Hamburg Weihnachten

Freundeskreis statt Fakerunde

Veröffentlicht: Sonntag, 14. Dezember 2014

Es gibt so viel Falsches auf der Welt. Und ich fand es völlig falsch, zu gehen. Also bin ich in die andere Richtung gegangen. Dorthin, wo weniger Festivität zu erwarten war, dafür etwas wahrlich Vertrautes: meine Jungs. „Du siehst erschöpft aus“, sagte der eine lächelnd, „ich habe dir schon mal einen Burger bestellt. Und einen Drink.“

So wurde dieser Samstag vom Feiern unter Fremden zum Fressen unter Freunden. Schon nach wenigen Minuten stellte sich das Gefühl ein, das du nur hast, wenn du von Menschen umgeben bist, die dich lieben: vollendete Vertrautheit. Das Gefühl, nicht geduldet, sondern geliebt zu sein. Und diese Liebe strahlte von ihnen allen in den Raum hinein.

 

Lebenszeit ist einfach so kostbar“, sagte ein anderer, während er einen großen Klecks Ketchup auf seine Pommes kippte. Ich nickte. „Vor allem zu kostbar, um sie mit den falschen Leuten zu verbringen – oder mit falschen Leuten.“ Ich habe längst, davon abgesehen. Nicht nur, weil ich das nicht nötig habe. Ich habe vor allem keine Zeit zu verschwenden.

Warum sollte ich in meiner Mittagspause also jemandem beim Essen seiner Reispfanne begleiten, der den Rest des Arbeitstages bei jeder Gelegenheit versucht, mich in die Pfanne zu hauen? Längst gegessen.

Warum sollte ich zur Geburtstagsparty von jemandem gehen, der mich am Wochenende auf Party im Club gegebenenfalls gerade grüßt und im Zweifelsfall an mir vorbeigeht? Längst abgesagt.

Warum sollte ich einen Gala-Abend am Rande von Menschen verbringen, denen ich völlig egal bin, wenn Burger im Kreise meiner Besten nicht nur die aufrichtigere, sondern vor allem die authentischere Alternative ist? Diese Entscheidung war längst gefallen. Weil ich nicht jedem gefallen muss. Weil ich mir nicht gefalle, wenn ich fake bin.

Denn es ist, wie es ist: Ich hasse fake people noch mehr als fake fendi bags. Und ich mache mich lieber unbeliebt, als mich mit lieblich falschem Lächeln durchs Leben zu schlagen. Dafür ist ein Lächeln, ein aufrichtiges und ehrliches, zu wertvoll. Ich schenke mein Lächeln inzwischen mit Bedacht.

Bedächtiger Adventstee

Hamburg Weihnachten

Crew-Adventstee mit obligatorischem Sofa-Foto…

Feuerzangenbowle Hamburg

… Feuerzangenbowle

Wichteln

… und Geschenken.


Als wir uns heute alle zum Adventstee trafen, wurde mir nicht nur wegen der Feuerzangenbowle warm ums Herz. Sondern auch wegen der Vertrautheit im Raum. Der echten Wärme. Die ließ mich lächeln.

 

Ja, wir sollten die wenigen Momente, in denen wir von den Menschen umgeben sind, die uns wirklich lieben, bis zum letzten Tropfen auskosten wie würzige  Feuerzangenbowle. Denn sie sind so wichtig. So wunderbar. So wertvoll. Diese Momente, diese Menschen. Menschen, um die wir nicht kämpfen müssen, weil sie jeden Tag für uns kämpfen. Menschen, gegen die wir nicht kämpfen müssen vor allem, weil sie aus voller Überzeugung hinter uns stehen. Jeden Tag. Weil sie eine Bereicherung in uns sehen, keine Konkurrenz.

Manchmal fällt es uns schwer zu sehen, wer hinter uns steht, um uns Rückendeckung zu geben, und wer hinter uns steht, um uns das Messer in den Rücken zu rammen – allerdings nicht mehr so schwer, wenn wir einfach in einen Raum hinein fühlen. Und wenn wir nicht nur ausufernd warme Worte, sondern authentische Herzenswärme ausmachen, können wir sicher sein, die richtige Party gewählt zu haben. Denn eine Wahl haben wir immer.

Es gibt so vieles Falsche auf der Welt. Vor allem falsche Menschen. Ich wollte nicht genauso falsch werden. Also bin ich in die andere Richtung gegangen. Und als ich gerade in die Runde fühlte, wurde schnell klar, dass dies die richtige Entscheidung gewesen war.

Herz drum, fertig.

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