Diddl Maus wird nicht mehr produziert klein

Aus die Maus: Diddl muss sterben – endlich! Ein Nachruf:

Veröffentlicht: Dienstag, 17. Juni 2014

Kitsch, das wissen wir heute, war nie hässlicher als in Gestalt von Diddl. Dummerweise ist ausgerechnet das Vieh mit den viel zu großen Füßen daran schuld, dass wir unsere Freundschafts- und Liebesschwüre aus den neunziger Jahren irgendwann lieber verbrannt haben als weiter zu ihnen zu stehen. Dabei hatten wir nie aus Versehen, sondern immer mit voller Absicht nach den Karten mit der Maus gegriffen. Heute können wir das nicht mehr verstehen. Absolut nicht!

Stirb langsam, Diddl! Für all die leeren Versprechungen

Stirb langsam, Diddl! Für all die leeren Versprechungen

Irgendwie ist das seit gestern auch gänzlich egal. Denn Diddl wird der Gar ausgemacht. „Hoffentlich“, habe ich gedacht, „hoffentlich heißt das auch, dass alle Postkarten, die ich zwischen 1995 und 1999 geschrieben habe, ausnahmslos zu Staub verfallen.“ Nicht nur, weil die Lieben von damals längst verfallen sind. Sorry, Frank. Vor allem, weil ich nicht will, das Archäologen irgendwann auf diese Diddl-Karten stoßen. Ich meine, was sollen die denken? Dass ich gleich einen Schlag UND schlechten Geschmack hatte?

Die ZEIT macht aus dem Ende Diddls gleich eine ganze Gesellschaftskritik und beschreibt die Herrschaft Diddls und seiner hässlichen Freunde als Horrorkabinett, das jetzt auf den Friedhof der Kuscheltiere wandert:

Auf dem Friedhof der Kuscheltiere wird Diddls Grabstein aus Käse sein, und auf ihm wird etwas stehen wie: “Hallööööööchen! Huch, ganz schön dunkel hier! ” Denn Diddl ist immer fröhlich. Vielleicht war das das schrecklichste an ihm.“

Darüber muss man fast wieder lachen. Obwohl alle Sachen, die man damals auf Postkarten mit Schriftzügen wie „Wenn du eine Träne von mir wärst, würde ich nie mehr weinen, aus Angst, dich zu verlieren“ schrieb, bierernst gemeint waren. Diddl war so die Vorlage für Ausrufe wie HDGDL und alle Texte von Silbermond.

Tatsächlich gab es Zeiten, da lebte quasi hinterm Mond, wer nicht mindestens ein Diddl-Accessoire an sich heften hatte. Wenn es nur ein Schlüsselanhänger war, den man in der Schule auffällig auf den Tisch legte, um dazuzugehören.

Ab sofort gehört Diddl zu den Totgesagten, von denen alle hoffen, dass alle Gnadengesuche gnadenlos ignoriert werden. Nur noch bis Ende des Jahres wird er uns in den Geschäften Augenkrebs verursachen. Dann heißt es: Aus die Maus! Nach 20 Jahren Schreckensregime!

Rest in peace. FOREVER. Oder wie du immer sagtest:

Diddl Take it easy

Die hard – für all die leeren Versprechungen,

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