Unsere Lieblingsluder Micaela Schäfer und Indira Weis beom ProSieben Promi-Boxen

Evolutionsboxen: Disco-DNA, Darwinismus und Dirtyness!

Veröffentlicht: Montag, 16. April 2012

Wer sich evolutionsattraktiv fortpflanzen will, sollte Darwin kennen, Justin Bieber und die großen Fehler der Pop(p)schlampen, die irgendwann klassisch zurückgeludert sind – und das Ruder später nicht mehr rumeißen konnten. Lest und lernt!

Archäologie kommt immer dann in Mode, wenn die Gegenwart gerade nichts zu bieten hat als wiederholte Geschichte. Zum Beispiel die ewig gleiche Story von der großen Liebe, die am Ende in experimentellem Beziehungsrettungssex endet, der die Evolution definitiv nicht mehr voranbringt. Nach meiner letzten Trennung begab auch ich mich endlich auf den reinigenden Weg zu alten Weisheiten für ein wohligeres Weiterleben – frei nach dem Motto: Lieber ein gutes Karma als weitere schlechte Erfahrungen mit dem Kamasutra.

Die archaisch inspirierte Spiritualität führte mich in die Bibliothek. Unter anderem, weil Texte auf gedruckten Seiten zu lesen dieser Tage schon so ursprünglich daher kommt wie wilde Tiere mit dem Speer zu erlegen. In der Bibliothek werden aus iPad-Usern echte Kerle; dort hat bereits der leiseste Ton hat den Effekt eines Urschreis. Genau diese Rahmenbedingungen braucht, wer sich wieder fortpflanzen will.

Perfekt angepasste Singles

Zwischen Madonnas Sex-Buch, romantischen Liebesromanen und an ritterlichen Reglements reichen Ratgebern für alle, die die Mammutaufgabe der perfekten Beziehung nicht für unlösbar halten, erlangte ich schließlich folgende Einsicht: Singles auf Futtersuche bedienen sich weniger den Tugenden des aufopfernden Ritters als ganz egoistisch dem Darwinismus – egal ob sie im undurchsichtigen Großstadtdschungel jagen, oder sich in der ländlichen Prärie als Überlebenskünstler und Allesfresser versuchen.

Wenn die Evolution perfekt angepasste Singles in unterschiedlichsten Jagdgebieten entwickelt, hat sie kein Ziel. Sie arbeitet mit den Rahmenbedingungen und wartet ab, was passiert. Problem: Bereits um von Einzellern zu Neandertalern zu kommen, brauchte sie Jahrmilliarden. So viel Zeit hat der durchschnittliche Single nicht. Im fortgeschrittenen Alter spielt sich der ewige Balzkampf höchstens noch im Spartenprogramm ab. Selbst Ü30-Partys lassen sich nämlich noch steigern. Fakt: Die Evolution schwemmt zu schnell zu viele neue Konkurrenten mit zu ausgefeilten Balzwaffen an. Siehe Justin Bieber, beziehungsweise seine Frisur.

Wie in Darwins Evolutionstheorie geht es bei der Entwicklung von der Jungfrau zum evolutionsattraktiven Single ebenfalls um Veränderung, Selektion und in den Höhenlagen schließlich um Vererbung sowie Rekombination. Mit der Einschränkung, dass Kondome heute praktischerweise erlauben, dass sich der Akt von Vererbung und Rekombination auf die Theorie beschränken darf. Die Archäologie führt ebenfalls nicht zwangsläufig zu vorzeigbaren Ergebnissen, sondern basiert immer wieder auch auf theoretischen Mutmaßungen. Single-Sein ist ein Lernprozess. Zumindest an diesem Punkt hatte Darwin trotz Schwächen in der Genetik völlig Recht: Nur die Stärksten kommen zum Zug.

Evolutionstheorie: von “Like a Virgin” zur Luderfraktion

Ich vermute übrigens, dass uns archaisches Lebensweisen aus einem ganz bestimmten Grund interessieren: Zwar sind unsere Urinstinkte gleich geblieben – wer wollte nicht mal heimlich in der Bibliothek bumsen? – nicht aber die Rahmenbedingungen, in denen wir sie ausleben können. Oder nicht. Die frühen Menschen waren Jäger und Sammler. Sie bedienten sich schamlos an den Gaben der Natur. Spätestens seit die Evolution die Luderfraktion hervorbrachte, ist es aber verpönt, sich schamlos zu bedienen. Siehe Jenny. Die musste erst von Elvers zu Elbertzhagen kommen, um ihrer Evolution die Krone aufzusetzen.

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Dass die Evolution Fortschritte belohnt, Rückschritte aber hart bestraft, ist am Schicksal abzulesen, das die einst unschuldige Britney Spears und die nicht weniger süße Christina Aguilera auf den Höhepunkten ihrer Karrieren ereilte: Beide sind klassisch zurückgeludert – und konnten das Ruder später nicht mehr rumreißen. Zu viel Feuer, es blieb nur verbrannte Erde. Der große Siegeszug der Urmenschen rund um den Globus begann trotzdem mit der Entdeckung des Feuers.

