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Das Fickschnitzel frei Haus oder doch ein Dinner-Date bei McDonald’s?

Veröffentlicht: Dienstag, 9. August 2011

Auf der digitalen Dating-Autobahn findet man nach Mitternacht alles. Im Speziellen alles, was man unbedingt nicht will – Schlampen, Hirntote und Gestörte. Also Menschen, die nackt putzen, als lebendige Möbelstücke im Flur stehen oder einfach nur glauben wollen, dass ich sie unbedingt kennen lernen sollte. Die ganz große Lust will aber niemand befriedigen: die auf einen Burger. Das heißt schon… aber wer würde sich ernsthaft für einen Whopper prostituieren?

Es gibt Dinge, die ich niemals tun würde. Dazu zählt auf jeden Fall, bei Regen zwei Kilometer zu McDonald’s zu laufen. Allein auf Plastikbänken zu sitzen und andere Hungrige zu beobachten wäre ohne Begleitung auch nur halb so lustig.

Die andere Fleischeslust

Fleischeslust ist übrigens nicht gleich Fleischeslust. Im Internet werden ganz andere Sachen geboten als saftige Träume von Frikadellen zwischen knackigen Salatblättern und Tomatenscheiben auf fluffigen Brötchen. Das berühmte „Sandwich“ gehört da wirklich noch zu den harmloseren Varianten! Fast Food aus der “leichten” (und billigen) Küche ;) .

Könntet ihr sehen, was ich mir gerade ansehen musste, OHNE danach gefragt zu haben, würdet ihr euer Abendessen postwendend auskotzen und genauso hungrig schlafen gehen wie ich gleich. Promised!

www.Fickschnitzel.de

Mal ernsthaft: In diesem Moment könnte ich mich auf Sexpartys anmelden und hoffen, dass die Gastgeber neben heißen Fleischwaren wenigstens an eine kalte Platte gedacht haben. Auf dem digitalen Meat Market gibt es tatsächlich alles, was Appetit macht: süße Früchtchen, junges Gemüse und vor allem Fickschnitzel. Besonders die.

Wenn all das sofort erhältlich ist, warum kann mir nicht irgendjemand vermittelt werden, der einfach Hunger hat. Und zwar auf einen Burger? Ohne weiteren Anspruch – weder auf ein Dessert, noch auf ein Hot Dog oder eine Eierschaumspeise. Warum gibt es keine Vermittlungsplattform für Essbedürftige – abgesehen von diesen Online-Selbsthilfegruppen für anorektische Teenager?

Mein Ex-Fuckbuddy und Jetzt-Mitesser (mehr HIER) ist leider gerade im Urlaub. Und so leide ich weiter und träume von einem Big Mac-Menü. Aber hier geht es eigentlich um mehr als meinen Magen…

Das Ende der guten Erziehung?

Es ist ja wirklich so: Im vorangeschrittenen Single-Stadium löst sich zuerst die katholische Erziehung in Wohlgefallen auf, dann folgen die Essmanieren. Die katholische Erziehung regeneriert sich angesichts der permanenten Bedrohung durch unmoralische Angebote schnell wieder. Für die Essmanieren gilt das nicht.

Ich habe gestern Kartoffelpüree mit den Fingern gegessen, weil alle meine Löffel derzeit im Gefrierfach liegen, um mir bei Bedarf im Kampf gegen geschwollene Tränensäcke zu assistieren. So what…I’m still a (fucking) rockstar. Sieht ja keiner.

Endstation Heimat

Jüngst saß ich mit Someone am Frankfurter Flughafen bei McDonald’s. Wir haben Burger gegessen und uns angeschaut, wie die Flugzeuge gelandet, beziehungsweise in den Nachthimmel gestartet sind. Vielleicht nicht das edelste Dinner aller Zeiten, aber das schönste des letzten halben Jahres.

Okay, es war essen mit Fingern. Aber die Leute aus dem Internet benutzen ihre Finger sogar für Dinge, die man wirklich nicht mal im Internet sieht!

Geh doch heim!

Was lernen wir daraus? Wer Sex will, geht ins Internet; wer Hunger hat, geht in den Supermarkt; und wer vor allem wegen der Gesellschaft essen möchte, der geht am besten nach Hause. Wo immer das ist und bei wem – aber zuhause schmeckt es bekanntlich am besten.

Check also:

Der Fuckbuddy – mehr HIER!

Marktwerttest – mehr HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Mister R am Dienstag, 9. August 2011

    haha. genial!

  2. Gepostet von Brad am Dienstag, 9. August 2011

    danke ;)

  3. Gepostet von El_Ad am Donnerstag, 11. August 2011

    Sehr cooler und zutreffender Artikel! :)

  4. Gepostet von Brad am Donnerstag, 11. August 2011

    finde ich auch ;)

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