Verlobung in Hamburg

Ein Ring, sie zu binden: Ich werde Trauzeuge!

Veröffentlicht: Sonntag, 18. Januar 2015

Für mich ist mein kleiner Bruder ein ganz Großer. War er schon immer. Nicht nur, weil er mich etwa um zehn Zentimeter überragt. Vor allem, weil er ein paar grundlegende Sachen besser gemacht hat als ich. Zum Beispiel, sich das beste Mädchen im Club zu angeln – und dann nicht mehr vom Haken zu lassen. So hatte ich zehn Jahre Zeit, um mich seelisch und moralisch darauf vorzubereiten, dass mein Lieblingsbruder definitiv vor mir heiraten wird. Und als er endlich um ihre Hand anhielt, war ich bereit.

Mir war schon nach ein paar Monaten klar, dass sie anders war. Anders als die Disco-Bekanntschaften, die es zu dieser Zeit immer mal wieder bis an unseren Frühstückstisch schafften, weil er oder ich der Meinung waren, dass sich jemand seine Brötchen verdient hätte. In unserer brüderlichen WG-Küche. Und all die Jahre, habe ich gehofft, dass er es endlich wagt und sie fragt. Frei raus: Willst du meine Frau werden?

 

Es war ein verregneter Samstag als wahr wurde, worauf inzwischen meine ganze Familie wartete: die Verlobung. In einer kleinen Bar an der Elbe. Mit flimmernden Wunderkerzen und einem funkelnden Ring. Wisst ihr, es gibt Gelegenheit, in denen es nichts Schöneres gibt als einen kleinen Bruder zu haben: Wenn der kleine Bruder mit seiner Freundin zu dir nach Hamburg kommt, um sich zu verloben. Besser noch: Wenn dein kleiner Bruder dich fragt, ob du sein Trauzeuge werden willst.

Spätestens ab diesem Moment sind alle Graben- und Konkurrenzkämpfe, die Brüder im Laufe ihres Lebens manchmal bewusst, manchmal unbewusst, miteinander austragen, vergessen – und alle Beulen, die wir aus Rangeleien mitgenommen haben, vergeben. Denn in diesem Moment verpasste mir mein Bruder keinen Schlag ins Gesicht, sondern seinen persönlichen Ritterschlag. Mir zumindest war schlagartig klar, dass er mir keine größere Wertschätzung entgegen bringen konnte als Zeugnis vom Bund ablegen zu dürfen, den er mir der Frau schließen möchte, die ihn seit fast zehn Jahren durchs Leben begleitet.

Verlobung in Hamburg

Niemals vergessen dagegen werde ich das Rennen um den perfekten Verlobungsring. Da Ding: Weder mein Bruder, noch ich, hatten uns jemals mit Ringgrößen beschäftigt. Die richtige zu finden also ein Risikoprojekt – schließlich sollte die geplante Hochzeit nicht um Haaresbreite an Millimetern scheitern. Letztendlich lagen wir um eine Nummer daneben, was sie ihm wohl nicht nur gern vergab, weil er bei der Wahl des Designs genau ins Schwarze getroffen hatte. Oder in ihr Herz.

Jetzt ist es mir eine Herzensangelegenheit, dass mein Bruder bei der Wahl des Eherings ebenfalls einen Volltreffer landet. Gerade habe ich mich auf Seiten wie der von Juwelier Wempe in Wien umgesehen und meine Favoriten gekürt. Mal sehen, was der Kleine sagt.

Stay fashionable,

kurz-unterschrift11

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