denen ich mich darauf getrimmt hatte, gleichgültig zu sein, nicht an Sex zu denken und das „Mal low machen“ bis zur Lethargie zu steigern. Kein Wunder, dass ich keine Zeile mehr hinbekam.

Darunter hat der Blog gelitten, mein neues Buchkonzept, aber vor allem mein Selbstbewusstsein. Weil ich es brauche, das Schreiben. Genauso wie Sex. Oder den melancholischen Moment bei alten Bryan-Adams-Platten, wenn der Regen vor dem Fenster plätschert.

Also habe ich in einem wieder angefangen, mich maßlos zu ärgern, mich kindisch zu freuen, samstagmorgens zu Trash-Musik durch die Wohnung zu tanzen und donnerstagabends saufen zu gehen. Oder einfach Leute zu sehen, die ich mag, und die mich verstehen.

Statt ständig damit beschäftigt zu sein, mein Gefühlsleben auf das Maximalmaß an Gleichgültigkeit zu reduzieren – NUR um nicht vor dem Zustand zu kapitulieren, dass sich irgendwas geändert hat. In meinem Leben.

Und plötzlich fing es wieder an zu fließen. Morgens in der Bahn, mittags in der Schlange vor dem Kontoauszugsautomat, abends auf dem Klo. Zum Beispiel so:

FÜRN ARSCH, ALTER!Das weiße Blatt wurzelt beileibe nicht im Unvermögen, Worte für die Dinge zu finden, die du siehst….

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Montag, 19. Oktober 2015

 

Mir kam es wieder – vor allem nachts. Und obwohl ich derzeit extrem müde durch die Tage gehe, fühle ich mich so lebendig wie lange nicht mehr. Weil Menschen wie ich nur glücklich sind, wenn sie sie sich erleichtert haben. Vor allem von den Dingen, die sie um den Verstand bringen, gerade in Zeiten, in denen sich die Zeiten ändern.

Es war an der Zeit, wieder rauszuhauen. Wahrscheinlich gerade rechtzeitig, um mich auf November vorzubereiten. Rechtzeitig, um zu verhindern, als alte, unverheiratete Jungfer irgendwo auf der schwäbischen Alb zu enden.

Wenn ich genauer drüber nachdenke, war der wahre Albtraum der letzten Wochen, das weiße Blatt wartend anzustarren und dennoch starr zu vermeiden, zu schreiben, was ich wirklich denke.

Und dann kam dieser eine Moment, der mich wieder rausriss. Aus allem – und zurück ins Spiel brachte. Ich könnte ihn sogar benennen. Werde ich aber nicht. Zumindest nicht heute. Wir wollen ja die Spannung halten. Zu früh kommen ist scheiße!

Fuck yeah, I’m back!

kurz-unterschrift11

Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

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