Nineties

Blast from the 90s-past: 7 Songs und Bilder meiner Jugend

Veröffentlicht: Samstag, 17. Oktober 2015

Ich habe vor lauter Stress diese Woche völlig verpeilt, Marcs „Sieben Songs aus meiner Jugend“-Challenge anzunehmen. Deshalb heute mal geballt sieben Songs, die ich in den 90ern tot gehört habe – mit einer kleinen Erklärung, warum. Günstigerweise kann ich in diesem Zusammenhang gleichfalls Sebis „Sieben Fotos, die älter sind als 15 Jahre“-Ding abhandeln“. Ich meine, wer hat schon Zeit…

  1. Britney „Baby, One more time“ (1998): When I’m not with you I lose my mind.

In meinen Lebensläufen steht bis heute, dass ich 1998 der erste deutsche Britney-Spears-Fan war. War ich auch! Die „Baby, one more time“-Single hatte ich als US-Import aus einem kleinen Plattenladen von der Frankfurter Hauptwache, den es längst nicht mehr gibt. Heute höre ich den Song immer beim Stylen vor Partys. Legendär mein Strip zu diesem Song auf der Cocktailparty unserer Klosterschule, nach dem ich heulend auf der Toilette landete, weil ich Angst hatte, kurz vor dem Abitur suspendiert zu werden. Das war dann doch der Alkohol… Totally lost my mind.

Legendäres Foto von der Cocktailparty des Franziskaner Gymnasiums Kreuzburg (1999), bevor ich zu “Baby, one more time” gestrippt habe:

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  1. Ace of Base, „The Sign“ (1993): And I am happy now living without you!

Zumindest für drei, vier Jahre, kam in den 90ern keine andere Band an „Ace of Base“ vorbei. Während der große Hype um Roxette langsam abebbte, hielten Malin, Jenny, Jonas und Ulf die Fahne des Schweden-Pop weiter hoch. Noch immer versetzen die ersten Beats von „All that she wants“ die Kinder der 90er in Clubs in Hochstimmung. Tieftraurig eigentlich, dass bei mir seit 1993 weitaus häufiger „The Sign“ lief. Bis heute ist er neben „Stronger“ oder „Survivor“ mein Break-Up-Song-Nummer-Eins, zumindest für die Spätphase, wenn „It must have been love“ unbedingt gegen „And I am happy now living without you“ ersetzt werden sollte.

Legendäres Foto von meinem 14. Geburtstag, auf dem “The Sign” neben “Go West” in Dauerschleife lief. Ich glaube, das war ein früher Versuch, erotisch zu gucken, was mir allerdings erst ab 2003 wirklich gelang. Die Party endete trotzdem ziemlich unsexy, weil irgendwelche Mädchen Liebeskummer wegen Arschlochtypen hatten und sich stundenlang heulend und kotzend auf der Toilette im evangelischen Gemeindezentrum Großkrotzenburg einschlossen. Scheiß Typen, Alter! Heute sind sie hoffentlich happy, living without them.

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  1. Roxette „Joyride“ (1992): Hello, you fool, I love you!

Von meiner Playlist sind die zeitlosen Roxette-Songs trotzdem nie verschwunden. Und zwar nicht nur die It-Must-Have-Been-Loves und Listen-To-Your-Hearts, sondern vor allem „Joyride“. Bevorzugt höre ich diesen Song bis heute in der „Ich bin frisch verliebt“-Phase und im Sommer bei offenem Verdeck im Auto, was am Video liegen muss. Die Pfeif-Passagen sind so legendär wie die Phrase „Hello, you fool, I love you.“ Mehr gute Laune geht einfach nicht. Damals sagte man: „Don’t bore us… get to the chorus!“

Legendäres Foto aus meiner Jugend: Bei der Einschulung 1987 in der Morgensonne vor meinem Elternhaus. Das “Child of the sun” sozusagen, wie es in “Joyride” besungen wird :)

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  1. Spice Girls „Wannabe“ (1996): Make it last forever, friendship never ends!

Ich war hierzulande nicht nur der erste Britney-Fan, sondern definitiv auch der erste Fan der „Spice Girls“ auf bundesdeutschem Boden, den ich 1996 mal wieder für eine Spracheise nach London verlassen hatte – in der Woche, als „Wannabe“ in UK auf die Eins preschte. Glücklicherweise brachte ich in eben diesem Sommer nicht BSE, sondern nur diese Single mit nach Hause – und war textsicher, während sich alle anderen noch fragten, was Mel B und Geri in den Strophen eigentlich schreien. Bis heute höre ich „Wannabe“ samstagabends beim Stylen für Partys.

Legendäres Foto aus meiner Jugend: Das große Jahr der „Spice Girls” (1996) beendete ich bekanntermaßen blond. Später habe ich das Foto vor allem auf Partys rausgeholt, auf denen es sonst nichts zu lachen gab.

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  1. Natalie Imbruglia, „Torn“: Illusion never changed into something real!

