Eltern im Urlaub - Kevin allein zu Haus ist unbedingtes Vorbild

Anti(Christ)Mess: Brad Shaw allein Zuhaus

Veröffentlicht: Samstag, 24. Dezember 2011

Nach einer spätestens ab vier Uhr morgens unchristlichen Nacht wäre es ohnehin scheinheilig, blondgelockt unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen und Holy Mother zu spielen. Weil es manchmal sowieso kommt wie es kommt, kam ich in die zweifelhaft glückliche Situation, den weihnachtlichen Fahrstress um eine Heilige Nacht zu reduzieren und einfach das zu tun, was ich seit September nicht geschafft habe: „Liebe braucht keine Ferien“ schauen, gemütlich auf dem Sofa Chips essen und einfach mal für fünf Stunden die Klappe zu halten. Und langsam wirken auch die Kopfschmerztabletten. Jesus…

Ein spontaner Ausflug meiner turtelnden Eltern, ein furchtbarer Kater aus meiner letzten Nacht und irgendwie auch mein unbedingter Wunsch nach einer neuen Grenzerfahrungen zum Abschluss eines grenzwertigen Jahres haben mich spontan dazu bewogen, mir heute gar keinen Stress mehr zu machen. Ich werden den restlichen Heiligabend ausschließlich mit Dingen zu verbringen, die mir wirklich heilig sind: Die vierte Staffel „Sex and the City“, meine graue Nike-Jogginghose und meine Tastatur.

Die wirklich stille Nacht

Und ich will nicht mal Mitleid. Im Gegenteil. Wie so oft in den letzten zwölf Monaten musste ich mich einfach mal zu meinem Glück zwingen lassen. Wenn man das Klackern von Carrie Bradshaws Manolos auf dem New Yorker Asphalt im Hintergrund ignoriert, ist es die stillste Nacht ever und in Sachen Expositionstherapie ein gellend nach Dokumentation schreiender Meilenstein.

Denn seit dem letzten Valentinstag war ich eigentlich fest davon überzeugt, mich mit Lametta zu erhängen, sollte ich bis Weihnachten noch Single sein (mehr HIER). Ich habe aber nicht mal versucht, mir die Pulsadern aufzuschneiden. Ich habe lediglich ein wenig getrunken.

Zugegeben: Ich sorgte vor, entsorgte alles Weihnachtliche – meinen Adventskalender hatten Bastian und ich bereits am 12. Dezember in einem nächtlichen Anfall von Fresssucht ausgelöscht – beziehungsweise ließ Klim und Bim erst gar nicht rein. Lediglich um standesgemäßes Essen habe ich mich heute Mittag last minute bemüht: Braten, Klöße und Rotkohl.

Billig und unterkühlt?

Bevor meine Freunde jetzt mit dem „Der kann gar nicht kochen“-Outing kommen: Kann ich auch nicht. Aber was auf Jungs zutrifft, gilt glücklicherweise gleichfalls für alle anderen (Grund)Nahrungsmittel. Beide gibt es rund um die Uhr to-go, billig und nicht selten unterkühlt. Man muss nur wissen wo und wie man sie heiß macht. Ich weiß das. Leider wusste ich nicht, wie aufmerksamkeitsintensiv es sein kann, tiefgefrorene Kartoffelklöße (aus Thüringen) geschmacksecht aufzutauen.

Deshalb entschied ich soeben in weiterer Konsequenz, diesen Abend doch klassisch zu begehen und mir ein paar Frankfurter Würstchen mit Kartoffelsalat aus dem Plastikbecher reinzufahren, dabei Mariah Careys Christmas-Album zu hören. Immerhin: Den Borsalino habe ich aufgesetzt (mehr HIER). Denn wenn später die beiden Jungs from the neighbourhood bei mir aufschlagen, will ich gut behutet aussehen, wenn schon nicht weihnachtlich erleuchtet. Nicht so wie damals Kevin… der allein Zuhaus!

Basti, Burger – bitte!

Es gibt übrigens doch einen Standard, die ich in meinem ersten Jahr als weihnachtlicher Traditionsbrecher aus einem konservativ-christlichen Haushalt schmerzlich vermisse: mich vor dem Heiligabend-Besuch bei unseren Eltern mit meinem Bruder bei Burger King vollzuschlagen. Einerseits, um Grenzerfahrungsprojekte der anderen, namentlich vegetarische Weihnachtsmenüs, nicht zu unserem Problem zu machen. Andererseits, weil unsere Familie in der Summe auf dem Fußballplatz, im Konzertsaal oder an der Tastatur zwar viele Talente vereint, aber eben nicht in der Küche.

Will heißen: Bastian, bring mir ‘nen Whopper mit. Ich hatte in den letzten Wochen genügend heiße Frankfurter – und satt bin ich trotzdem nicht geworden. Irgendwas sollte an Heiligabend schließlich anders sein als an durchschnittlichen Dienstagabenden.

The RTL2-Way-of-Christmas

Ehrlich gesagt habe ich mich selten asozialer gefühlt als an Heiligabend mit Chips, Plüschbär (heute genau zwei Jahre alt) und Jogginghose auf dem Sofa abzuhängen. Aber eben auch selten entspannter. If that makes me a freak: Save a little prayer for me…

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Go ahead, make a wish – don’t make it a mess!

Mehr zum Thema:

All I want for Christmas – HIER!

Mein Weihnachtsmärchen – HIER!

Weihnachtshits – HIER!

Kommentare

  1. Gepostet von Boy from the hood am Samstag, 24. Dezember 2011

    Wir reißen dich schon aus deiner Lethargie raus, Digga! Better be ready!

  2. Gepostet von Brad am Samstag, 24. Dezember 2011

    Hoffentlich aus meiner Jogginghose ;) Easy… Ich brauch erstmal gaaanz viel Kaffee. Call ya!

  3. Gepostet von Coquette am Sonntag, 25. Dezember 2011

    Von mir kriegste jetzt mal gar kein Mitleid, liebster Brad! Erstens mal sehe,ich, dass Du in BESTER Gesellschaft bist ( und der arme BÄR wurde auch endlich mal von der Discokugel geholt ;-)) und zweitens: Was glaubst Du, wie viele Menschen Dich gestern um Deinen gemütlichen Solo-Abend mit DVD’s und Tiefkühl-Essen beneidet haben. Immerhin war niemand zum Streiten da, Du musstest keine Freude über unpassende Geschenke heucheln oder gar noch Weihnachtslieder mitsingen…

  4. Gepostet von Brad am Montag, 26. Dezember 2011

    ich will doch gar kein mitleid. gestern mit der family war auch schön. aber samstag war sooo relaxed

  5. Gepostet von Felix am Montag, 26. Dezember 2011

    I love you

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