Astra Hamburg

Empire State of Me 02: Flieg!

Veröffentlicht: Mittwoch, 5. Juni 2013

Ein cooler Kumpel hat Folgendes zu mir gesagt: „Hamburg ist dein Sprungbrett. Wenn du die richtige Brise erwischst, wirst du abgehen wie eine Rakete!“ Was hätte er auch zu einem Jungen aus der Provinz sagen sollen? Einem Jungen, der gerade in Windeseile seine hessische Heimat verlassen hatte, um sich bei gefühlten Temperaturunterschieden von 15 Grad geradezu steif zu frieren; der sich jeden Abend einredete, dass der lästige Lärm vor seinem Schlafzimmer kein kaltes Motorenrattern, sondern warmes Meeresrauschen war; der in seinen Träumen oft traurig zurück zu seinen Freunden auf die Sonnenseite der Republik fliegen wollte?

Mir war schnell klar, dass aufgeben keine Alternative war. Zum herrlichen Hamburg, wo Jan und Hein und Klaas und Pit und andere heiße Hanseaten die morgendliche U2-Fahrt Richtung Jungfernstieg zu einem Porno machen, den niemand mit Paypal zahlen muss. Ich hatte genau zwei Möglichkeiten.

Erstens: den Schnellzug nehmen und heim Richtung Frankfurt brettern!
Zweitens: die Treppe auf das Sprungbrett nehmen und zügig springen!

Ich entschied mich für Variante zwei. „Schließlich sind alle guten Dinge drei“, dachte ich. Und ich war wirklich gespannt, was diese Stadt außer Jan und Hein und Klaas und Pitchern mit Alsterwasser noch Außergewöhnliches zu bieten hatte.

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Stell dir vor du springst – und keiner hört zu. Wie du aufprallst. Auf dem Boden der Tatsachen. Oder einem Betonboden 21 Stockwerke unter deinem Balkon am Mundsburgtower. Dann hast du ein Problem. Denn wo kein Zeuge, da kein Empfangskomitee. Schon gar kein Nummernapplaus wie im Wintervarieté. Oder im Wanderzirkus, wo sich tolle Typen vor ihrer Landung tough von Trapez zu Trapez schwingen, während die Zeugen unten ihren Mut besingen. Konsequent suchen wir uns in besonders mutigen Momenten meist die große Bühne, beziehungsweise gleich eine Manege. Für den 360-Grad-Blick.

Ich zog eine Nummer und sprang aus meinen Klamotten. Weniger um mehr Aufmerksamkeit zu erregen, vielmehr um von meinen Absichten abzulenken. Denn ich wollte gar nicht mehr unten ankommen, um mich im Applaus zu sonnen. Ich wollte nach oben. Also nahm ich den Aufzug. Als mein Last-Season-Chanel-Shirt unten auf dem Betonboden ankam, war ich längst auf dem Sonnendeck gelandet.

Tatsachen: Springen kostet Mut – fliegen umso mehr. Besonders wenn es nach oben geht. Denn dort ist die Brise steifer und die Luft dünner. Das Panorama dafür fetter! Dumm, wer sich einreden lässt, dass sich die Vorteile der Missionarsstellung auf das ganze Leben übertragen lassen. Was wollen wir unten? Ich atmete frische Luft, stellte mich auf gute Aussichten ein und machte mich mit missionarischem Eifer daran, Rückenwind zu gewinnen.

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Und plötzlich flog ich!

To be continued… Denn heute Nacht ist es zu spät, um weiterzuschreiben!

Stay fashionable,

Brad Unterschrift

Zu „Empire State of Me 01: Spring!“ – HIER!

Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

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