Ich glaube, ein Kumpel und ich haben ein Jahr lang vergeblich versucht, auf der „Singstar Nineties“ die 1000 Punkte bei Natalie Imbruglias „Torn“ zu erreichen. Weil der Song legendär ist und Natalie im Video so unglaublich cool aussah. Eigentlich kommt meine Playlist im Liebeskummer-Fall noch immer irgendwann bei diesem Lied an. „Illusion never changed into something real…” – heart-breaking!

Legendäres Foto aus meiner Jugend: Manche Dinge ändern sich nie, wohl aber die Überzeugung, zu allem Buffalos tragen zu müssen, wie während eines Oktoberfestes mit meinem Musikverein „Frohsinn” 1997 in Frankreich…

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  1. Culture Beat, „Mr. Vain” (1993): I want you, cause I‘m Mister Vain“

Anfang der 90er warst du entweder „Grunge“ oder „Eurodance“ – vernachlässigen wir jene, die Kulten um die „Kelly Family“, „Scooter“ und „Take That” anheimfielen. Ich verfiel dem Eurodance in der fünften Klasse, als „Snap!“ mit „Rhythm is a dancer“ bei MTV auf Heavy Rotation liefen. Weitaus mehr verbinde ich diese Zeit allerdings mit „Culture Beat“ und „Mr. Vain“ – wegen des Orgien-Videos und des Satzes „I know what I want, and I want it now“. Es war die Zeit, zu der wir begannen, auf Jugend-Discos in Jugendzentren zu gehen…

Legendäre Fotos aus meiner Jugend: Ich war übrigens auch mal Grunge, und zwar 1995, als ich samstags gern mit Freunden auf Flohmärkte gegangen bin, um Holzfäller-Hemden zu kaufen, die andere bereits kaputt getragen hatten. In diesem Fall kommt zumindest meine Nike-Liebe durch…

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  1. Die Fantastischen Vier, „Die da“ (1992): „Moment, was geht? Ich sag’s dir ganz konkret!“

Ich war in den letzten zweieinhalb Jahren wohl immer der Typ, der samstags nie kann. Das hat sich gerade wieder geändert. Nicht aber der feste Platz der Frau, die freitags nie kann, auf meiner All-Time-Faves-Playlist, nämlich relativ weit oben. Mit „Die da“ begründeten die “Fanta 4“ 1992 in Stuttgart den Siegeszug des Deutschrap in der deutschen Popkultur – und dafür sind wir ihnen bis heute dankbar!

Legendäre Fotos aus meiner Jugend: Ich musste mir zuletzt ja immer anhören, ich hätte mich in allem, was ich tue, extrem an jemand anderen angepasst. Hier der Beweis, dass ich schon immer ein cooles Hip-Hop-Kind mit Cap und Starter-Klamotten war, auch 1995. Zugegeben habe ich damals eher Bull- und nicht HSV-Trikots getragen.

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Bonus-Track: Madonna, „Music“ (2000): Do you like my acid rock?

Im Sommer 2000 hatte ich gerade mein Abitur hinter mir – und war zum ersten Mal in einen Hamburger Jung verliebt. Es muss im August gewesen sein, als ich ihn in Hamburg besuchte. Als wir am Samstagabend im alten „Mojo Club“ aufschlugen, hörte ich beim Betreten zuerst den Satz „Hey, Mister DJ, put a record on, I wanna dance with my, baby“ von der Tanzfläche. Zu einer Zeit, in der es zwar „Napster“ gab, neue Songs allerdings noch lange nicht standardmäßig im Internet leakten, war das ein unglaublich krasser Moment. Denn ich hatte Madonnas neue Single bis dato noch nicht gehört. Bis heute verbinde ich den Song mit Hamburg und dem Typ :)

Legendäres Foto aus meiner Jugend: Abitur im Sommer 2000 – für alle, die der Meinung sind, dass ich noch nie einen Anzug getragen habe.

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Knapp rausgeflogen:

Knapp von der Liste geflogen sind übrigens „Bailando“ von Loona (mein Vater denkt bis heute, dass sie „Majando“ singen), „Crazy“ von Aerosmith (Wir wollten ALLE mit dem Farmer aus dem Video schlafen), „What’s up“ von den „Four Non-Blondes“ (zu keinem Song konnte man sich besser in den Armen liegen), „Runaway Train“ von „Soul Asylum (kein Engtanz mit Klassenkammeraden auf Geburtstagspartys ohne diesen Song von der „Kuschelrock“), „Hero“ von Mariah Carey (kein Selbstmitleid ohne das „Music Box“-Album) und „It’s Alright“ von „East 17“ (die coolen Kids hörten zwar Boygroups, aber eben nicht „Take That“).

Legendäres Foto aus meiner Jugend, das leider rausgeflogen ist, weil zu krass: Der Moment, in dem du der Meinung bist, dass du im Kindergarten-Karneval einen großen Auftritt als Schneewittchen brauchst. Habe ich allen meinen Ex-Freunden immer relativ früh gezeigt – weil es schlimmer nie mehr kommen könnte :)

wi

Und damit sage ich mal: Stay tuned – und vor allem… fashionable!

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