Maryanto Fischer Hamburg

Der Sieg der Liebe über die Liebe

Veröffentlicht: Montag, 20. April 2015

Wer den Sieg der Liebe über die Liebe feiern will, muss vor allem sich selbst besiegen. In all diesen gefährlichen Gefühlslagen, in denen wir ständig im Widerstreit mit uns selbst liegen: Habe ich das wirklich nötig? Nein, aber ich kann doch nicht ohne. Oder: Wäre es langfristig nicht besser so? Andererseits würde ich sofort daran verrecken.

Dummerweise gehen wir aus diesen Diskussionen mit uns selbst zu meist klar als Verlierer nach Punkten raus. Denn wenn wir jemanden für uns gewinnen wollen, wollen wir gleichzeitig nie, dass die Vernunft siegt. Obwohl wir insgeheim wissen, wie die richtigen Antworten auf alle Frage lauten, die wir uns stellen, wenn wir auf Anrufe, SMS oder andere Lebenszeichen waten. Morgens in der Bahn, mittags im Büro, abends beim Sport.

Stattdessen weichen wir uns selbst aus und rechtfertigen diese Manöver allein mit der Liebe. Doch die Liebe gewinnt nicht immer. Manchmal ist der einzige Sieg, den sie zu erringen vermag, der über sich selbst.

„I love you. But I love myself more!“ – Sicherlich einer der stärksten Sätze aus „Sex and the City”. Ich sehe mir die zugehörige Folge trotzdem nie an. Ganz bewusst. Weil mir bewusst ist, dass sie mich entlarvt. Als etwas, das wir in uns selbst nur ungern sehen: den Verlierer. Nicht, weil ich ihn nie ganz für mich gewonnen habe. Vielmehr, weil ich mich selbst nie besiegt habe. Obwohl ich alle meine Schwachstellen kenne. Und meine schlimmen Viertelstunden. So wie diese. Nachts. Mit Rotwein und Roxette auf der Couch.

Listen to your heart,

kurz-unterschrift11

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