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Brad allein zuhaus: Pornos, Playze und das postulierte Anti-Weihnachten

Veröffentlicht: Donnerstag, 24. Dezember 2015

Gestern sagte mir ein Kollege in den letzten Zügen vor Feierabend, dass ihm Weihnachten trotz stressiger Fahrt zu wichtig sei, um sich nicht doch noch auf die lange Heimreise zu machen. Da habe ich mich schlecht gefühlt. Bereits, während ich in der Mittagspause den Text einer Kollegin über das Heimkommen zum Fest gelesen hatte, den gefühlt auch ich hätte schreiben können. In anderen Jahren. Nicht in diesem, obwohl bekannt sein sollte, dass ich meine Familie sehr liebe und es immer extrem genieße, in Frankfurt zu sein.

Frankfurt hat die Lichter an! Endlich wieder unter Wolkenkratzern. Jetzt ein Taxi zu Papa – und dann vier Tage lang…

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Mittwoch, 24. Dezember 2014

 

Aber eben nicht 2015, das ich wie 2010 und 2012, Jahre, die ähnlich ereignisreich daher kamen, zu einer Anti-Weihnachtsperiode erklärt habe. Weil mir einfach nur danach ist, so lange wie möglich in Jogginghosen zu chillen, Burger zu essen und 15 Staffeln Simpsons am Stück zu gucken, zwischendurch vielleicht feiern zu gehen. Dafür habe ich mich wirklich richtig mies gefühlt. Spätestens seit ich meinen Eltern am Sonntag mitgeteilt hatte, dass ich definitiv in Hamburg bleiben werde.

Doch mir ist dieses Jahr nicht nach Aufregung, Glitzer und großen Gefühlen. Von allem hatte ich 2015 bereits eine Überdosis. Die verbleibenden Weihnachtspflichten habe ich selbstverständlich erfüllt: Ich habe mich entzückt drei Minuten länger als nötig vor selbst gebastelte Pärchen-Adventskalender gestellt und habe verzückt „zauberhaft“ gerufen, habe nett gemeinte Geschenke verteilt und habe lächelnd Kokosmakronen gekostet, die ich eigentlich hasse, weil sie meistens aussehen wie ein Häufchen Hundekacke auf einem Pappteller.

CHALLENGE im Advent: Selbstgemachte Kitsch-Kalender von Vorzeigepärchen mit coolen Selbstbildnissen photobomben! Hier…

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Samstag, 5. Dezember 2015

 

Heute Morgen bin ich nach einer kleinen Spontanparty mit Leuten, die ich bis gestern kaum kannte, verstrahlt aufgewacht, habe mich vor den Fernseher gesetzt und nach ewigen Jahren endlich mal wieder ausgiebig Playstation gespielt, mir dann einen Film für Erwachsene angeschaut, bevor ich es kurz vor Ladenschluss gerade noch zu Edeka geschafft habe, um Coke und Spaghetti zu kaufen.

Plötzlich war alles paletti. Weil die Dinge endlich so lagen, wie an keinem anderen Tag in den letzten zwölf Monate: stressfrei, gechillt und gefühlslos – genau das, was ich mir in vielen Momenten eines Jahres mit neuem Job, Buchveröffentlichung und Anti-Love-Story-Ende so sehr wünschte. Man möge es mir verzeihen, aber genau das schenke ich mir 2015 selbst: Ruhe. Nicht wirklich zu Weihnachten, aber weil günstigerweise gerade vier freie Tage vor mir liegen.

Ich habe mir nie ausreden lassen, wie ich mich fühle, oder einreden, was ich gerade fühlen sollte. So auch heute nicht. Ich habe mich die letzten Wochen extrem scheiße gefühlt und habe einfach keine Lust so zu tun, als wäre es anders. Die Feiertage werde ich deshalb entspannt mit zwei der vier Menschen verbringen, die in diesem Jahr immer für mich da waren, wenn es zählte. Wenn ich Liebeskummer hatte, wenn ich berufliche Entscheidungen treffen musste, wenn ich von Katastrophen-Dates nach Hause kam oder einfach ein Ventil für Stress, Streit oder schlechte Laune brauchte. Wie letzte Woche.

Der Fehler an diesem Lebkuchenherz ist nicht, dass ich, Single und selbstbewusst, es mir selbst besorgt habe. Es ist das…

Posted by BradSticks – Lifestyle-BLOG on Samstag, 12. Dezember 2015

 

Ich sehe das ja so: Ich fahre nicht nicht nach Hause, sondern ich bleibe zuhause. Bei denen und dort, wo sich alles abspielte, was mir später von diesem Jahr in Erinnerung bleiben wird. Ach ja, und ich gehe heute Abend in die Kirche. So viel Klosterschüler ist geblieben. Früher war donnerstags irgendwie mehr Lametta: die neue inTouch, „Germany’s next Topmodel“ und Mädelsabend. Ich weiß zumindest schon, wen ich zum nächsten einladen werde.

Debby, Maike, Dominik, Marc – ihr seid einfach die besten Geschenke der Welt. Jeden Tag. Gerade an denen ohne bunter Lichter und richtig teurem Alkohol.

Ich zieh mir jetzt mal das Hemd an. Stell’ den Champagner kalt.

Euch allen schöne Feiertage, frohe Weihnachten und besondere Grüße an meine Familie nach Hause,

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