Bradsticks Bad Romance

Boyfriend (verzweifelt) gesucht: Landesverrat oder Weihnachts-Opium?

Veröffentlicht: Freitag, 9. Dezember 2011

Ob es der hormonellen Veränderung durch den Konsum genveränderter Lebensmittel anzulasten ist, oder dem Einfluss der Dipp-Schwingungen in Käsefondues auf die kosmische Strahlung im Umkreis der Venus? Ich don’t know. Sicherlich aber liegt es an der Vorweihnachtszeit (mehr HIER). Damn! Gestern Nach ging ich peinlich berührt mit dem Bedürfnis zu Bett, wieder mit Herzklopfen durch die Gegend laufen zu wollen. Also jemanden zu haben, der meine Shorts bügelt. Dann musste ich mich doch selbst befriedigen. Und heute morgen anyone statt someone bügeln. Dafür gleich zwei.

Mädels,

Um bescheiden zu bleiben: Vorerst würde mir ein klassisches Date reichen. Mit Kino, Popcorn und unters Shirt gehen. Something classy. Meint: die Art von Abend, die nicht so schnell erzählt ist wie der Dreier, über den ich eigentlich gerade schreiben wollte, Yavi. Drei, zwei, eins – over. Nein, manche Geschichte brauchen mehrere Kapitel, um erzählt zu werden. Herzig wie ein Groschenroman, lang wie eine Zuckerstange. I’m still the loving kind! But where ist the love?

Andererseits: das Kapital „Single“ wieder zuschlagen und auf die Seite des Feindes wechseln? Verrat fängt im Kopf an. I feel guilty. Schließlich ist BradSticks eine Bastion gegen die moralische Überlegenheit der „Zweiteiler“. Ursprünglich sollte dieser Blog sogar „Bad Romance“ heißen. Doch wie in gesunden Beziehungen gilt auch im Web: Es kann nur eine geben. Und wer legt sich schon mit Lady Gaga an?

Singles wollen gefunden werden

Also führten letztendlich Gründe der Suchmaschinenoptimierung zur Namensänderung. Denn obwohl wir es nur ungern zugeben: Singles wollen gefunden werden! Wenn schon nicht von Lukas ‘You make me wanna’ Podolski bitte wenigstens von Google. Denn wenn die emotionale Existenz nicht wirklich definiert ist, geht es umso mehr darum, die digitale nachhaltig zu sichern.

Als Beleg mag die seit Jahren stetig steigende Nutzerzahl von Dating-Portalen im Internet herhalten. Oder einfach nur die pure Existenz von Justin Bieber. Medial, nicht biologisch gesehen.

Apropos Existenz: Nach fast genau einem Jahr auf Solopfaden habe ich meine Mono-Beziehung zwar zu einem Erfolgsprodukt stilisiert, trotzdem eine existenzielle Erkenntnis gewonnen, die wenig nach „Independent Woman“ klingt: In wirklich wichtigen Situation hilft das „Hiho, I am Single and fabulous – und das ist auch gut so“-Ding überhaupt nicht, und schon gar nicht weiter.

All by myself: Ich habe mich daran gewöhnt, mit mir selbst zu sprechen, mich selbst zu streicheln und auf dem Sofa Chips für zwei zu essen. Leider macht mich das nicht fähiger

  1. handwerkliche Arbeiten in meiner Wohnung zu erledigen, was die Straight-Actor unten den gay people können
  2. oberhalb des Ravioli-Niveaus zu kochen, was die Desperate Housewives unter den gay people können.

So gesehen war ich in meinen Beziehungen immer hervorragend bedient. Weil meine Ex-Freunde meistens zu allem fähig waren, was mir völlig abgeht:

Nummer 1: Möbel aufbauen

Nummer 2: Computer reparieren

Nummer 3: Handball spielen

Nummer 4: Tennis spielen

Nummer 5: Autos einparken

Nummer 6: Cocktails mixen

Trotzdem: Ich will keine Symbiose, sondern eine Metamorphose: vom Einteiler zurück zum Mehrteiler, denn nicht nur Schuhe sehen im Duo besser aus!