Mit leidenschaftlich lodernder Hitze bewaffnet, fürchteten bereits die Neandertaler auf Futtersuche die großen Konkurrenten nicht mehr. Feuer braucht bis heute noch, wer sich und seine Gene überleben lassen will. Nur die Heißen kommen zum Zug: Wer will schon mit Eskimos schlafen – oder mit Nadja Abd El Farrag?

Darwin für evolutionsattraktive Singles

Dass die Neandertaler letztendlich trotzdem nur ein Wimpernschlag des wachsamen Auges der Evolution blieben, lässt sich begründen.

Erstens: Sie kannten zwar standardisierte Werkzeuge, leider aber kein einziges, um eine ordentliche Intimrasur durchzuführen, was dem Akt dem Vererbung zweifellos nicht förderlich war. Haarpracht erlebte in den 70er Jahren down under lediglich einen Hype, weil die Hippies ausreichend zugedröhnt waren, um die lange Pracht mit einer Justin-Bieber-Frisur zu verwechseln.

Zweitens: Wer sich heute die angenommenen Nachbildungen von Neandertalern anschaut, wird schnell feststellen, dass sich die Single-Selektion damals darauf beschränkte, zwischen kleineren Übeln zu wählen. Neandertaler waren hässlich. „Klein und robust“ hat Danny DeVito im Evolutionswettkampf lediglich nicht ausgeschaltet, weil er ein Star ist. Das reicht bereits. Siehe Justin Biebers Frisur. Auch die hat sich vermehrt.

Drittens: Die Neandertaler waren Spezialisten und der Veränderung nicht fähig wie der folgende Homo Sapiens – und Justin Bieber. Justin war just in time als es darum ging, sich die Haare abzusäbeln. Er hat sich mit seinem neuen Look längst völlig neue Jagdgebiete erschlossen. Zum Beispiel Mariah Carey. Demnächst auch Demi Moore? Um Justin als Evolutions-Genie trotzdem zu entmystifizieren: Den Großteil seiner Karriere hat er sich zumindest nicht mit Intimrasuren auseinander setzen müssen. Er konnte allen Gehirnschmalz auf sein Haupthaar verwenden.

Krone der Evoltion: Wie Madonna Darwin austrickst

Während Normalsterblichen derart bahnbrechende Entwicklungsschritte zumeist nur mittels „Trial and error“ gelingen, stehen ausgerechnet den jeweils begehrtesten Singles ihrer Ära fähige Imageberater zur Seite, sobald es um Evolutionskompetenz geht. Da sich der wirklich große Erfolg aber immer erst an der Zeit messen lässt, markiert deshalb nicht Justin Bieber die Krone der Schöpfung, sondern – Madonna.

Madonna ist von der Popp-Hure zur Pop-Heiligen mutiert. Madonna hat selektiert: Als junge Frau hatte sie ältere Liebhaber, als alte Frau hatte sie jüngere Liebhaber. Jetzt vererbt sie uns mit ihrer neuen Platte MDNA vielleicht wirklich die unfehlbare Madonna-DNA. Vielleicht verkauft sie uns aber auch nur eine Droge, um als noch ältere Frau noch jüngere Liebhaber zu benebeln. Die sollen natürlich nicht merken, dass Madonna Darwins Evolutionsfaktoren inzwischen mit Botox und Photoshop außer Kraft setzt – und standardisierten Instrumenten für die Intimrasur.

Brad like a girl gone wild

Ich bin lernfähig und will mein Erbgut zumindest in Texten weitergeben. Deshalb findet ihr mich demnächst wieder mit Notizblock und Kondom auf der Ü30-Party. Her also mit der Disco-DNA, denn „Music makes the poeple come together“ – noch so ein Evolutionsfaktor.

Zum Schluss: Auch ich habe „Confessions on a dancefloor“ abzulegen: Ich habe eine neue Frisur… Like a girl gone wild!

Diggin’ the dancing queen,

Mehr Höhepunkte der Evolution

Kommentare

  1. Gepostet von Mimi am Montag, 16. April 2012

    nach dem intro war klar, dies wird wieder ein bombentext.

  2. Gepostet von Sebastian am Montag, 16. April 2012

    Freak, was hab ich gelacht. Jetzt weiß ich wie der Hase läuft. DAAAANKE!

  3. Gepostet von Brad am Montag, 16. April 2012

    Lesen bildet eben, Sebastian /Mimi: Vielen dank!

  4. Gepostet von Cammy am Montag, 16. April 2012

    Teile dieses Textes werden irgendwann die Luderwissenschaften begründen. Like, like, like! <3

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