brad shaw

Big-Bang-Theorie: Gerade ist es genug, den besten Sex der Welt zu haben

Veröffentlicht: Samstag, 4. April 2015

Genug ist genug, habe ich so oft gedacht – guter Dinge, irgendwann auf die Stimme in mir zu hören, die ständig sagte, dass es jetzt auch mal gut sei. Manchmal habe ich sogar gefühlt, was sie wollte. Meistens nicht. Dann galt immer: Wer nicht hören will, muss fühlen! So sind sie entstanden, all diese grandiosen Texte aus Liebeskummer. Über diesen Mann. Aber was kümmert mich mein Gekritzel von gestern? Heute bin ich zwei Jahre in einer Nicht-Beziehung – und gerade ziemlich glücklich!

 
Okay, zwei Jahre Nicht-Beziehung. Beziehungsweise die Einsicht, dass diese bereits länger andauert als manche meiner Beziehungen. Ziemlich überraschend, wenn ich bedenke, wie sehr ich monatelang unter diesem Zustand litt – bis ich verstand, dass es manchmal genug ist, einfach guten Sex zu haben. Auf meine aktuelle Situation umgelegt: meistens.

 
Mein Herz hat zwar noch immer Rasen, wenn ich ihn sehe, ebenso wie mein Hirn Aussetzer, inzwischen sehe ich das Ding zwischen Mister Big und mir allerdings selbst sehr pragmatisch, was nicht zuletzt dem Umstand geschuldet ist, dass ich derzeit nicht mal Zeit für Liebeskummer habe. Stress mag ein Liebestöter sein. Aber eben auch ein Katalysator für guten Sex. Mind-blowing sex, so to say.

 

 

Hey, ich habe Herzschmerz gegen die handfeste Einsicht getauscht, dass ich den besten Sex der nördlichen Halbkugel mit dem herrlichsten Hanseaten der Welt habe. Seit zwei Jahren. Und ich liebe es. Klingt weniger romantisch als rational, was eher untypisch für mich wäre. Wahrscheinlich, weil ich ihn in den „Anti-Love-Stories“ immer dafür kritisiert habe, unsere Beziehung auf Wesentliches wie chillen, Reparaturarbeiten in meiner Wohnung und Sex zu reduzieren.

 
Dass keiner meinen Kopf mehr unter Kreativität setzt, als er, wusste ich bereits. Dann musste ich nur noch kapieren, dass er in meinem Leben noch eine zweite wichtige Aufgabe hat: meinen Kopf frei zu kriegen. Nach dem Chillen auf der Couch und den Reparaturarbeiten in meiner Wohnung – im Bett. Ohne Pflichten und andere Dingen, die den mind-blowing sex in Beziehungen mindern bis verhindern. Oder vernichten.

 

Im Wesentlichen ist gar nichts schlimm daran, gut genug für den besten Sex der Welt zu sein. Wenn du endlich den Schalter umlegen kannst, weil jemand genau weiß, welche Knöpfe er drücken muss. Ich zumindest hatte geschaltet – und am Zwei-Jahre-Nicht-Beziehungstag kein Dinner vorbereitet, sondern mich einfach vernaschen lassen. Die ganze Nacht. Weil es im Wesen des Wesentlichen liegt, sich einfach mal flachlegen zu lassen, die Konversation nach dem dennoch ernst gemeinten „Wie geht’s dir so, was macht der Job?“ schnell abflachen zu lassen, um einfach seinen Job zu machen.

 
Wer nicht hören will, muss fühlen? Manchmal, wenn er mich gegen die Wand drückt, höre ich noch immer die Hochzeitsglocken. Doch habe ich gerade das Gefühl, dass die Stunde noch nicht geschlagen hat. Ja, manchmal ist stumpf wirklich Trumpf. Und der Trumpf, den ich in harten Zeiten wie diesen stets ziehen konnte, war immer mind-blowing sex. Komisch, dass mir das jetzt erst bewusst wurde.

 

Trotz allem: You are always on my mind,

kurz-unterschrift11

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