Ich bin zwar auf dem besten Weg, der coolste Single außerhalb New Yorks zu werden, aber es geht gar nicht um Ruhm. Nicht immer, wie man bei Daniel Kehlmann ebenfalls in mehreren Kapiteln liest. Vermessen wir einfach mal meine Welt: Manchmal habe ich wie gestern einfach Lust, mich in die Bedeutungslosigkeit zu knutschen. Mehr nicht.

Ich habe das „Hard to get“-Spiel sicherlich nicht erfunden, allerdings auch nicht die Spielregeln des modernen Speed-Datings. Gelegentlich hätte ich mein Shirt lieber noch einen Moment länger an-, dafür aber den dritten Gang nicht ausgelassen.

Aber so hat eben jeder seine eigene Vorstellung von einem guten Dessert nach dem Date-Dinner. Und ich will eins mit Sahne – heute: im wörtlichen Sinn – und Zuckerguss. Also bitte einen Gang zurück, Jungs. I want romance!

Sind Romanzen wirklich lebenswichtig, oder spielt das Mainstream-Radio einfach nur zu viel Adele? Ich weiß es nicht. I set fire to the rain! Vielleicht sind es doch nur Genveränderungen, Strahlungen und Minusgrade. Vielleicht ist die Vorweihnachtszeit einfach ein Arschloch. So wie Paris (mehr HIER).

Und während andere noch gar nicht in Weihnachtsstimmung sind, komme ich – auch dank Justin Biebers medialer Existenz – gerade wieder in den X-Mas-Groove. Nur leider bin ich nicht in der Situation, mit meinem Jungs Geschenke für (m)einenen Freund zu kaufen oder stolz von (m)einem selbst gebastelten Adventskalender zu berichten – ich habe nicht einmal einen Hund!

Three weeks to go…three long, cold and lonely weeks!

Ausblick: Nach „Single des Monats“ > frustriert < und „All I want for Christmas“ > verzweifelt < würde ich endlich gern „Wir erwarten Nachwuchs, wir sind total happy aber wir bleiben heute lieber auf dem Sofa und nehmen bestenfalls an einem Spieleabend mit anderen Pärchen teil, weil mein Freund eine harte Woche hatte“ > verliebt < schreiben.

Und wenn nur um der Kunst willen.

Ach ja: Ich kann zum Beispiel gut küssen. Wär toll, wenn du das auch kannst. Der Rest findet sich. Wenn Du Fußball spielst, umso besser!

Ich trinke jetzt ‘nen Tequila Sunrise, dann bin ich auch wieder der Alte. I wouldn’t change a thing… oder doch?

Who needs a boyfriend, anyway

Mehr aus meinem Tagebuch HIER!

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Kommentare

  1. Gepostet von Julia am Freitag, 9. Dezember 2011

    Jetzt habe ich fast Mitleid :)

  2. Gepostet von Keiran am Freitag, 9. Dezember 2011

    schön geschrieben. gespannt, was nummer 7 kann :)

  3. Gepostet von Sebastian am Freitag, 9. Dezember 2011

    Irren ist menschlich. Turn around :) AAAAMEN!

    Grüße, Basti

  4. Gepostet von Brad am Freitag, 9. Dezember 2011

    because every now and then I feel a little bit lonely?

  5. Gepostet von Brad am Freitag, 9. Dezember 2011

    hoffe küssen ;)

  6. Gepostet von Jan am Freitag, 9. Dezember 2011

    cool, waren DAS die ersten Layouts für den Blog?

  7. Gepostet von Brad am Freitag, 9. Dezember 2011

    Yip, da waren einige nette dabei. Zeig ich dir mal

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