Hamburg grau klein

Farbfilm vergessen

Veröffentlicht: Sonntag, 19. Oktober 2014

Manchmal hat das Leben den Farbfilm vergessen. Ich saß auf den grauen Betonstufen des Jungfernstiegs und sah die Welt in Graustufen. Nebel stieg leicht über der Alster auf. Auf mir lag schwerer Druck. Wieder hatte er mich zum Handeln gezwungen. Wieder hatte ich meinem Ärger Luft gemacht – und doch kein Ventil gefunden, um ihn wirklich abzulassen. Doch langsam ließ ich ab. Von all den Farbspielen, die sich dann und wann vor meinen Augen abspielten. Zumeist wenn ich träumte.
Hamburg grau

Stunden waren vergangen, Tage und Wochen. Monatelang war meine Welt immer schwarz oder weiß gewesen. Selten dazwischen. Manchmal saß ich zuhause und habe sie mir wieder bunt gemalt. Mit all den Farben, die ich im Kopf hatte, wenn ich mir ausmalte, was wir hätten werden können. Und immer wieder hatten sie morgens ihre Strahlkraft verloren. Wenn ich aufwachte, waren sie wieder am Verblassen. Egal ob wir gemeinsam aufwachten, oder ich allein in meinem Bett lag – das Nichts lag in der Luft.

Ich sah vor mich auf den nassen Asphalt, dann hoch in die grauen Regenwolken. Da war nichts mehr rosarot. Da war nur noch Grau in Grau. Weil ich mir nichts mehr ausmalte Die Welt hatten den Farbfilm vergessen – und ich meine Fantasien.

 

Herz drum, fertig.

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