köln

Karma-Konto: Dinge, die wir für die Liebe tun

Veröffentlicht: Montag, 8. Juli 2013

All die Dinge, die wir für die Liebe tun – in der Summe sind sie meistens kleiner als drei: <3. Das ist eine graphische Konvention, keine mathematische. In der Liebe geht es nur wenig um Mathematik. Denn 1 und 1 ist nicht immer 2 und tendiert meistens gegen Null. So wie meine Lust, den Urlaub mit Liebeskummer in Hamburg zu verbringen.

Als ich in Köln aus dem Auto stieg, war ich nicht nur mit meinem Latein am Ende, sondern auch mit meinen Milchmädchenrechnungen. Vielleicht war es wirklich nötig, 400 Kilometer Richtung Süden zu fahren, um einen Richtungswechsel zu vollziehen. Heißt, endlich den Taschenrechner im Kopf anschalten und sich in Sachen Liebesmühen nicht mehr selbst in die Tasche zu lügen. Und dann kam eins zum anderen.

Vor nicht allzu langer Zeit schrieb ich, dass die Wahrscheinlichkeit, einen ganz bestimmten Menschen zu treffen, in Städten > 1 Millionen Einwohnern quasi gegen Null tendiert. Tendenziell richtig, allerdings mit Einschränkung. Denn entgegen aller Mathematik tritt dieser Fall manchmal trotzdem ein. Offensichtlich in einer anderen Stadt. Ich dachte, mich tritt ein Pferd!

Wenn man sich 400 Kilometer südlich von Hamburg plötzlich gegenüber steht – ist das noch Ironie, oder schon Schicksal? Oder doch die Rendite für alles, was wir für die Liebe getan haben?

In der Liebe geht es weniger um Aufrechnen als um Berechnung. Zugegeben, meine Aktien standen von Anfang an schlecht. Daran änderten auch die folgenden Investitionen nichts. Deshalb war ich 400 Kilometer weit gefahren. Um den Speicher frei zu kriegen. Von Kosten-Nutzenrechnungen und emotionalen Verlustgeschäften. Von roten Zahlen. Von Mathematik. Als wir uns mitten in der Innenstadt gegenüberstanden, wusste ich, dass ich mich mal wieder verrechnet hatte. War das noch eine Köln-Katastrophe oder bereits Karma?

Ich zückte meine iPhone-Kamera für ein Beweisfoto und entschied mich vorsichtshalber für Karma. Weil das wie ein Payback-System funktioniert: Gib Liebe und empfange wenigstens das umwerfendste Lächeln seit du dir vorgenommen hast, unbedingt nicht mehr verliebt zu sein. Und da endete auch wieder mein Latein. Die Kosten-Nutzen-Rechnung begann.

Sinnlos war die Reise in den Süden offenbar nicht. 400 Kilometer von zuhause wurde mir endlich klar, dass all die Dinge, die wir für die Liebe tun, auf unser Karma-Konto wandern. Und dass sie in der Summe zwar <3 aber immer größer als Null sind. Denn aus jeder Nullrunde nehmen wir mindestens eine neue Erkenntnis mit. Heute: Es bringt nichts, vor den Menschen, die wir lieben, fortzulaufen. Weil sie uns kriegen. So wie er mich.

Liebe + Laufen = Kriegen

Diese Gleichung umgekehrt: Lauf’ so weit du willst, Geliebter. Ich krieg dich!

Irgendwie. Irgendwo. Irgendwann.

[youtube_sc url=”http://www.youtube.com/watch?v=c8hRQTJJum8″]

I’m going to any world you’re coming from,

kurz-unterschrift11

Mehr aus meinem Tagebuch – HIER!

Antworten

Teil mir Deine Meinung mit. Ich freue mich über Feedback!